12.06.2009 | Welt Schauspielerin Christel Peters gestorben

Schauspielerin Christel Peters gestorben
Christel Peters ist tot.
Als «Mutter aller Schnäppchen» wurde sie im hohen Alter von 88 Jahren zur Werbe-Kultfigur, sie gab Kommissar Brunettis gewitzte Mutter und eine betagte Bankräuberin in der Krimigroteske «Jetzt oder nie - Zeit ist Geld».

Nun starb die Film- und Fernsehschauspielerin Christel Peters mit 93 Jahren in Brandenburg an der Havel, wie ihre Familie der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag bestätigte. Peters, 1916 in Swinemünde geboren, hatte zu DDR-Zeiten jahrzehntelang Theater gespielt, nach der Wende war sie vor allem in TV-Produktionen zu sehen. Zuletzt spielte die kleine Frau (1,50 Meter) mit den listigen braunen Augen unter anderem in dem Kinofilm «Sommer vorm Balkon».

Bundesweit bekannt wurde die alte Dame aber mit markigen Sprüchen wie: «Und komm mir ja nicht ohne Tiefpreise nach Hause» oder «Und jetzt machen wir mal richtig Dampf!», mit denen sie vor einigen Jahren für Waschmaschinen und Fernseher einer Elektronikkette warb. Millionen Fernsehzuschauer kannten und liebten die neue Werbefigur. Fremde grüßten die mehrfache Ur-Ur-Großmutter wegen dieser Spots auf der Straße und lobten sie.

«Ob ich das genieße? Nee, ich wunder mich mehr. Ich hätte nie gedacht, dass das so losgeht. Das kam wie ein Hammer», sagte Peters einmal in einem Interview. «Viele wollen mich sogar streicheln.»

Die Schauspielerei sei ihr Lebenselixier gewesen, sagte ihre Schwiegertochter Rosmarie Seyer der dpa. «Geistig war sie bis fast zuletzt fit und schaute noch ihre alten Filme.» Bis Anfang 2007 lebte die Schauspielerin noch mit ihrem Mann in Berlin, dann holte sie die Familie nach Brandenburg/Havel, um sie zu pflegen.

Peters war von klein auf eine Künstlernatur: Schon als Vierjährige stand sie im Wandertheater ihres Großvaters auf der Bühne und spielte später in ostdeutschen Theatern. «Die Bühne war mein Kinderladen», sagte Peters einmal in einem Interview. Deshalb habe sie auch nie Lampenfieber. Kinogänger kennen sie aus «Jetzt oder nie - Zeit ist Geld», wo sie eine der drei Bankräuberinnen war. Das Trio der alten Damen erhielt 2001 für die Darstellung in dem von Til Schweiger produzierten Film den Ernst-Lubitsch-Preis.

Im Fernsehen spielte Peters in «Polizeiruf 110» und «Rosa Roth» mehrfach eine Oma, Tante oder Nachbarin. Und in den Donna-Leon-Verfilmungen der ARD war sie seit der siebten Folge die Mutter von Kommissar Brunetti, wie der «Mitteldeutsche Rundfunk» (MDR) berichtete, der zuerst von ihrem Tod erfuhr. Vor einigen Jahren hatte Peters ihre Memoiren unter dem Titel «Jetzt wird aber Dampf gemacht!» veröffentlicht - vielleicht als Anspielung auf den TV-Spot, der sie so berühmt machte.

Obwohl sie die Schauspielerei so sehr liebte, wollte die gesundheitlich geschwächte Peters zuletzt nicht mehr auf der Bühne stehen, wie ihre Schwiegertochter erzählte. Die Mimin wollte lieber so in Erinnerung bleiben, wie sie einst in ihren Rollen überzeugte: Als nicht selten resolute alte Dame, deren Augen verschmitzt lächeln. (Quelle: Brandenburg/Havel/Hamburg )