13.03.2009 | Sport HSV bangt - Jol: «Schlechte Ausgangsposition»

In der Meisterschaft an Boden verloren, im UEFA- Pokal vor dem Ausder in dieser Saison auf Trophäen fokussierte Hamburger SV bekommt weiche Knie.

HSV bangt - Jol: «Schlechte Ausgangsposition»
Hamburgs Trainer Martin Jol hätte einen hohen Sieg lieber gehabt.
In der Meisterschaft an Boden verloren, im UEFA- Pokal vor dem Ausder in dieser Saison auf Trophäen fokussierte Hamburger SV bekommt weiche Knie.

Nach dem 1:1 im UEFA-Cup-Heimspiel gegen den türkischen Meister Galatasaray Istanbul beurteilt der Fußball-Bundesligist seine Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale selbst skeptisch. «Das ist eine schlechte Ausgangsposition», lautet die nüchterne Einschätzung von Trainer Martin Jol. Torschütze Marcell Jansen beklagt die ausgelassenen Chancen und befürchtet: «Das kann tödlich sein im K.o.-System.»

Nach den empfindlichen Ohrfeigen in der Bundesliga (1:3 gegen Wolfsburg, 1:4 beim Tabellenletzten Mönchengladbach) hat der selbst ernannte Meisterschaftskandidat HSV offenbar Angst vor weiterer Prügel. Das Team, das als einziges aus der deutschen Elite-Liga noch in drei Wettbewerben Titelchancen hat, präsentiert sich derzeit verunsichert. Vor allem der permanente Umbau der Vierer-Abwehrkette, zu dem Jol wegen anhaltenden Verletzungspechs gezwungen ist, raubt der Mannschaft Stabilität und Selbstsicherheit. «Wir haben in der ersten Halbzeit keinen Fußball gespielt», grollt Jol.

Sogleich begann der Niederländer jedoch mit der mentalen Aufbau- Arbeit. «Galatasaray ist eine gute Mannschaft. Die sind aber nicht besser als wir», bekennt Jol und schürt Hoffnung: «Ich habe gehört, dass sie auswärts stärker spielen als zu Hause.» Janssen pflichtet seinem Trainer bei: «Wir haben noch Chancen. Bordeaux hat dort auch drei Tore geschossen.» Was er verschweigt: Die drei Treffer nutzten den Franzosen nichts, da sie auch vier Tore kassierten und damit aus dem Wettbewerb flogen.

Obwohl der erste Einzug ins Viertelfinale nach 19 Jahren bedenklich auf der Kippe steht, gibt sich der ranghöchste HSV- Repräsentant völlig gelassen. «Unsere Mannschaft wird damit gut umgehen können», versichert Vereinschef Bernd Hoffmann, der seinem Team so sehr vertraut, dass er vorm Rückspiel «ganz entspannt in den Ski-Urlaub» fährt.

Galatasarsay, das von 12 000 Anhängern in der HSV-Arena mit lautstarken Gesängen und bengalischem Feuer unterstützt wurde, sieht sich bereits im Viertelfinale. «Genau wie im Jahr 2000», titelt die Sportzeitung «Fanatika» und erinnert an den Gewinn des UEFA-Pokals vor neun Jahren. Das Blatt «Hürriyet» jubelt: «Der Weg nach Kadiköy ist frei». Im Stadion des ungeliebten Lokalrivalen Fenerbahce Istanbul wird am 20. Mai das Finale ausgetragen.

Baris Özbek, der in Castrop-Rauxel geborene deutsche U-21- Nationalspieler in den Reihen des türkischen Meisters, haderte mit dem Schiedsrichter. Emre Asik hatte wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen, er selbst Gelb. «Beide Karten waren viel zu hart», zürnte Özbek, der zugleich bekannte, eigentlich schon in Hamburg mit einem Sieg gerechnet zu haben. Galatasary-Präsident Adnan Polat tröstete Özbek: «Wir werden den Job nun in Istanbul erledigen.» (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Hamburg ) (Quelle: )