10.07.2018 | Welt Rettern gelingt Wunder bei Höhlenrettung in Thailand: Alle 12 Jungen und Trainer befreit

Nach 17 Tage ist das Wunder in Thailand vollbracht, der letzte Akt im Höhlendrama geschafft: Alle Jugendlichen und deren Fußball-Trainer konnten aus der Höhle gerettet werden.

Foto: Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa

Das Höhlen-Drama in Thailand bekommt das ersehnte Happy End! Nach 17 Tagen in einer dunklen Höhle sind die zwölf Spieler einer thailändischen Fußball-Jugendmannschaft und ihr Trainer alle gerettet. Das teilte die thailändische Marine am Dienstag (10.07.) mit.

Die letzten vier eingeschlossenen Kinder wurden zuvor von Spezialtauchern in einem hochgefährlichen Einsatz über Stunden hinweg ins Freie gebracht. Dann kam auch der 25 Jahre alte Betreuer nach draußen. Nach ersten Angaben der Ärzte haben die Geretteten die lange Zeit des Zittern und Bangens verhältnismäßig gut überstanden.

Experten zweifelten am Erfolg 

Das glückliche Ende des Höhlendramas grenzt für viele an ein Wunder. Auch Experten hatten es kaum für möglich gehalten, dass das Team des Fußballvereins «Wildschweine» aus seinem Zufluchtsort in vier Kilometern Tiefe sicher nach draußen gebracht werden kann.

Jüngstes Kind ist erst elf Jahre alt

Der Weg zurück ans Licht dauerte jeweils mehrere Stunden. Große Teile der Höhle waren überflutet. Keines der Kinder hatte Erfahrung im Tauchen, weshalb sie von den Profis in den Schlepptau genommen wurden. Manche Stellen in der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non waren so eng, dass auch die Kinder kaum durchpassten. Als vorletzter der insgesamt zwölf Spieler kam der jüngste nach draußen. Er ist erst elf.

Dritte Rettungsmission bringt den Erfolg

Der letzte von insgesamt drei höchst gefährlichen Einsätzen hatte um 10.08 Uhr Ortszeit (05.08 Uhr MESZ) begonnen. Zuvor hatte es die ganze Nacht über wieder heftig geregnet. Als Ziel gab Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn aus, bis zum Abend alle Eingeschlossenen herauszuholen - was dann innerhalb von etwa acht Stunden auch tatsächlich gelang.

Chronologie des Höhlendramas in Thailand

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	<strong>23. Juni 2018 – Der Tag des Verschwindens</strong></p><p>
	Am Samstag nach ihrem Fußball-Training nimmt das Drama in Thailand&nbsp;seinen Lauf. Zwölf Teenager und&nbsp;ihr 25-jähriger Trainer verschwinden im Norden des Landes.</p></center>

    23. Juni 2018 – Der Tag des Verschwindens

    Am Samstag nach ihrem Fußball-Training nimmt das Drama in Thailand seinen Lauf. Zwölf Teenager und ihr 25-jähriger Trainer verschwinden im Norden des Landes.

    Foto: Ekkapol Janthawong/Facebook
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	<strong>23. Juni 2018&nbsp;–&nbsp;Der Tag des Verschwindens</strong></p><p>
	Das Team klettert&nbsp;in die Tham-Luang-Höhle und wird von einer Sturzflut überrascht.&nbsp;In der Nähe werden Fahrräder, Fußballschuhe und Rucksäcke gefunden.</p><figure></figure></center>

    23. Juni 2018 – Der Tag des Verschwindens

    Das Team klettert in die Tham-Luang-Höhle und wird von einer Sturzflut überrascht. In der Nähe werden Fahrräder, Fußballschuhe und Rucksäcke gefunden.

