12.06.2009 | Welt Tanks explodiert: Großbrand in Kiel

Tanks explodiert: Großbrand in Kiel
Meterhoch loderten die Flammen aus der Abfüllanlage für Paraffin. Foto: DGzRS
Explosionen, riesige Stichflammen und ein See aus Kerzenwachs: Ein Großbrand hat in der Nacht zum Freitag ein Paraffinlager am Nord-Ostsee-Kanal in Kiel zerstört. Knapp 350 Feuerwehrleute und mehrere Löschboote benötigten rund vier Stunden, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt, die Schadenshöhe konnte noch nicht ermittelt werden. Auch die Brandursache war vorerst unklar. Laut Feuerwehr hatten Anwohner wegen eines brennenden Müllcontainers den Notruf gewählt. Als der erste Löschzug eintraf, standen dann jedoch bereits die Tanks mit dem flüssigen Paraffin in Flammen.

Aus dem wachsartigen und leicht brennbaren Stoff, der in den Tanks zur Verarbeitung vorgewärmt wird, werden unter anderem Kerzen hergestellt, aber auch Hautcremes. «Ohne die Löschschiffe hätten wir die Flammen gar nicht aufhalten können», sagte Feuerwehr- Einsatzleiter Norbert Grave. «Bei solchen Bränden braucht man enorm viel Wasser.» Seine Leute hätten immer wieder zurückweichen müssen, um sich vor Verpuffungen und brennenden Paraffin-Bächen in Sicherheit zu bringen, die sich ihren Weg hinab ins Wasser bahnten. Nur wenige Meter vor einem großen Öltank kamen die Flammen schließlich zum Stillstand.

In einem Umkreis von 1000 Metern und bis hinüber auf die andere Kanalseite räumte die Polizei zur Vorsicht sämtliche Wohnhäuser, der Schiffsverkehr auf der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt wurde gestoppt. Das Gelände der Abfüllanlage wurde durch das Feuer komplett zerstört, auch der benachbarte Anleger für die Kanalfähre kann nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsdirektion vorerst nicht mehr benutzt werden. Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk fischten per Hand stundenlang schwimmende Paraffinbrocken aus dem Wasser, auch das Ufer und die Schiffe mussten von einer dicken Schicht aus erkaltetem Wachs befreit werden. (Quelle: Kiel )