11.07.2018 | Welt Erste Bilder geretteter Fußballer in Thailand: So geht es den Jungen nach der Höhlenrettung

Das Schicksal der aus einer Höhle in Thailand geretteten jungen Fußballspieler und ihres Trainers bewegt die Welt. Noch kümmern sich Ärzte um das Team. Immer klarer wird unterdessen: Die Sache war wohl noch brenzliger als gedacht.

  • <p>Drei der aus einer Höhle geretteten Jungen zeigen im&nbsp;Krankenhaus: "Uns geht es gut!" Die zwölf Spieler einer thailändischen Fußball-Jugendmannschaft und ihr Trainer sind in einer aufwendigen Aktion aus der überfluteten Höhle gerettet worden.</p>

    Drei der aus einer Höhle geretteten Jungen zeigen im Krankenhaus: "Uns geht es gut!" Die zwölf Spieler einer thailändischen Fußball-Jugendmannschaft und ihr Trainer sind in einer aufwendigen Aktion aus der überfluteten Höhle gerettet worden.

    Foto: Thailand Government Spokesman Bureau/AP/dpa
  • <p>Die ersten Bilder der Jungen wurden von der Polizei bei einer&nbsp;Pressekonferenz gezeigt.</p>

    Die ersten Bilder der Jungen wurden von der Polizei bei einer Pressekonferenz gezeigt.

    Foto: AP/dpa
  • <p>Im Krankenhaus haben sich natürlich viele&nbsp;Familienangehörige versammelt. Sie&nbsp;können die&nbsp;geretteten Kinder aber derzeit nur&nbsp;durch eine Scheibe beobachten.</p>

    Im Krankenhaus haben sich natürlich viele Familienangehörige versammelt. Sie können die geretteten Kinder aber derzeit nur durch eine Scheibe beobachten.

    Foto: Thailand Government Spokesman Bureau/AP/dpa

Die aus einer Höhle im Norden Thailands geretteten jungen Fußballspieler und ihr Trainer haben die lange Zeit unter der Erde nach Aussagen ihrer Ärzte gut überstanden. Sie müssen allerdings zur weiteren Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Am Mittwoch (11.07.) veröffentlichte die Regierung erste Bilder aus der Klinik. Hier zeigen wir euch die Fotos.

Die letzten der Jungen waren am Dienstagabend wohlbehalten aus der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non rund 1000 Kilometer nördlich von Bangkok befreit worden. Alle Hintergründe dazu gibt es hier. Das Jugend-Fußballteam war dort am 23. Juni von Wassermassen überrascht worden. Erst nach neun Tagen wurden die Jungen und ihr Trainer von Höhlentauchern entdeckt. Die Rettung entwickelte sich zu einem Kampf gegen Wetter und Zeit.

Sauerstoffmangel war große Gefahr

In Südostasien ist gerade Monsun-Saison mit heftigen Regenfällen. Bei einer Pressekonferenz zum Abschluss der Rettungsarbeiten sagte Missionsleiter Narongsak Osoattanakorn am Mittwoch, es sei extrem wichtig gewesen, die Jungen rasch aus der Höhle zu holen, da mehr Regen erwartet worden sei. Außerdem sei der Sauerstoffmangel eine große Gefahr gewesen. Der Sauerstoffgehalt in der Atemluft war von 21 Prozent auf 15 Prozent abgesunken. «Was wir zuvor nicht gesagt haben: Wenn das auf 12 Prozent abgesunken wäre, hätte die Gruppe einen Schock erleiden und ins Koma fallen können.»

Pumpe ausgefallen: Rettung musste schnell über die Bühne gehen

Für die Rettung war es erforderlich, große Mengen Wasser aus der Höhle zu pumpen, um den Wasserspiegel zu senken. Die britische Zeitung «The Guardian» berichtete am Mittwoch unter Berufung auf drei beteiligte australische Taucher, dass am Dienstagabend die wichtigste Pumpe versagte - woraufhin der Pegel rasch stieg. Zu dem Zeitpunkt seien Taucher und Rettungsarbeiter noch mit dem Einsammeln von Gerät beschäftigt gewesen. Die verbliebenen 100 Arbeiter in der Höhle seien in wilder Flucht zum Ausgang gerannt, berichtete das Blatt.

