03.08.2009 | Sport Massa-Lob für Schumacher: «Weiß, wie man gewinnt»

Noch bevor Felipe Massa nur neun Tage nach seinem schweren Unfall von Budapest in seine brasilianische Heimat zurückflog, schwärmte er in den höchsten Tönen von seinem Ersatzmann Michael Schumacher.

Massa-Lob für Schumacher: «Weiß, wie man gewinnt»
Felipe Massa wird in Budapest auf einer Trage in das Flugzeug gebracht.
Noch bevor Felipe Massa nur neun Tage nach seinem schweren Unfall von Budapest in seine brasilianische Heimat zurückflog, schwärmte er in den höchsten Tönen von seinem Ersatzmann Michael Schumacher.

«Er weiß, wie man gewinnt, er weiß, wie man fährt, und er ist großartig: Es war die beste Entscheidung, das Auto einem so fantastischen Menschen zu geben», sagte Massa in einem von Ferrari veröffentlichten Interview. Seinen Rat habe Schumacher gar nicht nötig. «Er war es, der mir viele Tipps während meiner Karriere gegeben hat, als wir zusammen gefahren sind», erklärte der Formel-1-Pilot.

Während Schumacher sich weiter auf sein Comeback beim Großen Preis von Europa in knapp drei Wochen (23. August) vorbereitet, erholt sich Massa zu Hause von dem Horror-Crash am 25. Juli in der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn. «Viele Dingen sind in den vergangenen Tagen passiert und ich möchte zurückkehren ins normale Leben», erklärte Massa, der zwar weiß, was auf dem Hungaroring geschehen ist, aber nur, weil es ihm die Ärzte erzählt haben. «Es ist ein komisches Gefühl. Ich weiß genau, was passiert ist, dass eine Metallfeder von Rubens' Auto mich am Helm getroffen hat. Ich weiß, dass etwas mit mir passiert ist, aber ich habe in dem Moment nichts gespürt.» Die Ärzte im Militär-Hospital in Budapest hatten den 28-Jährigen zwei Tage lang im künstlichen Koma gehalten.

«Als erstes möchte ich Gott danken», sagte Massa. Sein Dank gelte auch den Medizinern des AEK-Krankenhauses, «die viel für mich getan haben», und Leibarzt Dino Altmann, «der mit meiner Familie aus Brasilien gekommen und ganz außergewöhnlich in den vergangenen Tagen war». Dann wandte sich der Vize-Weltmeister an die «Ferrari-Familie. Sie waren großartig, sie haben uns in jeder erdenklichen Hinsicht geholfen und es ist großartig, ein Teil dieser Gruppe zu sein.»

Neun Tage, nachdem ihn die Metallfeder von Rubens Barrichellos Brawn-Mercedes am Helm getroffen hatte und er mit 190 Stundenkilometer in die Reifenstapel gekracht war, fühlt sich Massa sehr viel besser. «Und ich möchte mich so schnell wie möglich erholen, um mich wieder hinters Steuer eines Ferrari zu setzen», sagte er. Auf dem langen Flug von Budapest nach Sao Paulo begleiteten ihn seine im sechsten Monat schwangere Ehefrau Raffaela und Altmann.

Massa wurde per Krankenwagen vom Hospital, wo sich eine kleine Gruppe Fans mit Brasilien- und Ferrari-Fahne postiert hatte, zum Ferihegy Airport gefahren. Mit leicht aufgerichtetem Oberkörper wurde er dann auf einer Trage vom Krankenwagen in die Bombardier Challenger 60 gebracht, die für seinen Transport bereitstand. Nach der Ankunft in Sao Paulo sollen angeblich in einem Hospital weitere Tests mit dem Ferrari-Piloten gemacht werden. Dort könnte Massa weitere zwei Tage behandelt werden, wird spekuliert.

Erfreut über den Zustand Massas, der sich einen Schädelbasisbruch und eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, zeigte sich auch Michael Schumacher. Der Rekord-Weltmeister hatte seinen Kumpel und Ex-Teamkollegen am Wochenende besucht. «Endlich konnte ich Felipe mal sehen, das hat gut getan», hatte er mitgeteilt. Schumacher soll Massa beim Großen Preis von Europa in Valencia erstmals ersetzen. Der 40- Jährige bereitet sich mit Hochdruck auf sein Comeback vor. Wie viele Rennen Schumacher im F60 absolvieren wird, ist offen. Möglicherweise fällt Massa für alle sieben noch ausstehenden WM-Läufe aus. (Quelle: Budapest (dpa/lby))