07.02.2010 | Sport DSV-Adler fliegen zum ersten Team-Sieg seit 2005

Als die glanzvolle Olympia-Generalprobe mit dem ersten Weltcup-Sieg seit fünf Jahren perfekt war, tanzten Deutschlands Skispringer jubelnd durch den Auslauf und genossen im Tollhaus von Willingen das Bad in der Menge.

DSV-Adler fliegen zum ersten Team-Sieg seit 2005
Bodmer, Schmitt, Neumayer und Uhrmann (l-r) jubeln über ihren Sieg.
Als die glanzvolle Olympia-Generalprobe mit dem ersten Weltcup-Sieg seit fünf Jahren perfekt war, tanzten Deutschlands Skispringer jubelnd durch den Auslauf und genossen im Tollhaus von Willingen das Bad in der Menge.

Das DSV-Quartett in der Besetzung Michael Neumayer (Berchtesgaden), Pascal Bodmer (Meßstetten), Martin Schmitt (Furtwangen) und Michael Uhrmann (Rastbüchl) flog mit 965,5 Punkten erstmals seit dem 8. Januar 2005 an gleicher Stätte wieder zu einem Weltcup-Erfolg im Team-Springen und weckte damit Medaillen-Hoffnungen für die Olympischen Winterspiele. «Das war das Optimum für uns. Kompliment an die Mannschaft. Jetzt steigen wir selbstbewusst in den Flieger», sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Mit dem Triumph vor Norwegen und Österreich, das die Team-Tour gewann und dafür 100 000 Euro kassierte, tankten die DSV-Adler nur 24 Stunden nach dem dritten Platz von Neumayer im Einzel kräftig Selbstvertrauen für die Medaillen-Mission in Vancouver. «Das wir den Norwegern hier den Rang abgelaufen haben, ist eine Riesen-Leistung», lobte Schuster den Auftritt seiner Schützlinge.

Überragender DSV-Springer war Uhrmann, der zweimal auf 141,5 Meter kam. «Das war so, wie ich mir das vorstelle, und hat richtig Spaß gemacht. Ich habe Druck reingebracht und schon hat die Symmetrie gestimmt. Diese Sprünge konnte ich richtig genießen», sagte Uhrmann. Ihm stand Neumayer mit Weiten von 138,5 und 136,5 Metern kaum nach. «Es hat hier sehr gut funktioniert, darüber bin ich glücklich. Das gibt Selbstvertrauen für Vancouver», sagte Neumayer.

Auch Vize-Weltmeister Schmitt zeigte sich weiter verbessert. «Das waren tolle Tage hier. Die Form stimmt, ich habe mir viel Selbstvertrauen geholt», sagte der 32-Jährige nach Sprüngen auf 131,5 und 139,5 Meter. «Mit Martin bin ich zufrieden. Man durfte keine Wunderdinge erwarten. Für ihn war das ein Aufbau-Wettkampf in Richtung Olympia. Er ist stärker zurückgekehrt, hat mehr Gesamtenergie in seinem Sprung», sagte Schuster.

Schon zuvor hatte Neumayer mit dem dritten Rang im Einzel für Hochstimmung im DSV-Lager gesorgt. «Bisher konnte keiner aus dem Team wirklich brillieren. Nun hat sich endlich einer hervorgetan. Das war unheimlich wichtig und tut der gesamten Mannschaft gut», lobte Schuster den Berchtesgadener. Der hatte zuvor erst einmal in seiner Karriere als Dritter beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee 2008 auf dem Podest gestanden.

In Willingen genoss er dieses Gefühl vor 16 000 begeisterten Fans daher in vollen Zügen. «Das war affengeil und ein sehr, sehr schöner Tag. Ich bin total happy. Vor dieser tollen Kulisse zu springen, war eine Riesen-Gaudi», sagte der 31-Jährige. (Quelle: Willingen (dpa/lby))