11.07.2019 | Welt Schwerer Hagel-Sturm in Griechenland: verwüstete Hotels, mindestens 6 Tote

Ein heftiger Sturm überrascht Tausende Touristen auf der griechischen Halbinsel Chalkidiki. Der Strom fällt aus, Bäume stürzen um, Ziegelsteine und Mülltonnen fliegen durch die Luft. Dutzende Menschen werden verletzt. Der Sturm fordert sogar Todesopfer.

Ein heftiges Unwetter im Norden Griechenlands hat in der Nacht zum Donnerstag (11.07.) mindestens sechs Menschen das Leben gekostet. Nach Behördenangaben wurden zudem mehr als 60 Menschen verletzt. Die Feuerwehr sprach von stürmischem Wind und starkem Regenfall in der Region.

Bilder der Verwüstung:

  • Ein umgestürztes Auto liegt an einem Strand bei dem Dorf Sozopoli in der Region Chalkidiki in Nordgriechenland.

    Ein umgestürztes Auto liegt an einem Strand bei dem Dorf Sozopoli in der Region Chalkidiki in Nordgriechenland.

    Foto: Giannis Moisiadis/InTime News/dpa
  • Ein Auto wurde nach dem Sturm unter einem eingestürzten Pultdach begraben.

    Ein Auto wurde nach dem Sturm unter einem eingestürzten Pultdach begraben.

    Foto: Giannis Moisiadis/InTime News/dpa
  • Trümmer, umgekippte Sonnenschirme und Strandliegen liegen an einem Strand bei Nea Plagia.

    Trümmer, umgekippte Sonnenschirme und Strandliegen liegen an einem Strand bei Nea Plagia.

    Foto: Thestival.gr/dpa
  • Trümmer und abgerissene Kabel in einer Straße in Nea Plagia in der Region Chalkidik.

    Trümmer und abgerissene Kabel in einer Straße in Nea Plagia in der Region Chalkidik.

    Foto: Thestival.gr/dpa
  • Teile einer Überdachung liegen nahe eines Strandes bei Nea Plagia.

    Teile einer Überdachung liegen nahe eines Strandes bei Nea Plagia.

    Foto: Thestival.gr/dpa

Alle Todesopfer seien Touristen, berichtete das Staatsradio (ERT) unter Berufung auf den Zivilschutz und die Polizei. Von dem Unwetter betroffen war vor allem die bei Feriengästen beliebte Halbinsel Chalkidiki. Urlauber posten in den sozialen Netzwerken Fotos, welche Verwüstung der Hagelsturm in Hotelanlagen hinterlassen hat.

Eine Frau aus Rumänien und ihre Tochter wurden den Angaben zufolge vom abgerissenen Dach einer Taverne erschlagen worden. Ein umstürzender Baum erschlug zudem einen Russen und dessen zweijährigen Sohn. Ein Mann aus Tschechien wiederum starb in seinem Wohnmobil, das von Sturmböen erfasst wurde und sich mehrfach überschlug. Seine Frau erlag ihren Verletzungen in einem Gesundheitszentrum, wie ERT unter Verweis auf den Zivilschutz berichtete.

„Wir haben sechs Menschen, die ums Leben gekommen sind. Mehr als 60 Menschen wurden durch Stühle, Ziegelsteine, Mülltonnen und andere Gegenstände verletzt, die durch die Gegend flogen“, sagte der Chef des Gesundheitszentrums der Kleinstadt Moudania, Athanassios Kaltsas, im Fernsehen. „Ich habe so starke Winde noch nie erlebt“, sagte der Chef des Zivilschutzes, Charalambos Stergiadis, dem gleichen Sender.

Die Feuerwehr musste mehr als 500 Mal ausrücken, um Menschen in Not zu helfen. Die Regierung rief den Notstand für die Region aus. Eine genaue Bilanz werden die Behörden erst nach Tagesanbruch ziehen können. Auch in der nahe gelegenen Stadt Thessaloniki waren die Auswirkungen des Unwetters spürbar, wie dieses Gewitter-Video auf Twitter zeigt. Das Gewitter hatte gewaltige Ausmaße: Wetterdienste haben pro Stunde mehr als 10.000 Blitze gezählt.

Twitter: Aufnahme aus Thessaloniki

Das heftige Unwetter folgte einer Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius. In der Region der Chalkidiki verbringen zurzeit Zehntausende überwiegend aus osteuropäischen Staaten stammende Touristen ihren Urlaub.

Auch an der Adria heftige Unwetter