02.08.2009 | Sport Scheider siegt in Oschersleben: Drei Audi vorn

Champion Timo Scheider hat sich mit seinem ersten Saisonsieg eindrucksvoll im Titelrennen zurückgemeldet und zugleich Audi den 50. Erfolg im Deutschen Tourenwagen Masters beschert.

Scheider siegt in Oschersleben: Drei Audi vorn
Glücklich reckt Timo Scheider den Siegerpokal in die Höhe.
Champion Timo Scheider hat sich mit seinem ersten Saisonsieg eindrucksvoll im Titelrennen zurückgemeldet und zugleich Audi den 50. Erfolg im Deutschen Tourenwagen Masters beschert.

Der 30 Jahre alte Rheinland-Pfälzer gewann den 5. Saisonlauf in der Motorsport Arena Oschersleben und beendete beim Jubiläum der Ingolstädter die Siegesserie von Konkurrent Mercedes-Benz. «Danke Jungs, wir sind zurück», sagte Scheider. «Ich rechne wieder mit der Meisterschaft.» Der Schwede Mattias Ekström und Martin Tomczyk (Rosenheim) auf den Plätzen zwei und drei vervollständigten den Audi- Triumph. Paul di Resta war als Vierter bester Mercedes- Repräsentant.

«In Zandvoort die 50. Pole-Position, heute der 50. Sieg zum 100- jährigen Jubiläum von Audi - eine runde Sache», bilanzierte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich freudestrahlend. «Scheider, Ekström und Tomczyk haben fehlerfrei gearbeitet.» Norbert Haug erwies sich als fairer Verlierer: «Glückwunsch an Audi zum runden Sieg.» Der Mercedes-Motorsportchef bezeichnete das Ergebnis als perfekt: «Mehr ging nicht mit dem Zusatzgewicht, das uns vier Zehntel pro Runde bremst - eine starke Teamleistung nach schlechten Startplätzen mit vier Mercedes in den acht Punkterängen.»

Audi hatte mit den ersten fünf Startplätzen am Vortag auf dem 3,696 Kilometer langen Kurs in der Magdeburger Börde den Grundstein für sein glorreiches «Comeback» gelegt, nachdem die in Oschersleben mit 20 Kilogramm Zusatzgewicht belasteten Mercedes die zurückliegenden drei Rennen dominiert hatten. Den «Herren der Ringe» glückte damit auch eine sportliche Wiedergutmachung für die verhängte Strafe wegen einer regelwidrigen Teamorder beim Rennen in Zandvoort vor zwei Wochen. Die Sportkommissare des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) sprachen gegen Ekström eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, wodurch der Schwede nachträglich vom zweiten auf den dritten Platz zurückfiel und zwei Punkte verlor.

Scheider setzte sich in dem weitgehend langweiligen Lauf direkt nach dem Start an die Spitze und behielt die Führung auch nach den obligatorischen Boxenstopps. Der Titelverteidiger aus Altach siegte nach 48 Runden (177,408 Kilometer) in 1:08:39,064 Stunden. Ekström lag 5,417 Sekunden zurück. Der Schotte di Resta wies 16,868 Sekunden Rückstand auf. Für Scheider war es erst der vierte Sieg im 93. DTM- Einsatz. Mercedes-Mann Ralf Schumacher (Kerpen) verfehlte als Zwölfter klar die Punkte.

Paffett sicherte sich hauchdünn die Halbzeit-Meisterschaft. Der Brite war nur als Zwölfter gestartet und kam als Fünfter ins Ziel. «Das ist fantastisch. Ich bin sehr zuversichtlich», sagte er zu seiner Aufholjagd zufrieden. «Wir sind sehr konkurrenzfähig für den Rest der Saison.» Nach fünf von zehn DTM-Läufen führt Paffett mit 28 Punkten nur dank seiner zwei Saisonsiege vor dem punktgleichen Ekström. Scheider (27) machte einen Sprung nach vorn auf Rang drei und ist wieder auf Schlagdistanz zur Spitzenposition.

Tom Kristensen verspielte schon vor dem Start alle Chancen auf den Sieg, weil er seinen Audi nach der Einführungsrunde ein paar Zentimeter zu weit vorne abgestellt hatte. Die Sportkommissare bestraften diesen Verstoß mit einer Durchfahrtsstrafe, wodurch der dänische Rekordsieger des Langstreckenklassikers Le Mans früh hoffnungslos nach hinten durchrutschte. Platz eins hatte der von der Pole-Position losgefahrene Kristensen sofort an seinen Markenkollegen Scheider verloren. Der achte Rang und damit ein Zähler war nur ein schwacher Trost für den 42 Jahre alten Routinier. (Quelle: Oschersleben (dpa/lby))