16.01.2022 | Welt "Extrem enttäuscht": Australisches Bundesgericht weist Tennis-Star Djokovic endgültig aus

Es war ein Tennis-Drama, dass sich um insgesamt elf Tage hinzog. Am Ende steht fest: Novak Djokovic, die Nummer eins der Welt, wird nicht bei den Australian Open starten und muss das Land verlassen. Damit endet ein langes Hin und Her - und eine Geschichte, in der es nur Verlierer gibt.

Foto: John Walton/PA Wire/dpa

Er hatte Großes vor - doch muss jetzt seine Koffer endgültig packen: Novak Djokovic darf nicht an den Australian Open teilnehmen und muss ausreisen. Wie das Bundesgericht in Australien am Sonntag entschied, wurde der Einspruch des serbischen Tennisprofis gegen seine verweigerte Einreise und die Annullierung des Visums abgelehnt.

Einstimme Entscheidung

Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, hieß es. Eine genaue Begründung soll dann am Montag folgen. Was klar ist: Gegen das Urteil können beide Seiten vor dem Bundesgericht keine Rechtsmittel einlegen. Damit kann der 34 Jahre alte Djokovic seinen Titel beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in Melbourne nicht verteidigen. Sein Ziel war, mit dem 21. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier alleiniger Rekordhalter vor Roger Federer und Rafael Nadal zu werden.

Tausende Fans live dabei

Bis zu 60.000 Menschen waren live dabei und verfolgten gespannt über einen Online-Stream die Urteilsverkündung. Die Sitzung hatte gegen 9.30 Uhr (Ortszeit) begonnen. Um kurz vor 18.00 Uhr Ortszeit wurde die Entscheidung bekannt. Wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete, hatte Djokovic die Sitzung aus dem Büro seiner Anwälte in Melbourne verfolgt. Die Nacht vor der Verhandlung beim Bundesgericht hatte der Rekordsieger der Australian Open in einem Abschiebehotel verbracht.

Langes Hin und Her

Der abschließenden Verhandlung war eine tagelange Hängepartie vorausgegangen. Am Freitag war sein Visum in einer persönlichen Entscheidung von Einwanderungsminister Alex Hawke ein zweites Mal für ungültig erklärt worden. Der Weltranglisten-Erste ist nicht gegen das Coronavirus geimpft und deswegen eine umstrittene Person in dem Land, das seit Beginn der Pandemie harte Regeln aufgestellt hat.

Als ihm die Behörden in der vorigen Woche die Einreise verweigert hatten, war er vorübergehend in ein Abschiebehotel gebracht worden. Eine erste Gerichtsentscheidung am Montag war zu seinen Gunsten ausgefallen, Djokovic hatte daraufhin die Vorbereitung auf die Australian Open fortgesetzt.

Djokovic: Extrem enttäuscht
"Ich bin extrem enttäuscht über die Entscheidung! Ich fühle mich unwohl, dass ich der Fokus der vergangenen Wochen gewesen bin, und ich hoffe, dass wir uns nun alle auf das Spiel und das Turnier, das ich liebe, konzentrieren können. Ich werde mir jetzt etwas Zeit nehmen, um mich auszuruhen und zu erholen."
Novak Djokovic in einem ersten Statement