19.04.2009 | Sport Klinsmann schöpft Mut: Sieg im zweiten «Endspiel»

Jürgen Klinsmann und Uli Hoeneß lagen sich innig in den Armen. Beim entscheidenden Treffer von Luca Toni (64.) entlud sich die Anspannung der vergangenen Tage.

Klinsmann schöpft Mut: Sieg im zweiten «Endspiel»
Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann (l) gibt nach dem Schlusspfiff Uli Hoeneß die Hand.
Jürgen Klinsmann und Uli Hoeneß lagen sich innig in den Armen. Beim entscheidenden Treffer von Luca Toni (64.) entlud sich die Anspannung der vergangenen Tage.

Nach dem glanzlosen 1:0 (0:0)-Arbeitssieg von Bayern München über Arminia Bielefeld kehrte das für den Fußball-Lehrer typische, aber verloren gegangene Lächeln zurück. «Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen», kommentierte der zum Siegen verdammte Bayern-Coach. Das zur weiteren Aussöhnung mit den zuletzt aufgebrachten Fans nötige Erfolgserlebnis nahm auch dem zuletzt schweigsame Manager Hoeneß die Sorge vor weiteren Turbulenzen: «Uns wird von Außen erzählt, dass bei uns Chaos herrscht und wir eine katastrophale Saison spielen. Ich sehe das nicht so.»

Eine Woche nach dem Heimerfolg über Frankfurt betrieben die Münchner auch im zweiten Bundesligaspiel nach der vieldiskutierten 0:4-Schmach von Barcelona Wiedergutmachungzumindest was das Ergebnis anbetrifft. Ungewöhnlich ausgelassen bejubelte Klinsmann den erlösenden Siegtreffer. Der Erfolg stimmte den in die Kritik geratenen Coach versöhnlich. Angesichts der vielen zurückliegenden englischen Wochen spendierte er den Profis einen trainingsfreien Sonntag, damit sie für das nächste «Endspiel» um seinen Verbleib beim FC Bayern gegen Schalke 04 am kommenden Samstag Kraft tanken können: «Wir bleiben dran. Wir wollen Deutscher Meister werden, und wir werden deutscher Meister», sagte er kämpferisch.

Nicht nur das 1:0 in Bielefeld, sondern auch das Restprogramm bestärkt die Münchner in ihrem Glauben an eine erfolgreiche Aufholjagd. Neben zwei lösbaren Aufgaben in Cottbus und Hoffenheim stehen noch vier Partien vor heimischer Kulisse an. Deshalb erklärte Hoeneß den FC Bayern kurzerhand zum Sieger im Fernduell mit Spitzenreiter VfL Wolfsburg, obwohl der Abstand weiterhin drei Punkte beträgt: «Wir haben jetzt wieder ein Auswärtsspiel mehr gemacht, Wolfsburg ein Heimspielinsofern sind unsere Meisterchancen ein klein bisschen größer geworden.»

Die bis zur Führung augenscheinlichen spielerische Mängel bereiteten niemandem Sorge. Vielmehr wertete Nationalspieler Philipp Lahm den Auftritt in Bielefeld als Indiz für ein intaktes Betriebsklima: «Das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft ist gut, das hat man heute gesehen.» Immerhin rang der Rekordmeister die aufopferungsvoll kämpfende, aber spielerisch limitierte Arminia auch ohne große Kreativität in die Knie. Für Fragen nach dem stockenden Spielfluss brachte auch Bastian Schweinsteiger wenig Verständnis auf: «Wichtig ist nicht, dass wir schön spielen, sondern das wir gewinnen.»

Ähnliche Erfolgserlebnisse bleiben den Bielefeldern seit Wochen verwehrt. Die vierte Niederlage ihn Serie bereitete Michael Frontzeck Kopfzerbrechen. «Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir die Nerven behalten», klagte der Trainer des Tabellen-15., der am kommenden Sonntag zum möglicherweise vorentscheidenden Duell beim nur einen Punkt entfernten Drittletzten Borussia Mönchengladbach antreten muss. Die Leistung seines Teams gegen den Branchenführer aus München stimmte ihn jedoch zuversichtlich für die schwere Aufgabe gegen den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf: «Die Mannschaft ist okay, was die spielerische Leistung betrifft. Aber die Ergebnisse sind leider nicht okay.» (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Bielefeld ) (Quelle: )