25.08.2016 | Welt Schweres Erdbeben in Mittelitalien: Mindestens 250 Tote und viele Verletzte

Bei dem katastrophalen Erdbeben in Italien sind nach neuen Angaben des Zivilschutzes mindestens 250 Menschen getötet und weitere 365 verletzt worden. Das teilte die Behörde am Donnerstag mit. 215 Menschen konnten laut Feuerwehr bislang lebend geborgen werden.

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    Das Bild zeigt das ganze Ausmaß der Katastrophe. Ein starkes Erdbeben hat in der Nacht zu Mittwoch in Mittelitalien mehrere Menschen in den Tod gerissen und schwere Schäden angerichtet.

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    Die Menschen warten nun draußen, nachdem sie sich in der Nacht aus ihren Häusern gerettet hatten.

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    Mehrere Tote und Verletze sind bei dem schweren Unglück zu beklagen.

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    Unter den Trümmern werden noch Menschen vermisst. Überlebende verbrachten die Nacht auf der Straße.

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    Die Verletzten wurden von den Helfern vor Ort versorgt.

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    Dieser Ausschnitt aus Google Earth zeigt die Region Zentralitaliens, in der am 24.08.2016 ein Erdbeben mit einer Stärke von mehr als 6 stattfand. Auf der Ansicht sind in der Mitte oben die Ortschaften Amatrice und Accumoli angeführt, unten rechts liegt die Stadt L'Aquila.

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    Eine ShakeMap, die von der US Geological Survey (USGS ) veröffentlicht wurde, zeigt die Lage des Erdbebens der Stärke 6,2 , das in einer Tiefe von 10 km südöstlich von Norcia , Italien stattfand.

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Rom - Bei dem katastrophalen Erdbeben in Italien sind nach neuen Angaben des Zivilschutzes mindestens 250 Menschen getötet und weitere 365 verletzt worden. Das teilte die Behörde am Donnerstag mit. 215 Menschen konnten laut Feuerwehr bislang lebend geborgen werden. Nach dem verheerenden Erdstoß mit einer Stärke von über 6 in der Nacht zum Mittwoch gab es 460 Nachbeben, sagte eine Sprecherin des Zivilschutzes.

Das Erdbeben der Stärke von mehr als 6 hatte in der Nacht zu Mittwoch (24.08.) mehrere Orte in Mittelitalien dem Erdboden gleichgemacht. Auch am Donnerstag gab es noch Dutzende Nachbeben. Die Einsatzkräfte hatten in der Nacht mit Spürhunden und Taschenlampen weiter nach Lebenszeichen verschütteter Opfer gesucht. Sie fanden Dutzende Tote.

Alle Infos zum Erdbeben im Überblick

Ein schweres Erdbeben hat in Mittelitalien mehrere Menschen in den Tod gerissen und schwere Schäden angerichtet. Der Erdstoß mit einer Stärke von mehr als 6 hatte sein Zentrum in der Provinz Rieti, er ließ Gebäude einstürzen, Menschen wurden unter Trümmern begraben. Unter den Verschütteten waren auch Kinder. Die Erdstöße waren in der Nacht zu Mittwoch in den Regionen Latium, Umbrien, in den Marken und bis in die Hauptstadt Rom und an der Adria-Küste zu spüren. Menschen liefen panisch auf die Straßen. Besonders betroffen war die Gebirgsregion Appennin. Zudem hielten mehrere starke Nachbeben die Region in Atem.

Videos aus Amatrice

Wann hat sich das Erdbeben ereignet?

Um 3.30 Uhr in der Nacht fing die Erde an zu beben. Vor allem die kleineren Ortschaften Amatrice und Accumoli wurden getroffen. «Die Hälfte des Ortes gibt es nicht mehr. Die Menschen sind unter den Trümmern», sagte der Bürgermeister von Amatrice dem Nachrichtensender RaiNews24. «Es gibt Tote.» Straßen seien blockiert, der Strom sei ausgefallen. Er forderte Hilfe per Hubschrauber. Ein Einwohner sagte dem Sender: «Alles ist kaputt.» Auch das Militär wurde zum Hilfseinsatz mobilisiert.

Vom Zivilschutz gab es zunächst keine offiziellen Opferzahlen, da die Lage noch unübersichtlich war. Die Rettungsdienste konnten einige Orte in der bergigen Gegend nur schwer erreichen.

Hier hat sich das Erdbeben ereignet

Das Beben ist damit inzwischen genauso verheerend wie das von L'Aquila im April 2009. Damals kamen mehr als 300 Menschen ums Leben. Die Hoffnung war, das neue Beben werde nicht das gleiche Ausmaß annehmen würde. Jedoch hatte schon Regierungschef Matteo Renzi bei einem Besuch in den zerstörten Dörfern angedeutet, dass es mehr Tote geben werde. Hunderte sind verletzt. Wie viele Menschen noch verschüttet sind, ist unklar. Tausende sind obdachlos, nachdem ihre Häuser eingestürzt sind. In Notzelten verbrachten viele die Nacht.

Besonders betroffen waren die kleineren Orte Amatrice und Accumoli in Latium und Pescara del Tronto in den Marken. So wurden dem Zivilschutz zufolge bisher 190 Tote in Latium gezählt und 57 in den Marken - gemäß den neueren Angaben des Bürgermeisters von Amatrice dürfte die Gesamtzahl also noch deutlich höher liegen. In der Region waren viele alte und historische Bauten wie Kartenhäuser eingestürzt.

Am Donnerstag war ein Treffen des Ministerrats in Rom geplant, um das weitere Vorgehen zu beraten. In der Region soll der Notstand ausgerufen werden.

Italien ist hoch erdbebengefährdet, weil unter dem Apennin die afrikanische und die eurasische Platte aufeinanderstoßen. Immer wieder gibt es schwere Erdbeben mit vielen Toten.

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