Arzt: Jungs mental in "sehr gutem Zustand"

Die Behörden veröffentlichen erste Bilder der Jungen aus dem Krankenhaus in Chiang Rai. Darauf sind mehrere der Jungen in ihren Klinikbetten zu sehen. Sie alle tragen Gesichtsmasken, mehrere Krankenhausmitarbeiter sind bei ihnen. Amtsarzt Thongchai Lertvilairattanapong lobte zuvor bei einer Pressekonferenz den «sehr guten mentalen Zustand» der Jungs und ihres Trainers. «Das ist wahrscheinlich deshalb so, weil sie die ganze Zeit gemeinsam als ein Team verbrachten, wo einer dem anderen hilft.»

Thongchai fuhr fort: «Alle von ihnen sind bei guter körperlicher Gesundheit, ohne irgendein Fieber oder schwere Infektionen. Nur drei von ihnen haben leichte Lungenentzündungen.» Die ganze Gruppe - zwölf Jungen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren und ihr 25-jähriger Trainer - würden bis zu eine Woche im Krankenhaus bleiben, um ihre weitere Behandlung sicherzustellen.

Fußball-Star aus Frankreich grüßt Gerettete

Deshalb können die Nachwuchsfußballer auch nicht zum WM-Finale am Sonntag in Moskau reisen, zu dem sie Fifa-Präsident Gianni Infantino eingeladen hatte. Die Ärzte versicherten aber, dass sie das Spiel im Fernsehen sehen könnten. Einer der Spieler, die am Sonntag im Luschniki-Stadion um den Weltpokal kämpfen werden, übermittelte bereits Grüße von Russland nach Thailand: Frankreichs Mittelfeld-Star Paul Pogba twitterte, dass er den 1:0-Halbfinalsieg seiner Mannschaft gegen Belgien den geretteten Jugendlichen widme. «Dieser Sieg geht an die Helden des Tages - gut gemacht Jungs, ihr seid so stark.»

Experten hatten es kaum für möglich gehalten, das Team aus seinem Zufluchtsort in vier Kilometern Entfernung durch die großteils überflutete Höhle sicher nach draußen zu bringen. Der Weg zurück an die Erdoberfläche dauerte jeweils mehrere Stunden. Keiner der Fußballer hatte Erfahrung im Tauchen, weshalb sie von Profis ins Schlepptau genommen wurden.

Chronologie des Höhlendramas in Thailand

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	<strong>23. Juni 2018 – Der Tag des Verschwindens</strong></p><p>
	Am Samstag nach ihrem Fußball-Training nimmt das Drama in Thailand&nbsp;seinen Lauf. Zwölf Teenager und&nbsp;ihr 25-jähriger Trainer verschwinden im Norden des Landes.</p></center>

    23. Juni 2018 – Der Tag des Verschwindens

    Am Samstag nach ihrem Fußball-Training nimmt das Drama in Thailand seinen Lauf. Zwölf Teenager und ihr 25-jähriger Trainer verschwinden im Norden des Landes.

    Foto: Ekkapol Janthawong/Facebook
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	<strong>23. Juni 2018&nbsp;–&nbsp;Der Tag des Verschwindens</strong></p><p>
	Das Team klettert&nbsp;in die Tham-Luang-Höhle und wird von einer Sturzflut überrascht.&nbsp;In der Nähe werden Fahrräder, Fußballschuhe und Rucksäcke gefunden.</p><figure></figure></center>

    23. Juni 2018 – Der Tag des Verschwindens

    Das Team klettert in die Tham-Luang-Höhle und wird von einer Sturzflut überrascht. In der Nähe werden Fahrräder, Fußballschuhe und Rucksäcke gefunden.

    Foto: Tassanee Vejpongsa/AP/dpa
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	<strong>24. Juni&nbsp;</strong><strong>– Eintreffen der Suchteams</strong></p><p>
	Retter nehmen die Suche nach&nbsp;den eingeschlossen Jungen auf. Sie sammeln sich&nbsp;am Eingang der Tropfsteinhöhle.</p></center>

    24. Juni – Eintreffen der Suchteams

    Retter nehmen die Suche nach den eingeschlossen Jungen auf. Sie sammeln sich am Eingang der Tropfsteinhöhle.

