02.08.2009 | Sport VfB erleichtert: Pogrebnjak-Transfer perfekt

Nach zwei herben Rückschlägen auf dem Transfermarkt hat der VfB Stuttgart endlich einen hochkarätigen Nachfolger für Torjäger Mario Gomez gefunden.

VfB erleichtert: Pogrebnjak-Transfer perfekt
Pawel Pogrebnjak (l) steht im Februar beim Training mit Zenit auf dem Spielfeld.
Nach zwei herben Rückschlägen auf dem Transfermarkt hat der VfB Stuttgart endlich einen hochkarätigen Nachfolger für Torjäger Mario Gomez gefunden. Pawel Pogrebnjak von Zenit St. Petersburg unterschrieb nach der sportmedizinischen Untersuchung einen Dreijahresvertrag.

Teamchef Markus Babbel bezeichnete den 25 Jahre alten, wuchtigen Stürmer als «genau den Spielertyp, den ich haben wollte». Sportdirektor Horst Heldt hatte beim DFB-Pokalspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach in Heilbronn erklärt: «Pawel hat das Profil, das wir uns wünschen. Wir sind froh, dass es geklappt hat.»

Damit landeten die Schwaben im schwierigen Transfer-Poker innerhalb von nur zwei Tagen zwei Coups. Die überraschende Heimkehr von Alexander Hleb überstrahlt sogar Pogrebnjaks Verpflichtung, die den VfB nach Heldts Angaben «keine fünf Millionen Euro» kostet. Mit dem für eine Saison vom FC Barcelona ausgeliehenen weißrussischen Mittelfeldstrategen, der schon zwischen 2000 und 2005 für den VfB wirbelte, gewinnt der Champions-League-Qualifikant enorm an spielerischer Qualität. «Egal, ob wir mit einer Raute oder zwei Sechsern antreten, Alex kann alles spielen» versicherte Heldt, dessen Geduld und zähe Verhandlungstaktik sich trotz der beiden Flops zuvor ausgezahlt haben. Nachdem die bereits als sicher geltenden Einkäufe von Demba Ba (1899 Hoffenheim) und Klaas-Jan Huntelaar (Real Madrid) geplatzt waren, war der Manager zunehmend in die Kritik geraten.

Babbel strahlte nach der Verpflichtung seiner Wunschkandidaten. «Jetzt sind zwei Spieler da, die ich unbedingt haben wollte. Es hat mich nie irritiert, dass sich die Sache etwas in die Länge gezogen hat», sagte er. An Pogrebnjak schätzt der Teamchef vor allem dessen Dynamik, Kopfballstärke und Durchsetzungsfähigkeit. Babbel traut dem achtmaligen russischen Nationalspieler zu, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit die große Lücke, die der für 35 Millionen Euro zum FC Bayern München gewechselte Gomez hinterlassen hat, schließen zu können. «Wenn er sich nach einem Tag nicht eingewöhnt hat, schick' ich ihn wieder heim», sagte er lachend. Pogrebnjak soll beim VfB rund drei Millionen Euro pro Saison verdienen. Beim UEFA-Pokalsieger von 2008 hat der Stürmer jährlich rund 1,2 Millionen Euro kassiert. Zum Saisonende wäre sein Vertrag bei St. Petersburg ausgelaufen.

Während Pogrebnjak nach der medizinischen Untersuchung am Sonntag direkt nach St. Petersburg zurückflog, um Visumsangelegenheiten zu regeln, trainierte Hleb erstmals mit der Mannschaft. «Ich war überrascht und habe mich gefreut, dass so viele Leute gekommen sind», sagte der 28 Jahre alte Ballartist angesichts von weit über 1000 Zuschauern trotz teilweise wolkenbruchartigen Regens. Hleb dürfte beim Saisoneröffnungsspiel am Freitagabend bei Meister VfL Wolfsburg zur Stuttgarter Startformation gehören. Bei Pogrebnjak, der am 4. August zurückerwartet wird und dann ins Training einsteigen soll, wollte sich Babbel noch nicht festlegen: «Ich muss erst einmal schauen», sagte er. Heldt geht indes davon aus, dass der Neuzugang «am weitesten» von allen VfB-Profis sein dürfte: «Er steckt mitten in der Saison und sollte keine Probleme haben.» (Quelle: Stuttgart/Heilbronn (dpa/lby))