16.04.2009 | Sport Konkurrenz einig: «Button klarer WM-Favorit»

Nach der Legalisierung des Doppel-Diffusors dürfte den bärenstarken «Brawnies» mit Doppelsieger Jenson Button als Leitfigur vorerst kaum Gefahr im Titelrennen drohen.

Konkurrenz einig: «Button klarer WM-Favorit»
Jenson Button zeigt sich in Shanghai gut gelaunt.
Nach der Legalisierung des Doppel-Diffusors dürfte den bärenstarken «Brawnies» mit Doppelsieger Jenson Button als Leitfigur vorerst kaum Gefahr im Titelrennen drohen. «Button ist klarer WM-Favorit», urteilte das deutsche Formel-1-Fahrertrio Nick Heidfeld, Nico Rosberg und Timo Glock in Shanghai unisono. Selbst wenn die Konkurrenten nun in Tag-und-Nachtschichten an Lösungen tüfteln, scheint die Vormachtstellung des cleveren Emporkömmlings BrawnGP bis auf weiteres zementiert.

«Das kann die Entscheidung des Jahres sein», urteilte Heidfeld, dessen BMW-Sauber-Team neben Ferrari, Renault und Red Bull den abgeschmetterten Protest gegen den Unterboden von BrawnGP, Toyota und Williams eingelegt hatte. «Für einige ist der WM-Zug abgefahren.» Rosberg rechnet beispielsweise damit, dass McLaren- Mercedes mit Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) nicht mehr um den Titel fahren könne. Den anderen Top-Teams Ferrari und BMW traut der 23 Jahre alte Williams-Pilot aus Wiesbaden zu, noch in die WM-Entscheidung einzugreifen.

Zumindest beim Großen Preis von China droht dem Establishment nach der juristischen Niederlage im Streit um den Doppel-Diffusor die nächste sportliche Ohrfeige durch den neuen Überflieger BrawnGP. Der bislang zweimal siegreiche Button will mit einem Hattrick auf dem Shanghai International Circuit seinen WM-Vorsprung ausbauen. «Ich bin natürlich darüber entzückt, wie es bislang gelaufen ist», sagte der 29 Jahre alte Brite. «Unsere Kontrahenten legen aber nicht ihre Hände in den Schoß und wir müssen hart kämpfen, um unsere Erfolge fortzusetzen».

Vor dem dritten Saisonlauf führt Button die WM-Wertung mit 15 Punkten vor seinem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello (10) an. Das Toyota-Duo Jarno Trulli (8,5) und Glock (8) folgt dahinter. McLaren-Mercedes, BMW-Sauber und Ferrari, das in dieser Saison überhaupt nicht in die Gänge kommt, bleibt nur die vage Hoffnung auf einen Schwächeanfall der «Brawnies» sowie der durch den «magischen» Unterboden ebenfalls beflügelten Konkurrenten Toyota und Williams.

Für Heidfeld ist Buttons Rolle als neue Nummer 1 nur logisch. «Er hat die beiden bisherigen Rennen gewonnen und der Unterboden ist legal», sagte der 31 Jahre alte Mönchengladbachers. Rosberg räumt auch Barrichello im zweiten BrawnGP Titelchancen ein: «Rubens kann ein Wörtchen mitreden.» Aber auch für sich selbst bzw. ihre Teams sehen die drei Deutschen noch Chancen, allerdings nur, wenn sie schnellstmöglich den Rückstand auf BrawnGP wettmachen könnten.

Glock, der sich wie Rosberg logischerweise über das Okay der Richter freute, sagte: «BrawnGP liegt ein Stück vorn, aber es sind erst zwei Rennen gefahren.» Und in leichter Abwandlung des Toyota-Mottos fügte der Odenwälder an: «Es wird schwierig, Button zu schlagen. Aber alles ist möglich.» Heidfeld erklärte, er habe mit der Legalisierung des Doppel-Diffusors gerechnet, aber «das hat mich natürlich geärgert». Die Absegnung dieses Unterboden bringe sein Team «in eine schwierige Situation im WM-Kampf». Um auf Augenhöhe mit BrawnGP, Toyota und Williams fahren zu können, reiche es nicht, den Doppel-Diffusor einfach zu kopieren.

Rosberg geht davon aus, dass die anderen Teams einige Zeit benötigen, um diesen technischen Rückstand wettmachen zu können: «Man kann den Diffusor ja nicht einfach ranschrauben. Zudem entwickeln wir auch weiter.» Angeblich bringt dieser technische Kniff bis zu 0,5 Sekunden pro Runde. Der zweimalige Champion Fernando Alonso (Spanien) rechnet mit «mehreren Monaten und erheblichen Kosten», bis der Rest zur «Doppel-D»-Fraktion aufschließen könne. Allerdings sollen sein Renault-Rennstall und McLaren-Mercedes schon in Shanghai mit einer ersten derartigen Variante antreten.

Sebastian Vettel (Heppenheim) betonte: «Diese Nachrüstung ist keine einfache Aufgabe. Das ist komplexer, als man sich vorstellt.» Trotz dieses enormen Nachteils bleibt der Red-Bull-Pilot gelassen: «Es sind noch viele Rennen. Für BrawnGP ist noch nichts gewonnen, für die anderen noch nichts verloren.» (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Shanghai ) (Quelle: )