28.06.2009 | Sport U21 mit Zuversicht und Lockerheit ins Finale

Der Sportdirektor fordert den unbedingten Siegeswillen, der Trainer fördert die nötige Lockerheit, und die Spieler sind total fixiert auf den historischen Erfolg und den ersten EM-Titel.

U21 mit Zuversicht und Lockerheit ins Finale
Die deutschen U21-Kicker lassen es im Training auch mal locker zugehen.
Der Sportdirektor fordert den unbedingten Siegeswillen, der Trainer fördert die nötige Lockerheit, und die Spieler sind total fixiert auf den historischen Erfolg und den ersten EM-Titel.

Vor dem mit großer Spannung erwarteten Endspiel bei der U 21-EM gegen England strotzen die deutschen Fußball-Junioren vor Selbstbewusstsein und lassen keine Zweifel daran, den Pokal erstmals für den DFB zu holen. «Wir wollen die Gewinner sein und sind alle fokussiert auf diesen Titel. Jetzt wollen wir den großen Coup landen», betonte Abwehrspieler Andreas Beck, der mit seinem Siegtor zum 1:0 (0:0) im Halbfinale gegen Italien den Einzug in das EM-Finale am 29. Juni in Malmö perfekt machte.

Die Unterstützung der gesamten DFB-Spitze ist den Junioren gewiss. Neben Präsident Theo Zwanziger werden auch Bundestrainer Joachim Löw und Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff im Stadium in Malmö erwartet. Als «Heimmannschaft» im Finale wird das deutsche Team wie im Halbfinale in roten Trikots auflaufen. «Dafür haben sich die Spieler entschieden», sagte Trainer Horst Hrubesch.

«Es wird ganz wichtig sein, sich einerseits auf das Endspiel zu freuen, das aber auch als riesige Herausforderung zu sehen. Platz zwei ist gut und schön, aber wir müssen unter allen Umständen dieses Finale gewinnen wollen und dann die Siegermentalität zeigen, die wir gegen Italien gezeigt haben», sagte Matthias Sammer. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa betonte der DFB-Sportdirektor vor dem ersten Finale seit 27 Jahren, dass man diese große Chance nicht durch gedankliche Zufriedenheit verspielen dürfe. «Wenn man ein Finale vor der Brust hat, muss erkennbar sein, dass es dort um alles geht», sagte Sammer, unter dessen Regie als Sportdirektor der dritte EM-Titel innerhalb von elf Monaten im U-Bereich winkt.

Auch Trainer Horst Hrubesch, der schon im vorigen Jahr mit dem EM-Sieg der U 19 die 16 Jahre dauernde titellose Zeit im Juniorenbereich des DFB beendet hatte, ist felsenfest davon überzeugt, dass sein Team im zweiten Aufeinandertreffen mit den Engländern als Sieger vom Platz geht. «Natürlich haben wir noch nichts gewonnen. Aber wenn man in diese Gesichter blickt, dann sieht man Leben, die Jungs wollen es», meinte der DFB-Coach, der seinen jungen Spieler Selbstbewusstsein vermittelt, aber neben der disziplinierten Trainingsarbeit auch den Schuss Lockerheit zulässt.

Wie selbstverständlich schlenderten seine Spieler am Tag vor der großen Partie am Abend durch die quirlige Innenstadt im südschwedischen Malmö. Zweifel hat keiner der Jungprofis am Erfolg, trotz der auch durchwachsenen Leistungen in der Vorrunde mit nur einem Sieg gegen Finnland. «Wir sind heiß. Jetzt will jeder das ganz Große, das ist der EM-Titel. Da wächst man über sich hinaus und die Mannschaft noch mal zusammen», sagte Abwehrchef Benedikt Höwedes.

Gegen den zweimaligen EM-Sieger von der Insel erwarten Hrubesch & Co. eine ganz andere Partie als in der Vorrunde. Damals traten die Engländer freiwillig mit einer B-Elf an, diesmal müssen sie auf drei gesperrte Spieler verzichten. «Sie werden schon eine schlagkräftige Mannschaft ins Rennen schicken», meinte Kapitän Sami Khedira, der nach seiner Knieverletzung ebenso wieder dabei ist wie Marko Marin, der gegen Italien einen schmerzhaften Schlag auf den Fuß erhielt. Umstellen muss Hrubesch dennoch, denn der unglückliche Ashkan Dejagah sitzt im Endspiel eine Gelbsperre ab. Möglicherweise erhöhen sich somit die Einsatzchancen des Duisburger Mittelstürmers Sandro Wagner.

Bei der Vorbereitung auf die Partie spielt die personelle Besetzung der Briten für Hrubesch kein Rolle. «Wir haben uns bisher nicht nach dem Gegner gerichtet. Das werden wir auch weiterhin nicht tun», betonte der Coach. Auch Elfmeter-Training stand nicht auf dem Programm. «Wir entscheiden die Spiele nicht in der Verlängerung oder danach, sondern in der normalen Spielzeit», sagte der DFB-Coach. Kapitän Khedira unterstrich den Stellenwert dieses Endspiels. «Wer weiß, wann man noch mal die Chance bekommt, in einem internationalen Finale zu stehen. Wir repräsentieren hier ein ganzes Land, das hat für mich eine ganz große  Bedeutung», befand der Stuttgarter. (Quelle: Malmö (dpa/lby))