04.08.2009 | Sport HSV mit blauem Auge davongekommen - Stolze Fortuna

Nach der im letzten Moment verhinderten Blamage blickte Bruno Labbadia gelassen dem Bundesliga-Start entgegen. «Das war ein wichtiger Abend für uns.

HSV mit blauem Auge davongekommen - Stolze Fortuna
Der Hamburger Torhüter Frank Rost (m) feiert den Sieg des HSV mit seinen Kollegen.
Nach der im letzten Moment verhinderten Blamage blickte Bruno Labbadia gelassen dem Bundesliga-Start entgegen.

«Das war ein wichtiger Abend für uns. Ich habe Dinge gesehen, an denen wir noch arbeiten müssen», sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV nach dem Einzug in die 2. DFB-Pokalrunde. Dabei sind die Hanseaten jedoch nur um Haaresbreite an einer peinlichen Schlappe vorbeigeschrammt. Vier Tage nach dem erfolgreichen Einstand in der Europa League benötigte der HSV bei Zweitliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf nach einer begeisternden Pokalpartie ein Elfmeterschießen, um am Ende mit 4:1 als Sieger vom Platz zu gehen. Nach 120 Minuten hatte es 3:3 gestanden.

«Natürlich wollten wir das Spiel in 90 Minuten nach Hause bringen. Da sind wir dann noch mal mit einem blauen Auge davongekommen», sagte HSV-Profi Mladen Petric, der sein Team zwar früh in Führung bringen konnte. Doch bis zur Pause hatten die tapfer kämpfenden Düsseldorfer die Partie durch Oliver Fink und ein Eigentor von Jerome Boateng gedreht, ehe Piotr Trochowski zunächst per Fernschuss den Ausgleich und in der Verlängerung mit einem Foulelfmeter das 3:2 für die Hamburger erzielt hatte. Wenige Sekunden vor Ende der Partie gelang Fortunas Kapitän Andreas Lambertz dann der umjubelte Ausgleich.

Neben Trochowski durften sich die Gäste bei ihrem Torhüter Frank Rost bedanken, der gleich zwei Elfmeter parieren konnte und damit die Pleite vom verlorenen Elfmeterschießen im Halbfinale gegen Werder Bremen im vergangenen Wettbewerb vergessen machte. «Das war heute schwierig für uns, wir sind für unsere Fehler eiskalt bestraft worden, aber dann haben wir uns wieder zurück gekämpft. Ich hoffe jetzt, dass wir eine gute Saison spielen», meinte der HSV-Keeper, der die Elfmeter von Sebastian Heidinger und Olivier Caillas abwehrte.

Für die Düsseldorfer war es trotz der unglücklichen Niederlage ein großer Fußballabend. «Wir haben uns eindrucksvoll im Profi-Fußball zurückgemeldet», so Mittelfeldspieler Caillas. Vor 35 400 Besuchern betrieb der zehn Jahre lang in den Niederungen der Unterklassigkeit dümpelnde Club erfolgreich Eigenwerbung für die kommende Zweitliga-Saison. «Wir haben uns mit einem Fußballfest in die Saison gemeldet. Das ist fantastisch und eine Bestätigung dafür, dass die Mannschaft mehr als auf dem richtigen Weg ist», befand Clubchef Peter Frymuth.

Auch Trainer Norbert Meier war stolz auf die Leistung seiner Truppe. «Die absolute Sensation hat zwar gefehlt, aber die Zuschauer sind zufrieden nach Hause gegangen», sagte der Fortuna-Trainer. Die Stimmung in der Düsseldorfer Arena war dementsprechend. «So etwas habe ich noch nicht erlebt. Ich hatte Gänsehaut», sagte Torschütze Fink. Dennoch zählt für den Aufsteiger in erster Linie die Zweitliga-Saison. «Das war heute eine schöne Rand-Geschichte», meinte Torhüter Michael Melka. (Quelle: Düsseldorf (dpa/lby))