04.08.2019 | Guten Morgen Bayern Welche komischen Macken habt ihr? Das sagen eure Ticks über euch aus

Die einen zählen vor dem Schlafengehen die Stunden, bis der Wecker klingelt, die anderen versuchen auf einen runden Betrag zu tanken - jeder von uns hat komische Angewohnheiten. ANTENNE BAYERN hat bei Psychologin Fanny Jiménez nachgefragt, was hinter unseren merkwürdigen Gewohnheiten steckt und woher sie kommen.

Bloß nicht auf Gehwegfugen treten, überprüfen, ob die Teppichfransen auch ja in Reih und Glied stehen oder Musik nur auf einer geraden Lautstärkezahl hören - die Liste komischer, ja fast überflüssig erscheinender, Angewohnheiten nimmt kein Ende. Oft bemerken wir nicht einmal, was unsere Ticks sind, bis uns andere Menschen darauf hinweisen. Doch woher kommen die eigentlich? Psychologin Fanny Jiménez hat die Antworten. 

Exakte Beträge tanken: Warum machen wir das?

Gerade jetzt zur Urlaubszeit an der Tankstelle beobachten wir immer wieder, dass Menschen versuchen einen runden Betrag zu tanken: also nicht 49,99 € – sondern exakt 50 €. Psychologin Fanny Jiménez erklärt, warum wir das machen. 

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Ist ein Tick ein Anzeichen einer Erkrankung?

Eine Marotte wird auch als ein Spleen bezeichnet. Darunter versteht man Angewohnheiten, die wir oft selber nicht einmal bemerken und die auf den ersten Blick irrational oder überflüssig erscheinen. In den meisten Fällen ist ein Spleen weder schädlich, noch ein Anzeichen einer Erkrankung. Es ist einfach ein Teil unserer Persönlichkeit

Wofür brauchen wir Macken, bzw. Spleens?

Dahinter steckt eine clevere Bewältungungsstrategie für den alltäglichen Stress unseres Körpers. Ticks entstehen, wenn wir sehr nervös oder angespannt sind, aber auch wenn unser Gehirn Entlastung braucht. Mit den kleinen Marotten baut der Körper Stress ab. Beispielsweise wenn wir vor vielen Menschen sprechen müssen und anfangen rumzuhampeln oder an unseren Notizzetteln zu spielen. Diese Übersprungshandlungen entspannen uns

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Ein Gefühl von Kontrolle

Zudem sorgen gewisse Routinen und Rituale für Sicherheit. Sie geben uns ein Gefühl von Kontrolle und entlastet uns emotional, da wir damit Ordnung und Berechenbarkeit in unseren wirren Alltag bringen. Deswegen legen viele Menschen so viel Wert auf ihre Morgen- und Abendroutinen und reagieren mit Stress, wenn sie dieser nicht nachgehen können. 

Vom Tick zur Zwangsstörung

Doch wann wird eine harmlose Marotte zur Zwangsstörung? Auch das hat mit Kontrolle zu tun. Auf einen kleinen Tick kann ohne Probleme verzichtet werden. Wenn man ohne die Angewohnheit nicht mehr leben kann, ist der Tick zum Zwang geworden