20.04.2009 | Welt Babys erwürgt und erstickt: Mutter vor Gericht

Babys erwürgt und erstickt: Mutter vor Gericht
Die Angeklagte Kathrin O. geht vor einem Justizbeamten in den Gerichtssaal im Landgericht Halle.
Weil sie ihre zwei Babys direkt nach der Geburt erwürgt und erstickt haben soll, muss sich seit Montag eine 28- Jährige aus Sachsen-Anhalt vor dem Landgericht Halle verantworten. Während der Ermittlungen hatte die Frau die Taten eingeräumt.

Am ersten Prozesstag erklärte sie, sich in dem Verfahren vorerst nicht zum Tötungsvorwurf äußern zu wollen. Das Motiv ist bislang unklar.

Die Frau war im Herbst 2008 verhaftet worden, nachdem ihr Lebensgefährte in der Waschmaschine der gemeinsamen Wohnung in Großkugel ein totes neugeborenes Mädchen gefunden hatte. Das andere Mädchen soll sie schon im Jahr zuvor getötet und vergraben haben.

Das Baby aus der Waschmaschine wurde laut Obduktion mit einem Handtuch erstickt. «Sie beschloss, das Kind, das sie nicht haben wollte, zu töten», sagte Staatsanwalt Klaus Wiechmann in seiner Anklage. Das gesunde Kind war 2890 Gramm schwer und 51 Zentimeter groß. Ihrem Lebensgefährten hatte die Frau laut Anklage erzählt, sie habe eine Fehlgeburt erlitten und diese sei in die Toilette gerutscht.

In der Untersuchungshaft gestand die Frau einem Gutachter, dass sie bereits 2007 ein Mädchen nach der Geburt getötet hatte. «Mit beiden Händen hat sie es gewürgt, bis es sich nicht mehr bewegte», sagte der Staatsanwalt. Sie habe das Baby dann in einer Tüte auf dem Balkon der Wohnung versteckt und es später auf einem verlassenen Grundstück im Nachbarort vergraben. Die Polizei entdeckte die Leiche im Januar 2009. Nach Angaben der Angeklagten ist ihr Lebensgefährte der Vater der beiden Mädchen und auch ihres zwei Jahre alten Sohnes.

Die Angeklagte sagte über sich, dass sie Probleme immer verdrängt habe und verschlossen sei. Bis zu acht Stunden am Tag und auch in der Nacht habe sie in einem Computerspiel eine andere Rolle gespieltzulasten ihrer Beziehung. «Durch das Computerspiel haben wir uns voneinander entfernt, jeder spielte sein eigenes Spiel.» Ihre Beschäftigung in einem Büro habe sie aufgrund eigenen Verschuldens verloren, sagte die Frau weiter. Der Prozess wird am 23. April fortgesetzt. Der Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Halle ) (Quelle: )