    Foto: Tassanee Vejpongsa/AP/dpa
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	<strong>24. Juni&nbsp;</strong><strong>– Eintreffen der Suchteams</strong></p><p>
	Retter nehmen die Suche nach&nbsp;den eingeschlossen Jungen auf. Sie sammeln sich&nbsp;am Eingang der Tropfsteinhöhle.</p></center>

    24. Juni – Eintreffen der Suchteams

    Retter nehmen die Suche nach den eingeschlossen Jungen auf. Sie sammeln sich am Eingang der Tropfsteinhöhle.

    Foto: Uncredited/TPBS/AP/dpa
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	<strong>26. Juni&nbsp;– Eltern hoffen auf Wunder&nbsp;</strong></p><p>
	Immer mehr Angehörige der Fußball-Jungs treffen am Unglücksort ein. In einem Zelt, das für sie aufgebaut wurde, versammeln sich Eltern und Geschwister. Dort werden sie von den&nbsp;Suchteams&nbsp;über das Vorgehen informiert.</p></center>

    26. Juni – Eltern hoffen auf Wunder 

    Immer mehr Angehörige der Fußball-Jungs treffen am Unglücksort ein. In einem Zelt, das für sie aufgebaut wurde, versammeln sich Eltern und Geschwister. Dort werden sie von den Suchteams über das Vorgehen informiert.

    Foto: Tassanee Vejpongsa/AP/dpa
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	<strong>28. Juni&nbsp;– Komplikationen bei der Suche</strong>&nbsp;</p><p>
	Die Suche wird durch starken Regen behindert. Und je länger die Suche dauert, desto mehr Optionen loten die&nbsp;Rettungsteams aus. Sie arrangieren Schläuche, mit denen Wasser aus der Tropfsteinhöhle gepumpt werden soll.</p></center>

    28. Juni – Komplikationen bei der Suche 

    Die Suche wird durch starken Regen behindert. Und je länger die Suche dauert, desto mehr Optionen loten die Rettungsteams aus. Sie arrangieren Schläuche, mit denen Wasser aus der Tropfsteinhöhle gepumpt werden soll.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>2. Juli&nbsp;– Vermisste lebend gefunden</strong></p><p>
	Die thailändischen Navy Seals schaffen den Durchbruch: Sie finden die&nbsp;vermissten Jugendfußballer und ihren Trainer nach neun Tagen lebend in der Höhle.</p></center>

    2. Juli – Vermisste lebend gefunden

    Die thailändischen Navy Seals schaffen den Durchbruch: Sie finden die vermissten Jugendfußballer und ihren Trainer nach neun Tagen lebend in der Höhle.

    Foto: Thai Navy Seals/XinHua/dpa
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	<strong>2. Juli&nbsp;–&nbsp;Vermisste lebend gefunden</strong></p><p>
	Die Erleichterung bei den&nbsp;Familienangehörigen ist riesig. Nach über einer Woche steht fest, die Jugendlichen in der Höhle sind am Leben.</p></center>

    2. Juli – Vermisste lebend gefunden

    Die Erleichterung bei den Familienangehörigen ist riesig. Nach über einer Woche steht fest, die Jugendlichen in der Höhle sind am Leben.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>6. Juli&nbsp;</strong><strong>– Taucher stirbt</strong></p><p>&nbsp;Noch bevor&nbsp;die Rettung der Jugendlichen startet, kommt ein Taucher ums Leben. Er war ein Ex-Angehöriger der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals. Er&nbsp;hatte versucht, Sauerstoffbehälter in der Höhle zu platzieren und verlor&nbsp;auf dem Rückweg das Bewusstsein.</p></center>

    6. Juli – Taucher stirbt

     Noch bevor die Rettung der Jugendlichen startet, kommt ein Taucher ums Leben. Er war ein Ex-Angehöriger der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals. Er hatte versucht, Sauerstoffbehälter in der Höhle zu platzieren und verlor auf dem Rückweg das Bewusstsein.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>8. Juli&nbsp;</strong><strong>– Start der Rettung</strong></p><p><strong></strong>Taucher der Marine machen sich&nbsp;mit Sauerstoff-Flaschen auf den Weg, um die&nbsp;zwölf Jungen und&nbsp;ihren Trainer rauszuholen. Die Regierung teilte mit, dass die Rettungsaktion beginnt.</p></center>

