17.04.2009 | Sport Festspiele im Norden - Werder und HSV wollen Titel

Der Hamburger SV und Werder Bremen freuen sich auf Fußball-Festspiele: Mit dem ersten deutschen Halbfinale im UEFA-Pokal seit 20 Jahren haben die beiden Nordclubs dafür gesorgt, dass die Bundesliga einen zusätzlichen lukrativen Champions-League-Platz anvisiert.

Festspiele im Norden - Werder und HSV wollen Titel
Nach Ende des Spiels in Manchester jubelt HSV-Trainer Martin Jol erleichtert.
Der Hamburger SV und Werder Bremen freuen sich auf Fußball-Festspiele: Mit dem ersten deutschen Halbfinale im UEFA-Pokal seit 20 Jahren haben die beiden Nordclubs dafür gesorgt, dass die Bundesliga einen zusätzlichen lukrativen Champions-League-Platz anvisiert.

Durch den Sprung in die Vorschlussrunde des HSV gegen Manchester City und von Werder Bremen gegen Udinese Calcio hat Deutschland (56,070 Punkte) in der für die Zuteilung der begehrten Startplätze maßgeblichen UEFA-Fünfjahreswertung gegenüber dem auf dem wichtigen dritten Platz stehenden Italien (62,910) weiter aufgeholt. Und kann dank der für den Sieger des Nord-Derbys sicheren Endspiel- Teilnahme gegen die Ukraine-Vertreter Schachtjor Donezk oder Dynamo Kiew weiteren Boden gutmachen. Der HSV und Werder denken aber zuerst einmal an sich. Für sie gilt das Motto: Eine Trophäe muss her.

Für den HSV sind nach dem Thriller in Manchester weiter drei Titel drinvon Triple-Träumen will Trainer Martin Jol aber nichts wissen. Stattdessen würde Jol notfalls sogar auf die deutsche Meisterschaft oder den UEFA-Pokalsieg verzichten, würde man ihm vor dem Vierfach-Knaller gegen Werder Bremen den Triumph im nationalen Cup-Wettbewerb garantieren. «Wenn die jetzt sagen würden, ihr gewinnt den DFB-Pokal, dann würde ich sofort sagen: 'Ja'», meinte der Coach nach dem 1:2 bei Manchester City, das den Hanseaten nach dem 3:1-Erfolg im Hinspiel zum knappen Einzug in die Runde der letzten Vier reichte.

Vor den Wochen der Wahrheit weiß Jol, wie sehr die HSV-Fans, die ihn nach Spielende mit «Wir wollen den Trainer sehen»-Sprechchören feierten, das Ende von 22 titellosen Jahren herbeisehnen: «Ich finde es sehr wichtig für unsere Fans, dass wir etwas gewinnen.» Dass dabei ausgerechnet der Nordrivale aus Bremen für den Bundesliga-Dino zum Gegner wird, erachtet Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer vor den vier Derbys binnen 19 Tagen als «total egal». Ähnlich sieht es Jol, der vor dem Auftakt der Werder-Wochen im DFB-Pokal-Halbfinale am 22. April versprach: «Da sind wir alle wieder mit 100 Prozent bei der Sache.»

Das waren sein Profis auch bei der Nervenschlacht bei ManCity, in der der HSV hart kämpfen musste, um erstmals seit dem Gewinn des Landesmeister-Cups 1983 wieder ein kontinentales Semifinale zu erreichen. Denn die Citizens ließen sich von der Führung durch Paolo Guerrero (12.) nicht verunsichern und kamenunterstützt von ihren fanatischen Fans und dem unsicheren Referee Nicola Rizzoli (Italien)durch Elano (16./Handelfmeter) und Felipe Caicedo (50.) schnell heran. Mehrmals musste der starke Keeper Frank Rost vor dem 1:3 bewahren. «Es stand auf des Messers Schneide», gab Beiersdorfer zu.

«Diego fantastico» hat derweil die Bremer Fußballwelt ein Stück weit mehr in Ordnung gebracht und dafür gesorgt, dass Werder nach verkorkster Meisterschaft mit weiterhin zwei Titelchancen noch für ein Saison-Happy-End sorgen kann. «Für Werder und für mich war das sehr wichtig. Jetzt sind wir nur noch zwei Schritte davon entfernt, Champions werden zu können», sagte der Brasilianer Diego, der mit zwei Toren maßgeblichen Anteil am 3:3 (1:3) bei Udinese Calcio hatte, das den Bremern nach dem 3:1 im Hinspiel das Weiterkommen sicherte.

Auch Werders Blicke richten sich auf das anstehende hanseatische Derby-Festival. «Man muss aufpassen, in welchem Wettbewerb man gerade ist. Ich hoffe, dass wir tolle Spiele sehen werden», sagte Trainer Thomas Schaaf. Den Bremern würde es durchaus gefallen, die Spiele der beiden Pokal-Wettbewerbe für sich zu entscheiden und dem HSV dafür auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft nicht im Wege zu stehen. «Damit könnte ich mich anfreunden», meinte Klaus Allofs verschmitzt. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Manchester/Udine ) (Quelle: )