27.06.2009 | Sport Gold für Hoff und Canadier-Vierer - «Geil»

Zweimal Gold, dreimal Silber, einmal Bronze: Die deutschen Kanuten haben bei der Heim-EM in Brandenburg über die 1000 Meter kräftig abgeräumt.

Gold für Hoff und Canadier-Vierer - «Geil»
Max Hoff jubelt nach seinem Sieg im K1 Finale über 1000 Meter.
Zweimal Gold, dreimal Silber, einmal Bronze: Die deutschen Kanuten haben bei der Heim-EM in Brandenburg über die 1000 Meter kräftig abgeräumt.

Herausragend waren auf der Naturregattastrecke Max Hoff im Kajak-Einer mit seinem Premieren-Titel sowie der Canadier-Vierer, der ebenfalls zu schnell für die Konkurrenz war. Silber fuhren Sebastian Brendel im Canadier-Einer, Franziska Weber im Kajak-Einer und der Canadier-Zweier mit Tomasz Wylenzek und Erik Leue ein. Bronze ging an Sebastian Lindner und Norman Zahm im Kajak-Zweier. «Ich bin sehr zufrieden, das sind mehr Medaillen als ich erhofft hatte», sagte Bundestrainer Reiner Kießler. Am Freitag hatte die deutsche Flotte schon zweimal Gold, viermal Silber und einmal Bronze gewonnen.

Größten Respekt zollten alle dem 26 Jahre alten Kölner Max Hoff. Als Wildwasser-Kanute war der Biologiestudent schon Welt- und Europameister, nun durfte er auch bei den Rennsportlern zur Nationalhymne ganz oben auf dem Podest Platz nehmen. «Ich habe mich gezwungen, mein Rennen zu fahren. Ich bin voll zufrieden», blieb er nach dem größten Erfolg in der neuen Sparte sehr sachlich. Dabei hatte er nach einem taktisch starken Rennen gerade eine jahrelange Durststrecke im Kajak-Einer beendet und den ersten 1000-Meter-EM-Titel seit dem von Lutz Liwowski vor acht Jahren geholt. «Max ist auf einem guten Weg», sagte Kießler über den «Pfundskerl» und «kompletten Athleten».

Nachdem der Kajak-Vierer der Herren auf Platz vier klar hinter den Erwartungen geblieben war, setzte der Canadier-Vierer zum Abschluss des zweiten Finaltages den versöhnlichen Schlusspunkt. «Das war das i-Tüpfelchen», staunte Kießler nach dem Erfolg, den Thomas Lück als «Kapitän» des Bootes einfach nur «geil» fand. Mit ihm paddelten Chris Wend, Ronald Verch und Erik Rebstock zum Titel.

Der dreimalige Olympiasieger Andreas Dittmer wurde am Rande der EM offiziell verabschiedet, Brendel als sein Nachfolger hinterließ als Zweiter im Canadier-Einer einen starken Eindruck. «Ich bin super zufrieden, das Rennen habe ich mir klasse eingeteilt», fand der 21- Jährige. Lange nach dem Rennen stand er mit Dittmer auf dem Bootssteg und lauschte in seinem Sportlerdress den Worten des fein gekleideten langjährigen Seriensiegers. «Das war eine sehr schöne Leistung von Sebastian», lobte der 37-Jährige.

Nach dem Rennen standen Franziska Weber die Freudentränen in den Augen, dabei hatte das Finale im Kajak-Einer mit einer gehörigen Portion Frust begonnen. Irritiert durch ein Signal dachte die 20-Jährige, das Rennen sei wegen eines Fehlstarts unterbrochen. «Ich weiß nicht, ob ich es laut gesagt hab, aber in den Gedanken war es: Scheiße», schilderte die Potsdamerin, die dann aber trotz verspätetem Starts auf den Silberrang vorschoss. Einem Rüffel der Trainer für den verschlafenen Start beugte sie vor. «Sie hat sich schon entschuldigt und weiß, dass es blöd ist, einfach stehen zu bleiben.» (Quelle: Brandenburg (dpa/lby))