03.08.2009 | Sport Trotz Fehlstarts: Woods-Comeback zum 69. Titel

Tiger Woods hat sein Sieger-Gen wieder aktiviert und seine Rekordjagd mit dem 69. Turniererfolg auf der US-PGA-Tour bei der Buick Open in Michigan eindrucksvoll fortgesetzt.

Trotz Fehlstarts: Woods-Comeback zum 69. Titel
Tiger Woods bei den British Open in Turnberry.
Tiger Woods hat sein Sieger-Gen wieder aktiviert und seine Rekordjagd mit dem 69. Turniererfolg auf der US-PGA-Tour bei der Buick Open in Michigan eindrucksvoll fortgesetzt.

«Dieser Titel fühlt sich gut an und hilft mir entscheidend weiter», sagte der Superstar nach dem größten Comeback seiner glänzenden Karriere, die im Herbst 1996 mit dem Wechsel ins Profilager begann. Nach einem für den Branchenprimus eklatanten Fehlstart mit acht Schlägen Rückstand auf die Spitze überrollte der Weltranglisten-Erste die Konkurrenz förmlich: Von Rang 95 stürmte Woods mit 268 Schlägen nach vier Runden noch zum vierten Saisonsieg.

Für die Erfolge und besonders den jüngsten Sieg mit drei Schlägen vor dem US-Verfolgerduo Roland Thatcher und Greg Chalmers sowie John Senden (Australien) hatte Woods nicht mehr als elf Starts seit seiner Kreuzbandriss-Operation im Juni 2008 benötigt. Damit rückt der 33 Jahre alte Titelsammler den US-Golflegenden «The Golden Bear» Jack Nicklaus (73) und Sam Snead (82) immer näher, die als einzige noch mehr Tour-Siege in ihrem Rekordbuch führen. «Ich habe rund um die Welt gespielt und gewonnen. Aber so einen Tag wie heute habe ich noch nie erlebt», erzählte der Amerikaner nach seinem dritten Sieg seit 2006 im Warwick Hills GC bei Detroit.

Völlig ausgelassen warf Woods seinen Golf-Ball nach dem letzten Putt auf dem Par-72-Kurs ins Publikum - und einen zuvor in die Galerie am 17. Grün, als ihm der entscheidende Drei-Schläge-Vorsprung gelang. «Eigentlich mache ich das nie, aber heute war es etwas Besonderes, weil es die letzte Buick Open seit 1958 war», erklärte Woods. «Ich wollte den Menschen noch einmal für die tolle Zeit hier danken.»

Der Siegerscheck von 918 000 Dollar war schon wieder «business as usual» für Woods, der allein durch Werbung hunderte Millionen verdient hat. Vor einiger Zeit hatte er sich nach neun Jahren in beiderseitigem Einvernehmen von seinem damaligen Sponsor General Motors mit der Marke Buick im Portfolio getrennt. Der Branchenriese hatte angesichts der Weltwirtschaftskrise ein Jahr vor Vertragsablauf mit Woods die Konsequenzen ziehen müssen. Woods soll als Werbeträger für das GM-Logo auf der Golftasche 70 Millionen Dollar seit 2000 kassiert haben.

«Jeder auf der Tour hat diesen Wettbewerb unterstützt. Die Atmosphäre war und ist einmalig», sagte Woods, bevor er sich zwei Wochen vor dem letzten Major bei der US PGA Championship in Minnesota zur WGC Championship ab Donnerstag in Akron (Ohio) aufmachte. Schon mit dem Antritt in Michigan brach Woods seine Tradition, der er seit zwölf Jahren gefolgt war: 14 Tage vor einem der vier Grand Slams pro Saison überhaupt nicht zu starten. In diesem Jahr hat Woods noch kein Major gewonnen. Aber der verpasste Cut vor zwei Wochen bei der British Open und der Sieg in Grand Blanc hat den Tiger auf der Jagd nach dem 15. Major-Titel seiner Karriere zusätzlich motiviert. (Quelle: Grand Blanc (dpa/lby))