    8. Juli – Start der Rettung

    Taucher der Marine machen sich mit Sauerstoff-Flaschen auf den Weg, um die zwölf Jungen und ihren Trainer rauszuholen. Die Regierung teilte mit, dass die Rettungsaktion beginnt.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>8. Juli – Start der Rettung</strong></p><p>
	"Wir, Thai- und internationale Teams schließen uns zusammen, um die Jungen nach Hause zu bringen!" Mit dieser Botschaft beginnt&nbsp;in den Morgenstunden die Rettungsaktion.</p></center>

    8. Juli – Start der Rettung

    "Wir, Thai- und internationale Teams schließen uns zusammen, um die Jungen nach Hause zu bringen!" Mit dieser Botschaft beginnt in den Morgenstunden die Rettungsaktion.

    Foto: Uncredited/Thai Navy SEAL Facebook Page/dpa
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	<strong>8. Juli&nbsp;</strong><strong>– Erste vier Jungen gerettet</strong></p><p>
	<strong></strong>Noch am selben Tag vermelden die&nbsp;Rettungskräfte den ersten Erfolg.&nbsp;Vier der eingeschlossenen Jungen können nach 15 Tagen Höhlen-Gefangenschaft gerettet werden.</p></center>

    8. Juli – Erste vier Jungen gerettet

    Noch am selben Tag vermelden die Rettungskräfte den ersten Erfolg. Vier der eingeschlossenen Jungen können nach 15 Tagen Höhlen-Gefangenschaft gerettet werden.

    Foto: Uncredited/Chiang Rai Public Relations Office/AP/dpa
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	<strong>8. Juli – Gerettete ins Krankenhaus gebracht</strong>
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	<strong></strong>Einen der Jungen tragen sie hier auf einer Liege aus der Höhle, um ihn in ein Krankenhaus zu bringen. Die Ärzte teilen mit, dass es den&nbsp;Geretteten den Umständen entsprechend gut gehe.
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    8. Juli – Gerettete ins Krankenhaus gebracht

    Einen der Jungen tragen sie hier auf einer Liege aus der Höhle, um ihn in ein Krankenhaus zu bringen. Die Ärzte teilen mit, dass es den Geretteten den Umständen entsprechend gut gehe.

    Foto: Chiang Rai PR office/Xinhua/dpa
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	<strong>9. Juli&nbsp;– Zweiter&nbsp;</strong><strong>Rettungsaktion beginnt</strong>&nbsp;</p><p>Rettungstaucher machen sich erneut auf den Weg in die Höhle, um&nbsp;weitere Jugendliche zu befreien. Auch die medizinischen Kräfte stehen bereit, um die Geretteten mit einem&nbsp;Helikopter sofort ins Krankenhaus bringen zu können.</p></center>

    9. Juli – Zweiter Rettungsaktion beginnt 

    Rettungstaucher machen sich erneut auf den Weg in die Höhle, um weitere Jugendliche zu befreien. Auch die medizinischen Kräfte stehen bereit, um die Geretteten mit einem Helikopter sofort ins Krankenhaus bringen zu können.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>9. Juli&nbsp;– Rettung vier weiterer Jugendlicher</strong></p><p>
	Bei der&nbsp;zweiten Rettungsmission gelingt ein weiterer Erfolg. Vier weitere&nbsp;Jugendliche können aus der Höhle befreit werden. Damit sind noch vier Jungs&nbsp;und ihr Trainer eingeschlossen.</p></center>

