22.04.2009 | Sport «Regen-Kaiser» Vettel will in der Wüste siegen

In der Wüste von Sachir plant Sebastian Vettel sein nächstes Meisterstück, und Rekord-Weltmeister Michael Schumacher hält den «Regen-Kaiser von China» reif für den Formel-1-Titel.

«Regen-Kaiser» Vettel will in der Wüste siegen
Sebastian Vettel strebt auch beim GP von Bahrain einen Sieg an.
In der Wüste von Sachir plant Sebastian Vettel sein nächstes Meisterstück, und Rekord-Weltmeister Michael Schumacher hält den «Regen-Kaiser von China» reif für den Formel-1-Titel.

«Da darf man realistisch sagen: Er hat definitiv Chancen, um die WM zu kämpfen», sagte Schumacher in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. Nach seinem souveränen Sieg auf der «Seenplatte» von Shanghai steht Vettel beim Großen Preis von Bahrain der Hitzetest bevor. «Ich hoffe, dass wir da auch so stark und konkurrenzfähig sind», sagte der Hesse. Schärfster Widersacher des Red-Bull-«Jungstiers» beim vierten Saisonlauf dürfte Spitzenreiter Jenson Button im bärenstarken Brawn-Mercedes sein. Aber auch Timo Glock (Toyota) und Nico Rosberg (Williams), die zwei deutschen Piloten aus der Doppel-Diffusor-Fraktion, haben Chancen.

Vettel hat mit seinem zweiten Sieg im strömenden Regen nach Monza 2008 eindrucksvoll bewiesen, dass er im Nassen Extra-Klasse ist. Bei voraussichtlich 35 Grad in Bahrain will der Heppenheimer zeigen, dass er auch im Trockenen zu den Top-Piloten zählt. «Von der WM will ich nicht reden, aber wir haben das Potenzial, bei den nächsten Rennen um den Sieg mitzufahren», hatte der 21-Jährige nach seinem Coup von China angekündigt. «Es macht Freude, ihm zuzuschauen, wie er die Formel-1-Welt erobert», sagte Schumacher. Das Red-Bull-Team könne im Titelrennen ein «Entwicklungstempo mitgehen, das es zu den Mit- Favoriten machen könnte.»

Für Button ist klar, dass der von Vettel und dessen australischem Teamkollegen Mark Webber herausgefahrene Doppelerfolg in China keine «Eintagsfliege» war: «Red Bull wird auch in Bahrain stark sein. Da bin ich mir ganz sicher.» Auch wenn der Brite dank seiner Siege in Melbourne und Sepang sowie dem dritten Platz von Shanghai nur von seinem Teamkollegen Rubens Barrichello aus Brasilien von der WM-Spitze verdrängt werden kann, sieht er angesichts der erstarkten Konkurrenz keinerlei Anlass, sich beruhigt zurückzulehnen. «Toyota wird neben Red Bull unser härtester Gegner sein», befand er.

Der WM-Vierte Glock will keine Siegansage machen, räumt aber ein: «Diese Saison hat für uns viel besser als 2008 begonnen und ich bin zuversichtlich, dass wir weiterhin eine gute Vorstellung bieten können.» Rosbergs Ziel sind Punkte nach dem jüngsten Reinfall im Regen mit Rang 15 und einer Runde Rückstand. Dank Doppel-Diffusor, gutem Auto und Testerfahrungen auf dem 5,412 Kilometer langen Bahrain International Circuit könnte der Williams-Pilot aus Wiesbaden aber auch für eine Überraschung sorgen.

Die großen Drei Ferrari, McLaren-Mercedes und BMW-Sauber zählen hingegen in Bahrain wegen ihres enormen technischen Rückstands nur zu den krassen Außenseitern. «Es liegt in erster Linie daran, dass die sogenannten kleineren Teams gar nicht mehr so viel kleiner sind. Sie haben Strukturen aufgebaut, die nicht mehr unterschiedlich sind zu denen der Topteams. Sie haben aufgeschlossen», erklärte Ferrari-Berater Schumacher. Schon bald könnten daher auch nach Meinung des 40-Jährigen die taumelnden Branchenführer darüber entscheiden müssen, die Saison vorzeitig abzuschreiben. Dies sei eine Frage, «die man sich zum richtigen Zeitpunkt stellen muss. Nicht nur wir, auch andere Teams in ähnlicher Lage», sagte Schumacher.

«Die Hoffnung stirbt zuletzt», beschrieb Vize-Weltmeister Felipe Massa die beinahe aussichtslose Lage der Scuderia. Champion Lewis Hamilton von McLaren-Mercedes hob hervor: «Wir brauchen noch ein paar Rennen, um wieder voll konkurrenzfähig zu werden.» Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug räumte ein, dass die Silbernen trotz einiger Fortschritte «in Bahrain keine Wunder erwarten können». Noch aber geben sich die Top-Teams betont kämpferisch. Schumacher: «Das ist das Schöne in der Formel 1: für Frust ist keine Zeit, man schaut immer nach vorne.» (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Sachir ) (Quelle: )