    Foto: Uncredited/TPBS/AP/dpa
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	<strong>26. Juni&nbsp;– Eltern hoffen auf Wunder&nbsp;</strong></p><p>
	Immer mehr Angehörige der Fußball-Jungs treffen am Unglücksort ein. In einem Zelt, das für sie aufgebaut wurde, versammeln sich Eltern und Geschwister. Dort werden sie von den&nbsp;Suchteams&nbsp;über das Vorgehen informiert.</p></center>

    26. Juni – Eltern hoffen auf Wunder 

    Immer mehr Angehörige der Fußball-Jungs treffen am Unglücksort ein. In einem Zelt, das für sie aufgebaut wurde, versammeln sich Eltern und Geschwister. Dort werden sie von den Suchteams über das Vorgehen informiert.

    Foto: Tassanee Vejpongsa/AP/dpa
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	<strong>28. Juni&nbsp;– Komplikationen bei der Suche</strong>&nbsp;</p><p>
	Die Suche wird durch starken Regen behindert. Und je länger die Suche dauert, desto mehr Optionen loten die&nbsp;Rettungsteams aus. Sie arrangieren Schläuche, mit denen Wasser aus der Tropfsteinhöhle gepumpt werden soll.</p></center>

    28. Juni – Komplikationen bei der Suche 

    Die Suche wird durch starken Regen behindert. Und je länger die Suche dauert, desto mehr Optionen loten die Rettungsteams aus. Sie arrangieren Schläuche, mit denen Wasser aus der Tropfsteinhöhle gepumpt werden soll.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>2. Juli&nbsp;– Vermisste lebend gefunden</strong></p><p>
	Die thailändischen Navy Seals schaffen den Durchbruch: Sie finden die&nbsp;vermissten Jugendfußballer und ihren Trainer nach neun Tagen lebend in der Höhle.</p></center>

    2. Juli – Vermisste lebend gefunden

    Die thailändischen Navy Seals schaffen den Durchbruch: Sie finden die vermissten Jugendfußballer und ihren Trainer nach neun Tagen lebend in der Höhle.

    Foto: Thai Navy Seals/XinHua/dpa
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	<strong>2. Juli&nbsp;–&nbsp;Vermisste lebend gefunden</strong></p><p>
	Die Erleichterung bei den&nbsp;Familienangehörigen ist riesig. Nach über einer Woche steht fest, die Jugendlichen in der Höhle sind am Leben.</p></center>

    2. Juli – Vermisste lebend gefunden

    Die Erleichterung bei den Familienangehörigen ist riesig. Nach über einer Woche steht fest, die Jugendlichen in der Höhle sind am Leben.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>6. Juli&nbsp;</strong><strong>– Taucher stirbt</strong></p><p>&nbsp;Noch bevor&nbsp;die Rettung der Jugendlichen startet, kommt ein Taucher ums Leben. Er war ein Ex-Angehöriger der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals. Er&nbsp;hatte versucht, Sauerstoffbehälter in der Höhle zu platzieren und verlor&nbsp;auf dem Rückweg das Bewusstsein.</p></center>

    6. Juli – Taucher stirbt

     Noch bevor die Rettung der Jugendlichen startet, kommt ein Taucher ums Leben. Er war ein Ex-Angehöriger der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals. Er hatte versucht, Sauerstoffbehälter in der Höhle zu platzieren und verlor auf dem Rückweg das Bewusstsein.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>8. Juli&nbsp;</strong><strong>– Start der Rettung</strong></p><p><strong></strong>Taucher der Marine machen sich&nbsp;mit Sauerstoff-Flaschen auf den Weg, um die&nbsp;zwölf Jungen und&nbsp;ihren Trainer rauszuholen. Die Regierung teilte mit, dass die Rettungsaktion beginnt.</p></center>

    8. Juli – Start der Rettung

    Taucher der Marine machen sich mit Sauerstoff-Flaschen auf den Weg, um die zwölf Jungen und ihren Trainer rauszuholen. Die Regierung teilte mit, dass die Rettungsaktion beginnt.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>8. Juli – Start der Rettung</strong></p><p>
	"Wir, Thai- und internationale Teams schließen uns zusammen, um die Jungen nach Hause zu bringen!" Mit dieser Botschaft beginnt&nbsp;in den Morgenstunden die Rettungsaktion.</p></center>

    8. Juli – Start der Rettung

    "Wir, Thai- und internationale Teams schließen uns zusammen, um die Jungen nach Hause zu bringen!" Mit dieser Botschaft beginnt in den Morgenstunden die Rettungsaktion.

