21.04.2009 | Sport Schumacher muss Motorrad-Start absagen

Richtiges Training ist zurzeit nicht möglich, noch immer machen Michael Schumacher die Nachwehen seines Motorrad-Sturzes vor über zwei Monaten zu schaffen.

Schumacher muss Motorrad-Start absagen
Michael Schumacher bei einem Sturz mit seinem IDM-Superbike im Juni 2008.
Richtiges Training ist zurzeit nicht möglich, noch immer machen Michael Schumacher die Nachwehen seines Motorrad-Sturzes vor über zwei Monaten zu schaffen.

Der Zweirad begeisterte Formel-1- Rekordweltmeister wird daher nicht wie geplant am kommenden Wochenende bei den Auftaktrennen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) auf dem Lausitzring Gas geben. «Ich muss leider absagen, weil ich gesundheitlich noch nicht so weit bin», erklärte Schumacher in einem exklusiven Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der Unfall bei den Motorrad-Testfahrten am 11. Februar in Cartagena habe gewisse Partien «schon ein bisschen mitgenommen. Ich kann zurzeit gerade mal Radfahren. In dem Moment, wo ich den Nacken schnell bewegen muss, bin ich dort eingeschränkt», sagte der 40- Jährige, der sich zudem mit starkem Heuschnupfen herumschlagen muss, bei dem im schweizerischen Givrins geführten dpa-Interview. Beim Test in Cartagena war Schumacher beim Anbremsen für die erste Kurve auf eine Bodenwelle gekommen und gestürzt. «Ich würde es körperlich schlichtweg nicht hinkriegen», begründete Schumacher seine Absage nun.

Im Winter hatte Schumacher das Training für die Zweirad- Meisterschaft, in der er im vergangenen Jahr bereits einige Male an den Start gegangen war, forciert. «Leider ist der Unfall dazwischen gekommen», meinte Schumacher zu seinem Abflug auf einem Kurs, den er künftig wohl meiden wird. «Cartagena war ein Beispiel, dass ich auf der falschen Strecke zu sehr am Limit gefahren bin.» In der kommenden IDM-Saison wollte und will er Strecken, die ihm zu gefährlich erscheinen, auslassen.

In 250 WM-Rennen im Formel-1-Wagen fuhr Schumacher immer wieder am Limit. Seit seinem Rücktritt Ende 2006 sucht er sich den Nervenkitzel beim Fallschirmspringen oder eben auf dem Motorrad. Allerdings betont der zu Formel-1-Zeiten für seinen Ehrgeiz bekannte und von den so häufig geschlagenen Rivalen gefürchtete Schumacher: «Motorradfahren ist eine Spaßsache. Ich versuche sie natürlich so seriös zu betreiben wie möglich, aber mit dem Wissen im Hinterkopf, dass ich nicht mehr Erster werden kann.»

So wie im vergangenen Jahr. Zumeist landete der 90-malige Grand- Prix-Gewinner der Königsklasse des Motorsports im mittleren bis hinteren Feldeinige Ausrutscher inklusive. Aus gefährlichen und heiklen Kampfsituationen hielt er sichanders als mit vier Rädernauf dem Motorrad rausSafety first. Doch einer, der jahrelang Rad an Rad mit seinen Rivalen im Einsitzer mit vier Rädern um Zentimeter und Sekunden gekämpft hat, stellt trotz Spaßfaktor auch ernsthafte Forderungen an sich. «Ich habe (aber) auch einen gewissen Anspruch an mich selbst.» Nur: «Wenn ich eh schon nicht der Schnellste und dann noch gehandicapt bin, kommen zwei Dinge zusammen, die nicht gerade hilfreich sind», sagte der ansonsten absolut ausgeglichen und in sich ruhend wirkende Schumacher.

«Vielleicht liegt es am Alter, dass das jetzt langsamer heilt», sagte der am 3. Januar 40 Jahre alt gewordene Kerpenerund lacht. Er werde jetzt erstmal alles in Ruhe auskurieren lassen, «bis ich wieder soweit bin». Und dann darf man gespannt sein, ob Schumacher wieder das genießen wird, was ihn beim Motorradfahren so fasziniert. «Die Emotionen und das Fahrgefühl sind wesentlich intensiver als im Rennauto, man ist so nah am Boden», beschrieb Schumacher. Die Feinfühligkeit, die man auf dem Motorrad benötige, sei immens hoch. «Hinzu kommt, dass der Lernprozess einfach so interessant ist. Zusammen mit den Emotionen, die frei werden, ist das eine Sache, die mir sehr viel Spaß macht.» Im Moment muss er auf diesen Spaß verzichten. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Givrins ) (Quelle: )