19.04.2009 | Sport Juve bremst Inter auf Weg zum 17. Meistertitel

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Verfolger Juventus Turin trotzte Inter Mailand im Spitzenspiel der italienischen Fußballliga trotz Unterzahl in letzter Minute zwar ein 1:1 ab, seine 17. Meisterfeier kann der Titelverteidiger dennoch schon planen.

Juve bremst Inter auf Weg zum 17. Meistertitel
Javier Aldemar Zanetti (l) von Inter Mailand im Duell mit Sebastian Giovinco von Juventus Turin.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Verfolger Juventus Turin trotzte Inter Mailand im Spitzenspiel der italienischen Fußballliga trotz Unterzahl in letzter Minute zwar ein 1:1 ab, seine 17. Meisterfeier kann der Titelverteidiger dennoch schon planen.

Sechs Spieltage vor Ende der Serie A führt Inter (74 Punkte) praktisch uneinholbar mit zehn Zählern Vorsprung. Der AC Mailand besiegte den AC Turin dank drei Toren von Filippo Inzaghi mit 5:1 und schob sich punktgleich mit den Turinern an die zweite Stelle.

Der vierte «Scudetto» in Folge ist nur noch eine Frage der Zeit, räumte auch Inter-Trainer José Mourinho ein: «Jetzt gehen wir auf die Zielgerade», sagte der Portugiese im Turiner Olympiastadion. «Juve mit Herz, Inter vor dem Titelgewinn», titelte der «Corriere dello Sport».

«Wir haben bewiesen, dass wir die beste Mannschaft der Liga sind», tönte Mourinho nach dem Unentschieden in Turin. Von Enttäuschung war bei dem oft unwirschen Coach keine Spur, obwohl sein Team im Duell mit dem großen Rivalen den Sack schon hätte zumachen können. Die Gäste waren nach einem Konter durch Marco Balotelli in der 64. Minute mit 1:0 in Führung gegangen. 12 Minuten später flog dann auch noch der Turiner Tiago vom Platz.

Als Juves Heimpleite gegen den verhassten Konkurrenten schon besiegelt schien, schlugen die Turiner mit Willensstärke und Kampf aber noch einmal zurück. In der Nachspielzeit glich der eingewechselte Tscheche Zdenek Grygera per Kopf aus. «Was für ein Stolz, was für ein Charakter», staunte das Turiner Sportblatt «Tuttosport».

«In dieser Situation unentschieden zu spielen, ist ein gutes Ergebnis. Wir verlieren nie unseren Stolz», lobte Juve-Trainer Claudio Ranieri sein Team. Mourinho verabschiedete Ranieri per Handschlag, obwohl sich der mit fast allen Trainerkollegen im Clinch liegende Portugiese auch über ihn der Vergangenheit abschätzig geäußert hatte. Während seiner Zeit in der englischen Premier League habe Ranieri nie vernünftig Englisch gelernt, spottete Mourinho im vergangenen Jahr.

In der ohnehin hitzigen Atmosphäre in Turin hielt sich Mourinho im Gegensatz zu einigen Turiner Fans diesmal zurück. Die Anhänger provozierten den farbigen Balotelli mit rassistischen Sprechchören, bis der die Nerven verlor, Gelb sah und von Mourinho vorsichtshalber ausgewechselt wurde. «Von rassistischen Sprechchören darf er sich nicht beeindrucken lassen», kritisierte Mourinho den 18-Jährigen, der als Adoptivkind auf Sizilien aufgewachsen ist: «Ich bin mehr Italiener als diese Fans», sagte Balotelli nach dem Spiel.

Hinter dem Spitzentrio fielen die Verfolger am 32. Spieltag zurück: Der Tabellenvierte FC Genua (57) unterlag zu Hause Lazio Rom mit 0:1. Der AC Florenz (55) verlor mit 1:3 in Udine, das sich von dem K.o. im UEFA-Pokal gegen Werder Bremen unbeeindruckt zeigte. Vize-Meister AS Rom (52) machte Boden gut. Im Olympiastadion schoss Kapitän Francesco Totti den Tabellensechsten per Elfmeter zum 3:2-Sieg gegen US Lecce und damit zurück ins Rennen um den Einzug in die Champions League. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Turin ) (Quelle: )