    Foto: Uncredited/Thai Navy SEAL Facebook Page/dpa
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	<strong>8. Juli&nbsp;</strong><strong>– Erste vier Jungen gerettet</strong></p><p>
	<strong></strong>Noch am selben Tag vermelden die&nbsp;Rettungskräfte den ersten Erfolg.&nbsp;Vier der eingeschlossenen Jungen können nach 15 Tagen Höhlen-Gefangenschaft gerettet werden.</p></center>

    8. Juli – Erste vier Jungen gerettet

    Noch am selben Tag vermelden die Rettungskräfte den ersten Erfolg. Vier der eingeschlossenen Jungen können nach 15 Tagen Höhlen-Gefangenschaft gerettet werden.

    Foto: Uncredited/Chiang Rai Public Relations Office/AP/dpa
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	<strong>8. Juli – Gerettete ins Krankenhaus gebracht</strong>
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	<strong></strong>Einen der Jungen tragen sie hier auf einer Liege aus der Höhle, um ihn in ein Krankenhaus zu bringen. Die Ärzte teilen mit, dass es den&nbsp;Geretteten den Umständen entsprechend gut gehe.
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    8. Juli – Gerettete ins Krankenhaus gebracht

    Einen der Jungen tragen sie hier auf einer Liege aus der Höhle, um ihn in ein Krankenhaus zu bringen. Die Ärzte teilen mit, dass es den Geretteten den Umständen entsprechend gut gehe.

    Foto: Chiang Rai PR office/Xinhua/dpa
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	<strong>9. Juli&nbsp;– Zweiter&nbsp;</strong><strong>Rettungsaktion beginnt</strong>&nbsp;</p><p>Rettungstaucher machen sich erneut auf den Weg in die Höhle, um&nbsp;weitere Jugendliche zu befreien. Auch die medizinischen Kräfte stehen bereit, um die Geretteten mit einem&nbsp;Helikopter sofort ins Krankenhaus bringen zu können.</p></center>

    9. Juli – Zweiter Rettungsaktion beginnt 

    Rettungstaucher machen sich erneut auf den Weg in die Höhle, um weitere Jugendliche zu befreien. Auch die medizinischen Kräfte stehen bereit, um die Geretteten mit einem Helikopter sofort ins Krankenhaus bringen zu können.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>9. Juli&nbsp;– Rettung vier weiterer Jugendlicher</strong></p><p>
	Bei der&nbsp;zweiten Rettungsmission gelingt ein weiterer Erfolg. Vier weitere&nbsp;Jugendliche können aus der Höhle befreit werden. Damit sind noch vier Jungs&nbsp;und ihr Trainer eingeschlossen.</p></center>

    9. Juli – Rettung vier weiterer Jugendlicher

    Bei der zweiten Rettungsmission gelingt ein weiterer Erfolg. Vier weitere Jugendliche können aus der Höhle befreit werden. Damit sind noch vier Jungs und ihr Trainer eingeschlossen.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>10. Juli&nbsp;–</strong><strong>&nbsp;Start der dritten Rettungsmission</strong></p><p>
	Um die&nbsp;noch fünf eingeschlossenen Mitglieder der Fußball-Mannschaft zu retten, startet nach 17 Tagen ein weiterer Rettungseinsatz von Spezialtauchern. Was sie noch nicht ahnen: Es wird das finale Kapitel einer Heldengeschichte.</p></center>

    10. Juli – Start der dritten Rettungsmission

    Um die noch fünf eingeschlossenen Mitglieder der Fußball-Mannschaft zu retten, startet nach 17 Tagen ein weiterer Rettungseinsatz von Spezialtauchern. Was sie noch nicht ahnen: Es wird das finale Kapitel einer Heldengeschichte.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>10. Juli&nbsp;–</strong><strong>&nbsp;Alle Jugendlichen und Trainer gerettet</strong></p></center>
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	Denn nach der stundenlangen Rettungsaktion kann die Marine vermelden:&nbsp;Die letzten fünf Eingeschlossenen - darunter vier Jungs und ihr Trainer - sind gerettet. Bunte&nbsp;Schirme verhindern den Blick auf den Helikopter, mit dem sie&nbsp;in ein Krankenhaus geflogen werden.</p>

    10. Juli – Alle Jugendlichen und Trainer gerettet

    Denn nach der stundenlangen Rettungsaktion kann die Marine vermelden: Die letzten fünf Eingeschlossenen - darunter vier Jungs und ihr Trainer - sind gerettet. Bunte Schirme verhindern den Blick auf den Helikopter, mit dem sie in ein Krankenhaus geflogen werden.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa