19.04.2009 | Sport Sabine Lisicki schreckt die Tennis-Stars

Sabine Lisicki gab fast schüchtern ihr erstes Interview als Finalistin des WTA-Turniers in Charleston.

Sabine Lisicki schreckt die Tennis-Stars
Sabine Lisicki hat es bis ins Finale des WTA-Turniers von Charleston geschafft.
Sabine Lisicki gab fast schüchtern ihr erstes Interview als Finalistin des WTA-Turniers in Charleston. Im Schatten ihrer weißen Schirmkappe schien sie ein wenig rot zu werden, während sie vom größten Erfolg ihrer erst gut zwei Jahre alten Karriere sprach.

«Ich bin überglücklich und glaube, wir haben es beide verdient, hier im Endspiel zu stehen», sagte die 19-Jährige vor dem finalen Showdown auf dem grünen Sand in South Carolina gegen Caroline Wozniacki aus Dänemark.

Dem viel beachteten Paukenschlag gegen Wimbledonsiegerin Venus Williams, die sie im Achtelfinale aus der mit einer Million Dollar dotierten Veranstaltung verbannt hatte, ließ Sabine Lisicki im Halbfinale ein überraschend lockeres 6:3, 6:1 gegen die an Nummer sechs gesetzte Französin Marion Bartoli folgen. Der Wimbledon- Finalistin von 2007 war sie im vorigen Jahr auf dem Heiligen Rasen noch glatt in der ersten Runde unterlegen.

«Damals war ich viel zu nervös», erzählte Sabine Lisicki. «heute hatte ich mir vorgenommen, raus zu gehen, gut zu spielen und das Match zu genießen. Es hat geklappt.» Zum zweiten Mal stand sie im Finale eines der großen WTA-Turniere und griff nach dem ersten Titel, nachdem es im vorigen Jahr beim wesentlich schwächer besetzten Turnier in Taschkent nicht geklappt hatte. Caroline Wozniacki, die vor einer Woche erst beim Turnier in Ponte Vedra Beach/Florida ihren vierten Titel geholt hat, setzte sich in der Vorschlussrunde mit 6:4, 5:7, 7:5 gegen die topgesetzte Russin Jelena Dementjewa durch.

Ihre Wurzeln haben die beiden Spielerinnen der neuen Tennis-Generation in Polen. Während der Weg von Familie Wozniacki nach Dänemark führte, wo Vater Piotr als Profifußballer bei Odense BK sein Geld verdiente, zog der promovierte Historiker Richard Lisicki mit seiner Familie zunächst nach Bonn und später wegen der Tennis-Laufbahn seiner Tochter nach Berlin. Den ersten Vergleich der beiden hübschen Tennis-Aufsteigerinnen und Final-Gegnerinnen von Charleston gewann die als Nummer 12 in der Weltrangliste 51 Plätze besser eingestufte Caroline Wozniacki im vorigen Jahr bei den Australian Open in drei Sätzen.

Schon damals in Melbourne hatten viele den Durchbruch Lisickis erwartet, die sich nach der 10. Klasse von der Schule beurlauben ließ. Doch erst jetzt scheint die Berlinerin, spielerisch gereift und körperlich in bester Verfassung, dazu in der Lage zu sein. Platz eins wolle sie erreichen, hatte sie nach den ersten Achtungserfolgen vorlaut angekündigt. «Das ist ziemlich ambitioniert», meinte der Sportdirektor des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Klaus Eberhard.

Doch auch Eberhard ist froh, dass es nach den Zeiten von Steffi Graf und Anke Huber endlich wieder eine Spielerin mit Top-Ten-Ambitionen gibt. «Sie verfügt über sehr, sehr harte Schläge und hat einen sehr guten Treffpunkt. Auch der erste Aufschlag ist gut», erklärte Eberhard in der «Welt am Sonntag». Sabine Lisicki soll diese Stärken dazu nutzen, die deutsche Fed-Cup-Mannschaft gegen China zurück in die Weltgruppe der besten acht Nationen zu führen. Mit dabei sind im Team von Barbara Rittner in Frankfurt am Main Anna-Lena Grönefeld sowie Kristina Barrois und Tatjana Malek, die in Barcelona bis ins Viertelfinale vorstieß, wo sie der Spanierin Carla Suarez Navarro 4:6, 0:6 unterlag.

Das mit 166 000 Euro dotierte Sandplatz-Tennisturnier in Barcelona hat ebenso überraschend wie locker Roberta Vinci gewonnen. Die Italienerin bezwang die an Nummer sechs gesetzte Russin Maria Kirilenko mit 6:0, 6:4. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Charleston ) (Quelle: )