04.12.2018 | Welt EU-Minister beschließen: LKW-Fahrer dürfen nicht mehr in der Kabine schlafen

Paukenschlag für alle Brummifahrer: Die EU will die Arbeitszeiten neu regulieren, die Löhne sollen angeglichen werden und die Fahrer sollen nicht mehr in ihren Kabinen übernachten dürfen.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa

LKW-Fahrer klagen immer häufiger über schlechte Arbeitsbedingungen. Dagegen wollen die EU-Verkehrsminister nun vorgehen und haben sich auf ein Maßnahmenpaket geeinigt. "Für die gleiche Arbeit, am gleichen Ort, soll auch der gleiche Lohn gelten", sagte Österreichs Verkehrsminister letzte Nacht in Brüssel. Österreich hat aktuell den EU-Vorsitz inne. Mit den neuen Regelungen soll vor allem gegen Lohn-Dumping vorgegangen werden. Derzeit werden von Speditionsfirmen gerne Arbeitskräfte aus den osteuropäischen Ländern beschäftigt um Lohnkosten zu senken. Länder wie Frankreich, Österreich, Belgien, Dänemark, Italien, Luxemburg, Norwegen und Schweden hatten sich im vergangenen Jahr schon mit Deutschland zusammengeschlossen, um dagegen vorzugehen. 

Klare Regelung der Ruhezeiten

Am meisten Diskussionsstoff bietet wohl die Ankündigung, dass Fahrer künftig nicht mehr im Führerhaus übernachten dürfen. Stattdessen sollen die Fuhrunternehmer dazu verpflichtet werden, Unterkünfte für ihre Fahrer zu bezahlen. Damit soll auch gegen überfüllte Raststätten und Autobahnparkplätze vorgegangen werden. Das gilt aber nur die wöchentliche Ruhezeit, nicht aber für die normale Übernachtung nach der Schicht.

Weiterhin sollen die Ruhezeiten klarer geregelt werden. So muss ein Fahrer, wenn er eine Woche unterwegs ist, mindestens 45 Stunden am Stück pausieren. Außerdem soll ein LKW-Fahrer nur noch maximal vier Wochen am Stück in Europa unterwegs sein dürfen.