14.02.2018 | Menschen aus Bayern Menschen aus Bayern - Kündigung wegen Ehrlichkeit

Alexander aus Würzburg ist Mitte 20 als er bei einem Routinetest die Diagnose bekommt. Suizidgedanken. Anfeindungen, Kündigung. Wie Alexander das alles meistert und wie er jetzt anderen hilft:

Alexanders Geschichte zum Nachhören:

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Alexander aus Würzburg in Unterfranken ist Mitte 20, als sich für ihn alles verändert. Alexander ist schwul und weiß, dass er damit zur Risikogruppe HIV gehört. Deswegen schützt er sich auch und lässt sich regelmäßig testen. Doch dieses Mal geht es anders aus als sonst. Es ist der 27. Januar 2014.

"Meine Hausärztin hatte Tränen in den Augen. Mir wurde ganz flau und ich hatte nur noch einen Tunnelblick. Die Ärztin nahm sich lange Zeit für mich und bat mich am nächsten Morgen anzurufen. Sie wollte hören, dass ich noch lebe."

Sich das Leben nehmen zu wollen mit der Diagnose HIV positiv. Das kommt oft vor, das weiß Alexander mittlerweile. Dabei ist die Diagnose allein gar kein Todesurteil mehr. AIDS schon. Deswegen ist es auch so wichtig zu wissen, ob man HIV positiv ist. Um Medikamente nehmen zu können und natürlich um auch niemand anderen anzustecken.

Diese eine Tablette am Tag schützt Alexander davor, dass sich der Virus im Blut vermehrt. Alexander hat Glück, dass er sich jedes halbe Jahr hat testen lassen.

"So hatte das Virus noch keinen großen Schaden an meinem Immunsystem angerichtet."

Auf Dauer schaut es natürlich nicht ganz so rosig aus. Es sind starke Medikamente, die langfristig Leber und Niere schädigen können.

Durch die starken Medikamente ist das HIV auch fast nicht mehr übertragbar. FAST - So wie eine Pille eben nicht 100 prozentig sicher ist. Oder ein Kondom. Ein gerissenes Kondom ist auch der Grund dafür, dass sich Alexander überhaupt erst angesteckt hat.

- Plötzlich HIV positiv - Der Anfang war besonders hart für Alexander. Dann aber outet er sich ganz bewusst. Viele wenden sich sofort von ihm ab.

"Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Eigentlich dachte ich, das wären Freunde."

Sogar der Arbeitgeber kündigt ihm wegen seiner HIV Infektion. Aber Alexander klagt und bekommt Recht. Die Chefin muss für diese Diskriminierung eine hohe Geldstrafe zahlen.

Mittlerweile berät und unterstützt Alexander ehrenamtlich andere HIV positive Menschen in seinem Verein „Ein Plus verbindet“, besonders weil er selbst weiß wie schwer es für die meisten besonders kurz nach der Diagnose ist.

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