29.03.2009 | Sport Erster Punktsieg Maradonas: 4:0 gegen Venezuela

Der einstige Zauberfußballer Diego Maradona versetzt die Fans in Argentinien auch als Trainer in Verzückung.

Erster Punktsieg Maradonas: 4:0 gegen Venezuela
Diego Maradona feuert sein Team gegen Venezuela an.
Der einstige Zauberfußballer Diego Maradona versetzt die Fans in Argentinien auch als Trainer in Verzückung.

«Gott existiert! Und er ist Argentinier», titelte das Sportblatt «Olé», nachdem den «Gauchos» bei Maradonas Heim-Premiere als Coach in Südamerikas WM-Qualifikation ein überzeugender 4:0 (1:0)-Erfolg über Venezuela gelungen war. Während der einstige «Goldjunge» am Spielfeldrand wie ein Gummiball auf und ab hüpfte, jubelten ihm rund 60 000 im Monumental-Stadion in Buenos Aires sowie Millionen in Cafés und vor den TV-Schirmen zu.

Und im Land des zweifachen Weltmeisters war die Begeisterung groß. «Das Team entflammt wieder die Herzen der Fans», schrieb die Zeitung «Clarin». Und auch der Coach war mehr als zufrieden: «Das war ein perfektes Spiel», sagte der 48-Jährige, der vor wenigen Jahren aufgrund von Drogen und Übergewicht dem Tod sehr nahe war. Der nach Maradona-Kritik zurückgetretene Regisseur Juan Roman Riquelme wurde nicht vermisst. «Diegoooo, Diegoooo», hallte es immer wieder von den Rängen, und viele Anhänger sangen: «Riquelme schaut zu Hause zu».

Gegen einen schwachen Gegner war der Sieg der Hausherren nie in Gefahr. Das «Zwergen-Trio» glänzte mit Dribblings und Toren: Lionel Messi traf in der 26. Minute, dann folgten Carlos Tevez (47.) und Coach-Schwiegersohn Sergio Aguero (73.). Dazwischen erzielte Maxi Rodríguez (51.) das 3:0. Mit 19 Punkten verdrängten die Argentinier den Erzrivalen Brasilien (17) von Platz zwei. Die «Seleção» musste am Sonntagabend in Ecuador (12) ohne Kaká antreten. Seit 1993 gab es dort für den Rekordweltmeister zwei Schlappen und ein Unentschieden.

Einen Ausrutscher leistete sich am 11. von 18 Spieltagen der Überraschungs-Spitzenreiter Paraguay (23), das trotz des 0:2 in Uruguay (16) die Tabelle aber weiter souverän anführt. Vor 45 000 Zuschauern verstärkten in Montevideo die Tore von Diego Forlán (28.) und Diego Lugano (57.) die WM-Träume der «Urus». Im dritten Spiel hatte Kolumbien (14) beim 2:0 in Bogotà über Bolivien (9) keine Mühe.Neben der Brasilien-Begegnung in Lima steht noch das brisante Pazifik-Derby Peru (7) gegen Chile (16) auf dem Programm.

In Südamerika qualifizieren sich die vier Ersten direkt für die WM-2010, der Fünftplatzierte erhält noch eine Chance in einem Relegationsspiel. Am 31. März und 1. April geht der 12. Spieltag über die Bühne. Viele Argentinier aber wähnen sich bereits in Südafrika. Maradona, der während der 90 Minuten beinahe ohne Pause gelacht, geklatscht, geschrien und sich die Haare gerauft hatte, warnt jedoch: «Wir müssen vor allem noch im Defensiv-Sektor viel arbeiten». «Olé» erinnert aber an «die Wunder» im Leben Maradonas und fragt: «Wie soll man bei so einem Spektakel nicht von der WM träumen?» (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Buenos Aires ) (Quelle: )