15.01.2021 | Welt Forscher sagen: Corona wird auf lange Sicht an Gefahr verlieren

Wir befinden uns aktuell wohl in der härtesten Zeit der Pandemie. Trotz zunehmender Einschränkungen steigen die Fall- und Todeszahlen weiter. Auf lange Sicht könnte sich die weltweite Situation aber deutlich entspannen.

Niemand weiß mit Gewissheit, wie die Zukunft des Virus aussehen und wie lange es in unserem Leben herumgeistern wird. Ein Forscherteam aus den USA hat jetzt ein Studienergebnis präsentiert, das in diesen angespannten Zeiten aufatmen lässt.

Modell mit vier Corona-Viren

Jennie Lavine und ihr Forscherteam der Emory University in Atlanta haben verschiedene Modellrechnungen zur künftigen Entwicklung von Sars-CoV-2 erstellt. In das Modell bezogen sie dabei die epidemiologischen und immunologischen Daten von vier bekannten Coronaviren ein. Alle untersuchten Erreger sorgen dabei immer wieder für lokale Epidemien in verschiedenen Weltregionen. Träger sind dabei wohl vor allem Kinder zwischen drei und fünf Jahren, wobei sie selbst nur selten unter schweren Verläufen oder Komplikationen leiden. Auch die Sterblichkeitsrate in dieser Altersklasse sei nur gering. 

Keine Symptome 

Weiterhin ist auch bekannt, dass man sich nach der Infektion mit einem dieser Corona-Viren immunisiert, der Schutz aber nur in etwa ein Jahr lang besteht, weil die Zahl der gebildeten Antikörper mit der Zeit immer weiter abfällt. Die Untersuchungsergebnisse zeigten allerdings auch, dass es bei einer Neuinfektion zu einer verkürzten Virusausscheidung kommt und die Probanden symptomfrei blieben. 

Lebenslange Teilimmunität 

Das Forscherteam glaubt deshalb, dass man durch eine Erstinfektion mit dem Corona-Virus eine lebenslange Teilimmunität erlangt, die durch weitere Infektionen weiter gestärkt wird. Denkbar wäre deshalb, dass dadurch immer weniger ältere Menschen erkranken oder sie bei einer Infektion symptomfrei bleiben. Somit käme es auch zu weniger schweren Verläufen und Todesfällen. 

Früher Kontakt für Immunität

Lediglich Kinder müssten früh mit dem Virus in Kontakt kommen, um eine Teilimmunität aufbauen zu können. Sollte es hier wider Erwarten zu schwereren Verläufen kommen, müsste laut den Forschern ein Impfschutz aufgebaut werden.

Corona langfristig keine Gefahr für die Menschheit

Durch diese Erkenntnisse folgert das Forscherteam, dass Corona in Zukunft von einem pandemischen zu einem endemischen Erreger werden könnte. Das würde bedeuten, dass er dann nur noch in gewissen Regionen in der Welt auftreten würde. Dann würden vielerorts auch Impfungen nicht mehr notwendig sein, um das Virus zu bekämpfen. Somit sieht das Forscherteam in Corona keine langfristige Gefahr für die Menschheit, auch wenn die Situation aktuell sehr angespannt ist.