02.08.2009 | Sport WM-Generalprobe gelungen - Sorge um Obergföll

Die Generalprobe des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) 13 Tage vor den Weltmeisterschaften in Berlin ist gelungen. Bei der DLV-Gala in Bochum-Wattenscheid boten die Spitzenathleten den rund 10 000 Zuschauern zum Teil Topleistungen.

WM-Generalprobe gelungen - Sorge um Obergföll
Speerwerferin Christina Obergföll setzt im Lorheide Stadion in Bochum zum Wurf an.
Die Generalprobe des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) 13 Tage vor den Weltmeisterschaften in Berlin ist gelungen. Bei der DLV-Gala in Bochum-Wattenscheid boten die Spitzenathleten den rund 10 000 Zuschauern zum Teil Topleistungen.

«Ich bin optimistisch, dass wir bei der WM unter die ersten Fünf in der Nationenwertung kommen werden», sagte DLV- Sportdirektor Jürgen Mallow, ohne sich auf eine konkrete Medaillenzahl festlegen zu wollen. Bei der WM 2007 holten die DLV-Asse sieben Edelplaketten. Das Aufgebot wird der DLV am 3. August nominieren. 73 Athleten haben das WM-Ticket in der Tasche. «Ich bin überzeugt, dass es rund 85 Starter werden», prophezeite Mallow.

Sorgen bereitet allerdings die Olympia-Dritte Christina Obergföll (Offenburg), die einzige Medaillengewinnerin von Peking. Bei der DLV-Gala gewann die Weltjahresbeste zwar, aber nur mit schwachen 60,33 Meter. «Über die Weite müssen wir nicht reden», sagte sie. «Ich treffe den Speer nicht richtig, habe es mit Gewalt versucht», analysierte die Vizeweltmeisterin von 2005 und 2007, die zuletzt durch eine Zerrung in der Zwischenrippenmuskulatur gehandicapt war. «Für mich war das hier keine WM-Generalprobe», meinte Obergföll. «Ich versuche nun im Training, wieder meine Linie zu finden.»

Die hat in der letzten Saison ihrer Karriere Steffi Nerius gefunden. Die 37-jährige Leverkusenerin warf beim Bayer-Meeting exzellente 66,82 Meter, besiegte ihre Rivalin Obergföll zum dritten Mal nacheinander und kann auf eine Medaille in Berlin hoffen. «Das wäre ein Abschied wie aus dem Bilderbuch. Ich spüre, ich kann in die Nähe der 70 Meter werfen», sagte Nerius, die wegen einer leichten Verletzung auf den Start bei der DLV-Gala verzichtete.

Eine neue deutsche Jahresbestleistung stellte Robert Harting im Diskuswerfen auf. Mit 68,10 Meter unterstrich der Vizeweltmeister den Medaillenanspruch bei der WM in seiner Heimatstadt. «Ich war heiß und hätte gern noch eine bessere Nachricht rausgeschickt», sagte Harting. Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch hat dagegen immer noch nicht den richtigen Dreh gefunden. Mit nur 58,73 Meter kam die 40-jährige Neubrandenburgerin auf Rang zwei hinter Nadine Müller (Halle/59,47). «Ich starte in Berlin», bekräftigte Franka Dietzsch jedoch.

Stark trumpfte über 100 Meter Verena Seiler aus. Die deutsche Meisterin aus Mannheim rannte in 11,11 Sekunden die schnellste DLV-Zeit des Jahres, hatte aber zu viel Rückenwind. «Die Zeit ist ein Wahnsinn. Der DLV wäre gut beraten, mich bei der WM auch im Einzel antreten zu lassen», sagte die Sprinterin, die bei 80 Metern beinahe gestolpert wäre.

Einen glänzenden Hürdensprint legte Carolin Nytra hin, die in 12,97 Sekunden die US-Läuferin Yvette Lewis (13,02) hinter sich ließ. «Ich bin absolut happy und hoffe, dass bis zur WM noch etwas mehr geht», sagte die Bremerin. Dagegen konnte ihr Lebenspartner, der Weitsprung-Europameister Sebastian Bayer, nur zuschauen. Er sagte den 100-Meter-Start wegen einer leichten Entzündung im Fuß ab. «Nur eine Vorsichtsmaßnahme», versicherte der Hanseat.

In WM-Form präsentierte sich auch Kugelstoßerin Nadine Kleinert (Magdeburg), die 19,71 Meter weit stieß. Gold-Hoffnung Ariane Friedrich entledigte sich der DLV-Pflichtübung locker. Nach übersprungenen 1,99 Meter packte die deutsche Rekordlerin aus Frankfurt/Main ihre Sache. «1,99 Meter ist ja nicht so schlecht», meinte die Hallen-Europameisterin. Hochsprung-Kollege Raul Spank machte ebenfalls eine gute Figur. Der Olympia-Fünfte aus Dresden siegte mit 2,28 Metern. (Quelle: Bochum (dpa/lby))