03.08.2009 | Sport Renault trennt sich von Nelson Piquet Junior

Das Formel-1-Team Renault hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem brasilianischen Piloten Nelson Piquet Junior getrennt. Er habe eine entsprechende Mitteilung von Renault erhalten, bestätigte der 24-Jährige auf seiner Internetseite.

Renault trennt sich von Nelson Piquet Junior
Nelson Piquet Junior zieht im Juni in der Türkei beim Verlassen des Renault-Motorhomes seine Jacke an.
Das Formel-1-Team Renault hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem brasilianischen Piloten Nelson Piquet Junior getrennt.

Er habe eine entsprechende Mitteilung von Renault erhalten, bestätigte der 24-Jährige auf seiner Internetseite. «Ich wurde von Renault darüber informiert, dass ich in dieser Formel-1-Saison nicht mehr für sie fahren werde», erklärte der Teamkollege von Ex-Weltmeister Fernando Alonso. Piquet Junior machte Teamchef Flavio Briatore für seinen mangelnden Erfolg verantwortlich: «Flavio Briatore war mein Henker», schrieb Piquet. Er dankte aber auch der «kleinen Gruppe» bei Renault, die ihn unterstützt habe.

Piquet Junior, der in diesem Jahr seine zweite Saison in der Formel 1 bestritt, zeigte sich über die Entscheidung seines Arbeitgebers «sehr enttäuscht».Er sei aber erleichtert über das Ende «der schlechtesten Zeit meiner Karriere» und froh, dass er nun die Möglichkeit habe «seine Karriere wieder auf den richtige Weg zu bringen». Jetzt könne er beginnen, seine Laufbahn wieder auf die richtige Spur zu setzen und seinen Ruf als schneller und siegreicher Fahrer wieder herzustellen, schrieb er auf www.npiquet.com.

Der 24-Jährige erreichte bei 28 Starts in der Formel 1 als beste Platzierung einen zweiten Rang beim Deutschland Grand Prix auf dem Hockenheim-Ring 2008, blieb ansonsten aber häufig hinter den Erwartungen zurück. Piquets Vater, der dreimalige Formel-1-Weltmeister Nelson Piquet, erwägt einen Einstieg beim Rennstall BMW-Sauber. In diesem Fall dürfte «Nelsinho» wohl dort als Fahrer starten.

Piquet Junior erhob in seiner Erklärung gleichzeitig harsche Kritik an Flavio Briatore, der ihn «unfair» behandelt und unter Druck gesetzt habe. Der Teamchef habe ihm 2008 mehrere Male kurz vor dem Qualifying oder den Rennen gedroht, ihn durch einen anderen Fahrer zu ersetzen, falls er keine guten Resultate einfahre. Der Weg in die Formel 1 sei stets schwierig gewesen, deshalb hätten sein Vater und er sich für einen Vertrag mit Briatore entschieden. «Wir glaubten, das war eine exzellente Wahl mit allen notwendigen Kontakten und Management-Fähigkeiten. Unglücklicherweise begann damit die schwarze Periode meiner Karriere.» Briatore habe ihm mehrmals nur eine Viertelstunde vor Beginn der Qualifikation und der Rennen gedroht, dass wenn er keinen gute Ergebnis bringe, er durch einen anderen Fahrer ersetzt werde.

Er habe zudem einen Vertrag unterschreiben müssen, in dem er sich verpflichtet habe, mindestens 40 Prozent der Punkte seines Stallkollegen Fernando Alonso zu erreichen. «Unglücklicherweise wurde dieses Versprechen nicht wahr.» Piquet machte auch schlechte Trainingsbedingungen dafür verantwortlich. So habe er Testfahrten nur bei Regen und mit einem schweren Wagen gemacht.

Seit längerem gibt es Spekulationen, Renault wolle Piquet jr. durch den Franzosen Romain Grosjean ersetzen. Der 24 Jahre alte Brasilianer hatte kürzlich via Twitter «gespaßt», dass er ja vielleicht, «wer weiß», bald in einem eigenen Team fahren werde. Dies scheint offenbar doch ernster gemeint gewesen zu sein. (Quelle: Rio de Janeiro (dpa/lby))