19.04.2009 | Sport THW Kiel wehrt sich gegen Nielsens «Hasstiraden»

Eine Woche vor dem ersten Aufeinandertreffen in der Champions League liefern sich die Führungsriegen des THW Kiel und der Rhein-Neckar Löwen einen offenen Schlagabtausch.

THW Kiel wehrt sich gegen Nielsens «Hasstiraden»
Eine Geldbörse mit dem Logo des Handballvereins THW Kiel.
Eine Woche vor dem ersten Aufeinandertreffen in der Champions League liefern sich die Führungsriegen des THW Kiel und der Rhein-Neckar Löwen einen offenen Schlagabtausch.

Heftige Vorwürfe von Jesper Nielsen, Gesellschafter der Badener, konterte der Handball-Rekordmeister umgehend: «Im übrigen benötigt der THW Kiel keine öffentlichen Ratschläge des Herrn Nielsen, der mit seinen Hasstiraden gegen Uwe Schwenker und den THW Kiel offensichtlich auch von der eigenen unrühmlichen Rolle [...] ablenken möchte.» Der Däne hatte zuvor im Interview mit der «Hamburger Morgenpost» nicht ausgeschlossen, «dass Kiel auch jetzt noch Schiedsrichter besticht».

Die deutsche Meisterschaft habe der THW «nicht verdient», so Nielsen weiter. «Der Gewinn der Champions League ist nur durch Betrug zustande gekommen. Und ohne diesen Betrug hätte der THW keine Titelprämie gewonnen, hätte nicht so hohe Sponsoreneinnahmen und keinen 8-Millionen-Etat, mit dem man sich so eine Mannschaft leisten kann», erklärte der Däne. «Mit einem 5-Millionen-Etat wäre die Meisterschaft wohl anders verlaufen.»

Der Däne bezeichnete es zugleich als «Witz», dass der zurückgetretene THW-Manager Uwe Schwenker noch im Club ist. Dies ließen die Schleswig-Holsteiner in einer Presseerklärung nicht unkommentiert: «Aufgrund seiner in Jahrzehnten erworbenen Kenntnisse und Kontakte ist er [Schwenker] nicht von heute auf morgen zu ersetzen, ohne dass der THW Kiel erheblichen weiteren Schaden nehmen würde.»

Der THW mutmaßt, dass Nielsen mit seinen Aussagen vor den direkten Duellen beider Clubs im Halbfinale der Champions League und im Final- Four-Halbfinale um den DHB-Pokal versucht, «die Stimmung gegen den THW Kiel aufzuheizen». Die erste Begegnung findet 26. April zum Hinspiel in der Königsklasse an der Förde statt «Ich glaube, der europäische Verband hofft, dass wir weiterkommen. Die hätten ein Problem, am Ende vielleicht Kiel die Trophäe überreichen zu müssen», sagte Nielsen.

Unterdessen stehen Schwenker einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Spiegel» zufolge Schadenersatzforderungen seines Arbeitgebers ins Haus. Demnach verlangen die THW-Gesellschafter Belege und Erklärungen für vier verdächtige Zahlungen in Höhe von 152 000 Euro. Selbst eine schriftliche Aufforderung ließ Schwenker unbeantwortet. Sollten auch nach Ende der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue keine Erklärungen kommen, drohen ihm die Gesellschafter mit Schadenersatzansprüchen.

Oberstaatsanwalt Manfred Schulze-Ziffer dementierte derweil einen Zeitungsbericht, wonach die Kieler Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen im Inland im Zuge der angeblichen Manipulationsaffäre bereits abgeschlossen habe. Vielmehr sei ein Rechtshilfeersuchen nach Kroatien, Slowenien, Polen und in die Ukraine übermittelt worden. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Kiel ) (Quelle: )