23.04.2009 | Welt «Girls' Day»: Mädchen erobern Männerdomänen

«Girls' Day»: Mädchen erobern Männerdomänen
Bundesbildungsministerin Annette Schavan empfängt Schülerinnen der 7. und 9. Klasse zum Auftakt des bundesweiten «Girls' Day» im Bundeskanzleramt.
Eine Internetseite basteln, mit einem Schweißgerät hantieren oder einen Helikopter fliegen: Knapp 127 000 Schülerinnen von der 5. Klasse an haben am Donnerstag beim «Girls' Day» bundesweit in typische Männerberufe hineingeschnuppert.

Bereits zum neunten Mal luden Technikfirmen, Behörden, Handwerksbetriebe und Forschungseinrichtungen den weiblichen Nachwuchs zu Mini-Praktika ein. Mit mehr als 9000 Veranstaltungen sei ein Rekord aufgestellt worden, sagte Carmen Ruffer von der bundesweiten «Girls'-Day»- Koordinierungsstelle in Bielefeld.

Bei der Flensburger Bundespolizei etwa erfuhren 19 Mädchen mehr über den Beruf einer Diensthundeführerin, und wie ein Hubschrauber geflogen wird. Welche Aufgaben Stadtplanerinnen bewältigen, erfuhren 40 Mädchen in der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung.

«Das Engagement der Unternehmen und Organisationen hat trotz Krise nicht gelitten, darüber freuen wir uns sehr», sagte Ruffer. «Das zeigt, dass das Thema angekommen ist, dass weiblicher Fachkräfte- Nachwuchs ein wichtiger Zukunftsfaktor für Deutschland ist.»

An der Fachhochschule Mainz waren Mädchen der Klassen 7. bis 10. bei mehreren Kursen zu Gast und haben unter anderem eine Homepage programmiert und sich im Modellbau geübt. Acht junge Frauen konnten zudem ein Schnupperpraktikum im Landtag absolvieren. Beim ZDF hatten sich mehr als 320 Mädchen angekündigt, um hinter die Kulissen des Senders zu blicken und Berufe in der Fernsehproduktion kennenzulernen.

«Trotz guter Schulabschlüsse wählen Mädchen selten Berufe in Naturwissenschaft, Technik und IT. Deshalb gibt es den "Girls' Day", um ihnen zu zeigen, dass sie sich etwas zutrauen können», sagte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) laut einer Mitteilung. Ihr Ministerium ist Mitinitiator des bundesweiten Aktionstages.

Damit Jungen nicht zu kurz kommen, lernen diese umgekehrt soziale Berufe kennenetwa den des Pflegers oder des Erziehers. Als Teil der 2005 gestarteten Kampagne «Neue Wege für Jungs» steckt das Projekt im Vergleich zum «Girls' Day» aber noch in den Kinderschuhen.

[Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit]: Wilhelm- Bertelsmann-Str. 10, Bielefeld (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Bielefeld ) (Quelle: )