04.04.2019 | Erfolgsgeschichten "Made in Bavaria" 2019 - Frühjahr Isar Aerospace in Oberbayern: Die erste bayerische Rakete im All

Was passiert, wenn ein paar Studenten vom Lehrstuhl für Luft- und Raumfahrttechnik zu lange zusammensitzen? An der TU München sind sie auf die Idee gekommen, eine Rakete zu bauen. Aus der Idee ist ein erfolgreiches Start-Up-Unternehmen geworden: Isar Aerospace will 2021 die erste Rakete aus Bayern ins All schießen.

Daniel Metzler ist gerade mal 26 Jahre alt und schon Chef von knapp 20 Mitarbeitern. Alle haben eine Sache gemeinsam: Sie kennen sich aus mit Raumfahrttechnik. Schon 2021 wollen sie die erste bayerische Rakete ins Weltall schicken.

Ursprung an der TU München

Obwohl Bayern nicht gerade als Weltraumnation bekannt ist, ist eine der europaweit ältesten Forschungsgruppen im Bereich Raumfahrt in den 60er-Jahren an der TU München entstanden. Daraus bildete sich das Institut für Luft- und Raumfahrttechnik. 50 Jahre später, im März 2018, hat eine Gruppe Studenten aus diesem Lehrstuhl ein eigenes Start-Up gegründet. Schon in den letzten fünf Jahren ihres Studiums haben Daniel Metzler und seine Kommilitonen im Rahmen von staatlich finanzierten Projekten Raketentriebwerke entwickelt. Die ersten Kundenanfragen sind bereits in dieser Zeit eingetrudelt. Seit einem Jahr entwickeln sie nun mit ihrem Münchner Start-Up Isar Aerospace Europas stärkste Trägerrakete.

Trägerraketen für Satelliten

Die Raketen von „Isar Aerospace“ sollen kostengünstig Satelliten ins Weltall bringen. Früher waren Satelliten sehr groß und sehr teuer. Mit der Zeit sind die immer kleiner und damit auch günstiger geworden. Ein Satellit, der früher eine Tonne gewogen hat, wiegt jetzt nur noch 100 Kilogramm, kann aber dieselbe Auflösung von kamerabasierten Systemen liefern. Für diese kleinen und leichten Satelliten bietet Isar Aerospace eine günstige Transportlösung. 

Inwiefern? Deren Raketen sind mit einer Höhe von etwas über 20 Metern kleiner und dementsprechend leichter als die Durchschnittsrakete. Die Baukosten sind daher günstiger und sie brauchen weniger Treibstoff. Folglich müssen die Satelliten-Hersteller bei Isar Aerospace weniger Geld in die Hand nehmen, um ihre Satelliten ins All zu schicken. Laut Daniel Metzler sollen die Kosten für beispielsweise den Transport eines Kleinsatelliten, die momentan bei 60.000 bis 100.000 Euro liegen, um den Faktor 3 bis 4 gesenkt werden. Dieses Vorhaben kommt an! Schon jetzt hat Isar Aerospace Kunden in ganz Europa. 

Motorkomponenten bereits im Test

Die komplette Rakete existiert bislang nur auf dem Papier. In ein paar Monaten wollen die 20 Ingenieure aber anfangen, die einzelnen Komponenten zu einer Rakete zusammenzubauen. Dafür braucht’s eine große Produktionsstätte. Die Suche danach läuft - man hat laut Metzler auch schon ein paar Kandidaten im Münchner Umland im Blick. Die Motorkomponenten für den Raketenantrieb werden seit einiger Zeit bereits getestet. Das geschieht in sogenannten Testzellen im Landkreis Altötting. Laut Metzler werden die Motoren heiß getestet, das heißt, es findet Verbrennung statt. Die Bewohner im näheren Umkreis bekommen diese Tests sogar mit - in Form von Schall. Metzler spricht von einem tiefen Brummen.

Fertige Rakete wird nicht in Bayern starten

Wer auf Raketenstarts von bayerischem Boden aus hofft, wird leider enttäuscht. Aufgrund der engen Bebauung in Bayern und generell in Deutschland ist das hierzulande aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Die Flugtests der ersten Prototypen sowie die „fertigen“ Raketen werden in einem unbesiedelten Gebiet starten. Wo das genau sein soll, wollte Metzler nicht verraten. Nur so viel: Was sich natürlich anbiete, sei direkt aufs Meer raus zu starten. 2021 soll es soweit sein! Da will Isar Aerospace die erste bayerische Rakete ins All schießen. Und ein Jahr später, 2022, sollen kommerziell in sehr kurzen Takten Starts für die Kunden durchgeführt werden. 

Erfolgsgeschichten "Made in Bavaria":

Bayern ist ein großartiges Land. Das schönste Bundesland der Welt. Und, hier leben auch ganz viele schlaue und geschäftstüchtige Menschen. Unsere Serie "Made in Bavaria" stellt jeden Tag auf ANTENNE BAYERN und hier auf antenne.de Erfolgsgeschichten vor - eben made in bavaria

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