08.03.2022 | Nachrichten Strom- & Gaspreise steigen: Das könnt ihr als Verbraucher jetzt tun

Auch in Bayern sehen wir uns mit steigenden Energiepreisen konfrontiert. Das bereitet natürlich einigen Sorge. Aber mit ein paar Tipps könnt ihr jetzt schon reagieren, damit euch keine böse Überraschung erwartet.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Strom- und Gaspreise steigen und steigen. Auch für Verbraucher in Bayern sind die Preise in den vergangenen Monaten teilweise drastisch erhöht worden. Dann kam der Krieg in der Ukraine. An den Energiemärkten haben die Börsenpreise für kurzfristige Lieferungen seitdem noch einmal deutlich zugelegt. Doch was  können wir als Verbraucher jetzt tun?

Was sollte man jetzt tun?

Die Verbraucherzentrale und der Mieterbund Bayern empfehlen, unbedingt jetzt schon im Vorhinein etwas Geld auf die Seite zu legen. Mutmaßlich werden einige eine merklich höhere Nebenkostenabrechnung erhalten. Der Vermieter muss allerdings seinen Mieter nicht über die Erhöhung der Nebenkosten vorab informieren. Heißt: Das böse Erwachen kommt dann womöglich erst mit der Abrechnung.

Anbieter wechseln?

Klingt banal - ist aber laut Verbraucherschützern effektiv: Es kann sich anbieten, den Anbieter zu wechseln! Vergleicht einfach mal auf Vergleichsportalen die Anbieter. Welche sind aktuell (noch) am günstigsten und wo kann ggf. noch einiges gespart werden? Informiert euch hier bestenfalls nicht nur auf einem, sondern immer gern auf mehreren Portalen.

Heizungscheck!

Aktuell ist es in Bayern noch richtig zapfig. Dementsprechend regelmäßig müssen wir als Verbraucher heizen. Zwei Tipps, die euch wirklich eine Menge Geld sparen können, sind:

  • ... heizt klug:

    Ihr müsst eure Heizung aktuell nicht die ganze Zeit auf Anschlag laufen lassen. Schon ein Grad weniger sparen circa sechs Prozent Energie. Zu warm ist auch gar nicht gesund. In Wohnbereichen reichen 20 Grad, in Schlafzimmern sogar 16 bis 18 Grad.

  • ... muss die Heizung entlüftet werden?
    Besonders ärgerlich ist es, wenn ihr heizt und heizt und es wird nicht richtig warm. Dann überprüft mal eure Heizung, ob sie entlüftet werden muss. Das geht ganz einfach: das Ventil an der Seite aufschrauben, Becher darunter halten und die Luft ablassen. Manche Heizungen haben auch spezielle Entlüftungsventile.
So können Hausbesitzer reagieren

Schaut euch mal daheim ganz genau um: Was könnt ihr ändern, damit ihr weniger Kosten verursacht? Ganz kleine Aspekte können viel Ärger verursachen. Sind etwa die Fenster nicht richtig gedämmt, lassen sie bei kalten Temperaturen die kühle Luft herein und warme entflieht euch in die Kälte. Dichtungsbänder oder selbstklebende Dichtungsstreifen aus Schaumstoff gibt's im Baumarkt. 

Was unternimmt die Politik?

Die Ampel-Koalition hat im Februar ein Entlastungspaket geschnürt. Zentraler Baustein ist die auf Juli vorgezogene Abschaffung der EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom. Die Koalition erwartet, dass die Energieversorger die Entlastung in vollem Umfang an die Haushalte weitergeben. Laut Verivox würde dies für einen Haushalt mit einem Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden in diesem Jahr für rund 89 Euro Entlastung sorgen.

Beschlossen wurde auch ein einmaliger Heizkostenzuschuss für Geringverdiener. Er soll im Sommer ausgezahlt werden. Ein Single-Haushalt soll im Sommer einen Zuschuss von 135 Euro bekommen - Familien entsprechend mehr. Viel zu wenig, sagen Verbraucherschützer. 

«Bei weiter stark steigenden Energiepreisen müssen insbesondere Haushalte mit niedrigem Einkommen auch stärker unterstützt werden als noch vor wenigen Wochen angenommen», 

schrieb Energieexperte Thomas Engelke vom Verbraucherzentrale Bundesverband am Dienstag auf Twitter. Der Heizkostenzuschuss müsse auf deutlich über 500 Euro angehoben werden.