03.08.2009 | Sport Keine Testausnahme für «Schumi»

Ausgebremst: Rekordweltmeister Michael Schumacher kann sich nicht wie erhofft im aktuellen Ferrari auf sein Comeback in der Königsklasse vorbereiten. Das britische Williams-Team mit Nico Rosberg hat sein Veto ebenso eingelegt wie Sebastian Vettels Red-Bull-Team.

Keine Testausnahme für «Schumi»
Michael Schumacher in Budapest nach seinem Besuch bei Felipe Massa.
Ausgebremst: Rekordweltmeister Michael Schumacher kann sich nicht wie erhofft im aktuellen Ferrari auf sein Comeback in der Königsklasse vorbereiten. Das britische Williams-Team mit Nico Rosberg hat sein Veto ebenso eingelegt wie Sebastian Vettels Red-Bull-Team.

«Während wir Michael Schumachers Rückkehr in die Formel 1 begrüßen, ist es nun mal Fakt, dass jede Form von Tests in der Saison strikt verboten ist», erklärte Teamchef Sir Frank Williams der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wir kommentieren das nicht», sagte ein Ferrari-Sprecher dazu.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner sagte der dpa: «Ich bin mir sicher, dass Michael Schumacher, der siebenmaliger Weltmeister ist und 91 Rennen gewonnen hat, keine Probleme haben wird auf Tempo zu kommen.» Auch Red Bulls Schwesterteam Toro Rosso - beide im Besitz von Dietrich Mateschitz - dürfte den Antrag ablehnen.

Zumal ausgerechnet Toro-Rosso-Neuling Jaime Alguersuari (19 Jahre), der in Ungarn erstmals in einem Formel-1-Rennwagen gefahren ist, auch nicht vorher testen durfte. «Williams F1 sieht keinen Unterschied zwischen Alguersuaris und Schumachers Situation und denkt, dass jede Abweichung von der Regel einen Präzedenzfall für die Zukunft schaffen würde», begründete Williams sein «No»: «Zum Wohle der Beständigkeit und Fairness lehnen wir daher Ferraris Antrag ab, vor dem Großen Preis von Europa zu testen.» Für eine Ausnahme hätten alle Konkurrenz-Rennställe Grünes Licht geben - Tests sind in dieser Saison während der Meisterschaft aus Kostengründen untersagt.

Red-Bull- und Toro-Rosso-Besitzer Dietrich Mateschitz sagte laut «autosport.com», dass man für Alguersuari ebenfalls wegen einer Extraerlaubnis nachgefragt habe, diese aber abgelehnt worden sei. «Warum sollten wir danach also einer Ausnahme für einen siebenmaligen Weltmeister zustimmen?», meinte Mateschitz. Die Scuderia hatte die Rivalen am 31. Juli angeschrieben und um eine Sondererlaubnis für Schumacher gebeten.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hatte sich in aller Deutlichkeit für eine Sondererlaubnis und damit eine «Lex Schumacher» ausgesprochen. «Würde es nach mir gehen, könnte Michael zwei Wochen und nicht nur einen Tag testen. Alle seine Rivalen haben mehr Erfahrung und Kilometer in den neuen Autos», hatte Haug erklärt.

Williams verwies dagegen auf das eindeutige Reglement des Internationalen Automobilverbandes FIA, das von allen Teams eingehalten werden müsse. In einer vergleichbaren Situation - Schumacher soll vom Großen Preis von Europa (23. August) an für den verunglückten Felipe Massa fahren, bis dieser wieder fit ist - würde Williams ohne zu zögern den derzeitigen Testfahrer einsetzen. Bei Ferrari sind dies Luca Badoer und Marc Gené. Die Entscheidung fiel aber auf den 250-maligen Grand-Prix-Teilnehmer (91 Siege) aus Kerpen.

Schumacher muss nun bei seinen weiteren Tests mit einem älteren Modell vorlieb nehmen. So wie am Freitag, als er mit einem F2007 in Mugello erstmals seit April 2008 wieder Runden in einem Formel-1- Rennauto drehte. Wie der Ferrari-Sprecher der dpa mitteilte, sind in der laufenden Woche keine weiteren Fahrten geplant. Schumacher absolviere aber sein normales Fitness-Programm.

Der siebenmalige Weltmeister will aus Verbundenheit zu Ferrari - mit der Scuderia gewann er von 2000 bis 2004 fünf seiner sieben WM-Fahrertitel - für Massa einspringen. Seinen bis dato letzten Grand Prix bestritt der mittlerweile 40-Jährige am 22. Oktober 2006 in Sao Paulo. Schumacher absolviert derzeit ein detailliertes Vorbereitungsprogramm, um sich in Topform zu bringen - und um von den Ärzten das Okay zu bekommen. (Quelle: Hamburg (dpa/lby))