28.06.2009 | Sport Phillips verspricht Fabelflug - Merritt top

«Leichtgewicht» Dwight Phillips hat seine Hausaufgaben bei den US-Meisterschaften der Leichtathleten in Eugene/Oregon souverän erledigt.

Phillips verspricht Fabelflug - Merritt top
Dwight Phillips hat noch großes vor.
«Leichtgewicht» Dwight Phillips hat seine Hausaufgaben bei den US-Meisterschaften der Leichtathleten in Eugene/Oregon souverän erledigt. Mit 8,57 Metern gewann der Olympiasieger überlegen den Titel und kündigte anschließend einen Satz in eine andere Weitsprung-Welt an.

LaShawn Merritt machte sich mit der Einstellung seiner eigenen Jahresweltbestzeit von 44,50 Sekunden im 400-Meter-Finale das schönste Geschenk zum 23. Geburtstag. Und Lashinda Demus bewies mit in diesem Jahr weltweit noch nicht gelaufenen 53,78 Sekunden über 400 Meter Hürden eindrucksvoll, dass sie zwei Jahre nach der Geburt ihrer Zwillinge wieder Weltklasse-Niveau hat.

Star des Tages war jedoch Phillips. Der 31-Jährige flirtete vor jedem Versuch mit den Zuschauern auf der Haupttribüne und riss sie anschließend von den Sitzen. Gleich im ersten Sprung gelangen ihm 8,49 Meter. «Und da habe ich das komplette Brett verschenkt», meinte Phillips verärgert. Danach ging es sogar auf 8,57 Meter. Er sei in der Form seines Lebens, versicherte der Amerikaner. «Alles ist so viel leichter und mühelos. Ich bin so schnell, wie noch nie und die 100 Meter in diesem Jahr in 10,06 Sekunden gelaufen.» Dank der Diät und seiner selbst auferlegten Kalorien-Kontrolle fühlt sich Phillips bereit für einen Fabelflug: «Ich bin entschlossen, so weit zu springen, wie nie ein Mensch zuvor.»

Als erster Weitspringer der Welt will er bald über neun Meter segeln und den Uralt-Weltrekord seines Landsmanns Mike Powell knacken. «Ich hoffe, mein Lucky Jump kommt noch: mit 9,20 Metern», sagte Phillips in einem Interview der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Auf einen «Glückssprung» möchte sich der zweimalige Weltmeister (2003 und 2005) und große WM-Favorit aber nicht verlassen. «Ich will es ein paar Mal machen. Dann könnte niemand sagen, dass ich Glück hatte», meinte der Athlet aus Deacatur/Georgia. Am 7. Juni kam er dem 18 Jahre alten Powell-Weltrekord (8,95 Meter) mit 8,74 Metern beim Meeting in Eugene bereits sehr nah - nur 21 Zentimeter fehlten.

Ähnlich dominant wie Phillips ist derzeit Merritt. Der 23-Jährige ist der Star der Stadionrunde - sportlich und optisch. Denn er läuft in einem schwarz-goldenen Einteiler, mit dem Sponsor Nike alle Peking-Olympiasieger ausgestattet hat. Zudem bewegt er sich sprichwörtlich auf goldenen Füßen - auch die Sohlen seiner Spikes schimmern in der Gewinner-Farbe. «Das goldene Trikot ist nur Kopfsache. Ich bin der Gejagte, jeder versucht, mich zu schlagen. Und wenn ich nicht täglich alles aus mir raushole, werde ich besiegt, weil die anderen garantiert ihr Bestes gegen mich geben», betonte er.

Als Merritt in Peking zum Olympiasieg lief, kümmerte sich Lashinda Demus daheim um ihre Zwillinge. Als Vierte der US-Trials hatte sie den Jahreshöhepunkt verpasst. Diesmal hingegen führt ihr Weg von Oregon ins Berliner Olympiastadion. «Ich bin so glücklich, fühle mich großartig und freue mich auf Berlin», jubelte Demus, die als erste Frau in diesem Jahr unter der 54-Sekunden-Marke über 400 Meter Hürden geblieben ist. (Quelle: Eugene (dpa/lby))