    9. Juli – Rettung vier weiterer Jugendlicher

    Bei der zweiten Rettungsmission gelingt ein weiterer Erfolg. Vier weitere Jugendliche können aus der Höhle befreit werden. Damit sind noch vier Jungs und ihr Trainer eingeschlossen.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>10. Juli&nbsp;–</strong><strong>&nbsp;Start der dritten Rettungsmission</strong></p><p>
	Um die&nbsp;noch fünf eingeschlossenen Mitglieder der Fußball-Mannschaft zu retten, startet nach 17 Tagen ein weiterer Rettungseinsatz von Spezialtauchern. Was sie noch nicht ahnen: Es wird das finale Kapitel einer Heldengeschichte.</p></center>

    10. Juli – Start der dritten Rettungsmission

    Um die noch fünf eingeschlossenen Mitglieder der Fußball-Mannschaft zu retten, startet nach 17 Tagen ein weiterer Rettungseinsatz von Spezialtauchern. Was sie noch nicht ahnen: Es wird das finale Kapitel einer Heldengeschichte.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
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	<strong>10. Juli&nbsp;–</strong><strong>&nbsp;Alle Jugendlichen und Trainer gerettet</strong></p></center>
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	Denn nach der stundenlangen Rettungsaktion kann die Marine vermelden:&nbsp;Die letzten fünf Eingeschlossenen - darunter vier Jungs und ihr Trainer - sind gerettet. Bunte&nbsp;Schirme verhindern den Blick auf den Helikopter, mit dem sie&nbsp;in ein Krankenhaus geflogen werden.</p>

    10. Juli – Alle Jugendlichen und Trainer gerettet

    Denn nach der stundenlangen Rettungsaktion kann die Marine vermelden: Die letzten fünf Eingeschlossenen - darunter vier Jungs und ihr Trainer - sind gerettet. Bunte Schirme verhindern den Blick auf den Helikopter, mit dem sie in ein Krankenhaus geflogen werden.

    Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
Ärzte: Geretteten Jugendlichen geht es gut

Bei den ersten beiden Tauch-Aktionen am Sonntag und Montag waren bereits acht Jungen gerettet worden, jeweils in Vierer-Teams. Nach Angaben der behandelnden Ärzte geht es den anfangs Geretteten den Umständen entsprechend gut. Die Kinder sollen jetzt aber noch mindestens eine Woche im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai bleiben. Zwei haben minderschwere Lungen-Infekte. Nach den mehr als zwei Wochen in der Dunkelheit müssen alle zum Schutz vor dem Tageslicht Sonnenbrillen tragen. Die ersten bekamen auch schon Besuch von Eltern und Geschwistern. Allerdings durften sie sich nur durch Glasscheiben sehen, aus Angst vor Infekten.

Am Dienstag entschieden die Retter dann aber, die restlichen fünf Eingeschlossenen alle herauszuholen. Niemand wollte dem Trainer oder gar einem der Jungen zumuten, eine weitere Nacht in der Dunkelheit ausharren zu müssen - und das noch allein.

Erstes Lebenszeichen der Vermissten erst nach neun Tagen

Das Fußballteam war am 23. Juni bei einem Ausflug in die Höhle von den Wassermassen überrascht worden. Erst nach neun Tagen, in denen es keinerlei Lebenszeichen gab, wurden die Jungen und ihr Trainer von britischen Höhlentauchern entdeckt. Die Rettung wurde dann zu einem Kampf gegen Wetter und Zeit. In Südostasien ist gerade Monsun-Saison.

Die ganze Zeit drohte, dass das Wasser in der Höhle so schnell steigt, dass die Hilfsaktion abgebrochen werden muss. Deshalb wurde auch darüber nachgedacht, Tunnel in die Tiefe zu bohren.

Mehr als 1.000 Retter im Einsatz

In der Region im Norden Thailands, an der Grenze zu Myanmar, gab es auch am Dienstag wieder heftige Regenfälle. Dann brannte plötzlich die Sonne vom Himmel herab. Das Kernteam des Rettungseinsatzes bestand aus mindestens 19 Spezialtauchern, die meisten aus dem Ausland. Insgesamt waren mehr als 1.000 Retter beteiligt.