17.04.2009 | Sport HSV-Trainer Jol ohne Triple-Träume

Drei Titel sind für den Hamburger SV nach dem Thriller von Manchester weiter drinvon Triple-Träumen will Trainer Martin Jol aber nichts wissen.

HSV-Trainer Jol ohne Triple-Träume
HSV-Trainer Martin Jol (r) jubelt über das Erreichen des UEFA-Cup-Halbfinals.
Drei Titel sind für den Hamburger SV nach dem Thriller von Manchester weiter drinvon Triple-Träumen will Trainer Martin Jol aber nichts wissen.

«So wie die Bayern früher, dass man alles gewinnt, das geht vielleicht nicht», sagte der Niederländer nach der süßesten Niederlage der Saison. Stattdessen würde Jol notfalls sogar auf die deutsche Meisterschaft oder den Sieg im UEFA-Pokal verzichten, würde man ihm vor dem Vierfach-Knaller gegen Werder Bremen den Triumph im nationalen Cup-Wettbewerb garantieren. «Wenn die jetzt sagen würden, ihr gewinnt den DFB-Pokal, dann würde ich sofort sagen: 'Ja'», meinte der Fußball-Lehrer nach dem 1:2 (1:1) bei Manchester City, das den Hanseaten nach dem 3:1-Erfolg im Hinspiel zum knappen Einzug in die Runde der letzten Vier reichte.

Vor den Wochen der Wahrheit weiß Jol, wie sehr die HSV-Anhänger, die den 53-Jährigen nach Spielende mit «Wir wollen den Trainer sehen»-Sprechchören feierten, das Ende von 22 titellosen Jahren herbeisehnen: «Ich finde es sehr wichtig für unsere Fans, dass wir etwas gewinnen.» Dass dabei ausgerechnet der Nordrivale aus Bremen für den Bundesliga-Dino zum Schicksalsgegner wird, erachtet Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer vor den vier Derbys binnen 19 Tagen als «total egal». Ähnlich sieht es Jol, der vor dem Auftakt der Werder-Wochen im Halbfinale des DFB-Pokals versprach: «Da sind wir alle wieder mit hundert Prozent bei der Sache.»

Das waren sein Profis auch bei der Nervenschlacht in Manchester, in der sich der HSV lange nicht sicher sein konnte, erstmals seit dem Gewinn des Landesmeister-Cups 1983 wieder ein internationales Semifinale zu erreichen. Denn die Citizens ließen sich von der frühen Führung durch Paolo Guerrero (12. Minute) keineswegs verunsichern und kamenunterstützt von ihren fanatischen Fans und dem unsicheren Referee Nicola Rizzoli (Italien)durch Elano (16./Handelfmeter) und Felipe Caicedo (50.) schnell wieder heran. Mehrmals musste der starke Torhüter Frank Rost eingreifen, um das 3:1 zu verhindern. «Es stand auf des Messers Schneide», gab Beiersdorfer zu, der wie alle Hamburger froh war, dass zwei Freistöße des überragenden Elano nur ans Aluminium knallten.

So aber konnten die Hanseaten ihren beeindrucken Lauf fortsetzenteilweise zu ihrer eigenen Überraschung. Hätten die HSV-Profis vor der Saison gesagt, ins Halbfinale vom DFB-Pokal und vom UEFA-Cup einziehen zu wollen, «dann hätten die uns wahrscheinlich zum Psychiater geschickt», scherzte Kapitän David Jarolim.

Dass sein Team wieder einmal den Ausfall zahlreicher Profis kompensierte und trotz der hitzigen Atmosphäre im Manchester-Stadion voller «Intensität und Dynamik» den Kampf annahm, imponierte Jol. Vor allem für die jungen Spieler wie Dennis Aogo, Jerome Boateng oder Jonathan Pitroipa sei eine derartige Erfahrungauch im Hinblick auf den spannenden Saison-Endspurthilfreich: «Wenn man solche Spiele macht, wird man immer stärker», sagte der Niederländer, der trotz des überzeugenden Heim-Auftritts der Engländer das Weiterkommen seiner Elf als verdient einstufte: «Über zwei Spiele waren wir besser.»

Bevor es nun viermal zum «ewigen Duell» gegen Werder kommt, müssen die Hanseaten zunächst in der Liga gegen Hannover 96 bestehen, wollen sie im Titelrennen weiter mitmischen. Vor dem kleinen Nordderby forderte Nationalspieler Marcell Janssen angesichts der zahlreichen Langzeitverletzten einen weiteren Kraftakt: «Wir müssen versuchen den Schweinehund zu überwinden.» (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Manchester ) (Quelle: )