06.05.2016 | Erfolgsgeschichten "Made in Bavaria" 2016 Face2face: Erlanger Studenten können Mimik am Computer fernsteuern

Erlanger Wissenschaftler am Lehrstuhl für Informatik und insbesondere der Doktorand Justus Thies haben eine Software entwickelt, die es in sich hat. Sie können zum Beispiel Russlands Präsident Vladimir Putin bei einer Videoansprache ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder Schauspieler Arnold Schwarzenegger während eines Interviews Grimassen schneiden lassen. Face2face heißt das Computerprogramm, an dem inzwischen selbst die Filmindustrie in Hollywood Interesse hat.

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Wenn Justus Thies seine Erfindung vorführt, braucht er kein Hightech-Studio, er braucht noch nicht einmal eine spezielle Kamera. Ihm reichen im Prinzip ein Laptop mit guter Grafikkarte, eine Webcam und seine Software. Er setzt sich davor, zieht die Augenbrauen hoch oder lacht und schon tut es ihm die Person im Video zum Beispiel der russische Präsident Putin gleich. „Unser Programm erkennt Mimik und Lippenbewegungen eines Menschen in einem Video und überträgt diese in Echtzeit auf das Videobild eines anderen“, so Thies. Wie im Spiegelbild.

Das Ganze funktioniert über eine Standardmaske des menschlichen Gesichts, die er individualisiert. Heißt: Er passt das Modell sowohl seinem eigenen Gesicht, als auch dem Gesicht der Person im Video an und kann dann die Masken übereinanderlegen.

Ein Demonstrationsvideo zur Software im Internet wurde quasi über Nacht zum Youtube-Hit. Es wurde schon in den ersten drei Tagen mehr als eine Million Mal angeklickt. Seitdem kommen Anfragen aus der ganzen Welt.

Bis jetzt werden zum Beispiel Zeichentrickfiguren und Avatare aufwendig animiert, um ihnen menschliche Züge zu geben. Das ginge leichter. Auch wenn Filme aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt werden, muss man bislang Rücksicht auf die Lippenbewegungen der Schauspieler nehmen. Diese Bewegungen könnte man mit der face2face-Software ganz einfach der gesprochenen Sprache anpassen. Auch aus dem medizinischen Bereich, insbesondere der Psychologie, gibt es Interesse.

Zusammen mit seinem Professor Marc Stamminger will Justus Thies nun überlegen, wie es weitegeht. „Wir wissen, dass die Software nicht ungefährlich ist und Videos damit auch manipuliert werden können“, betont er. Deshalb soll sich auf keinen Fall in die falschen Hände geraten.

Wow - so funktioniert Face2face:

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Quelle: Matthias Niessner / YouTube

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