20.07.2009 | Sport FIA-Chefposten: Der Wahlkampf tobt

Der Wahlkampf um den Chefposten des Internationalen Automobilverbandes FIA ist in vollem Gange. Kandidat Ari Vatanen übte in einem Interview mit dem Internet-Magazin «422race» deutliche Kritik an der FIA und Max Mosleys Wunschkandidaten Jean Todt.

FIA-Chefposten: Der Wahlkampf tobt
Ari Vatanen ist sich der Unterstützung des deutschen und französischen Automobilverbandes sicher.
Der Wahlkampf um den Chefposten des Internationalen Automobilverbandes FIA ist in vollem Gange.

Kandidat Ari Vatanen übte in einem Interview mit dem Internet-Magazin «422race» deutliche Kritik an der FIA und Max Mosleys Wunschkandidaten Jean Todt. «Ich muss sagen, auch wenn Jean ein guter Freund von mir ist, dass die FIA kein Königreich ist, in dem der König seine Macht übergibt. Es ist falsch, Jean als Thronfolger zu präsentieren», meinte der Finne, der zudem behauptete, dass die FIA die Kampagne Todts finanziere.

Sollte Todt das Amt übernehmen, würde sich nichts ändern. «Das wäre eine so große Ungerechtigkeit gegenüber der großen Mehrheit, die eine erneuerte, faire und transparente FIA haben will, auf die sie stolz sein kann.» Der ehemalige Rallye-Weltmeister fragte anschließend: «Wer kann heutzutage auf die FIA stolz sein?» Die Antwort aus seiner Sicht: «Nicht viele Leute, außer denen, die davon profitieren.» Vatanen meinte, dass neben den beiden großen spanischen Automobilclubs, unter anderem auch der ADAC hinter ihm stehe vor der Wahl am 23. Oktober.

ADAC-Motorsport-Präsident Hermann Tomczyk hatte sich allerdings beim Motorrad-Grand-Prix von Deutschland auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal auf keinen Kandidaten festlegen wollen. Der ADAC und der Deutsche Motorsport-Bund DMSB würden derzeit die Programme der beiden Kandidaten prüfen. Man werde sich in absehbarer Zeit entscheiden, meinte FIA-Vizepräsident Tomczyk. Er selbst will sich nicht um das Amt bewerben.

Vatanen betonte, dass er sich keineswegs als Handlanger der Teamvereinigung FOTA versteht. «Ich bin definitiv keine Puppe der FOTA», sagte der Finne. Er sei nicht deren Vertreter. Es gebe ein Bereich, in dem die FIA absolut unabhängig sein müsse, dabei gehe es um die Sicherheitsmaßnahmen und -regeln. (Quelle: Hamburg (dpa/lby))