ANTENNE BAYERN - Servus Sonntag!

Sonntag - von 6:00 bis 9:00 Uhr

Unser Programm für einen perfekten Start in den Sonntagmorgen!

Die katholische und evangelische Redaktion von ANTENNE BAYERN informiert und berichtet über aktuelle Ereignisse in den Kirchen: vom Papst über Sozial- und Familienarbeit bei Caritas und Diakonie bis hin zu christlichen Bands in den Charts!

Themen der Kirchenredaktion am 24. Januar 2020

Mittagsmenü für einen Euro – die beiden Kirchenrestaurants in Bayern machen es möglich

Mit einem fleischlosen Tag pro Woche experimentiert die Vesperkirche 2020 in der Nürnberger Gustav-Adolf-Gedächtniskirche. Die Nürnberg Südstadt-Kirche ist bis zum 23. Februar ein Restaurant für alle. Rund 400 Ehrenamtlichen sorgen dafür, dass der Service reibungslos läuft. Die Kirchengemeinde hat in den Vorjahren täglich rund 550 Gäste empfangen, die für einen Euro ein warmes Mittagessen bekamen.

Die Gäste der Vesperkirche können auch 2020 wieder ein Zusatzprogramm nutzen, dazu gehören Haareschneiden, Krankengymnastik oder Bewerbungstraining. Ein immer wichtigerer Partner wird für die Vesperkirche in Nürnberg das Staatstheater mit Auftritten an den Sonntagnachmittagen.

In Schweinfurt beginnt heute das Kirchenrestaurant in Sankt Johannis und dauert bis zum 9. Februar.

In der umgestalteten Kirche sollen täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr bis zu 400 Menschen versorgt werden. Dazu gibt es diakonische Informationen sowie Seelsorgeangebote.

Bier statt Predigt – ev. Jugend eröffnet alte Dorfkneipe im oberfränkischen Naila

Im oberfränkischen Naila gehen junge Christen neue Wege, um Interesse an der Kirche zu wecken: Sie eröffnen eine Kneipe am Marktplatz. Das "Café Sorgenfrei", das seit 15 Jahren geschlossen hat und als "Ben" bekannt ist, wird generalsaniert und als Kneipe "Täubla" wieder eröffnet am 7. März. Dann schenken 20 Ehrenamtliche im Wechsel jeden Samstag Abend oberfränkisches Bier aus.

Das Dekanat Naila, die Landeskirchliche Gemeinschaft (LKG) und der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) haben sich für das Kneipen-Projekt zusammengetan, nachdem sie festgestellt hatten, dass es in Naila und Umgebung kein Angebot für junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren gibt.

Die Kneipe "Täubla" soll Treffpunkt sein, einfach zum Zusammensitzen, und ein Ort, an dem auch der Glaube einen wichtigen Part hat, ungezwungen, ohne sich aufzudrängen. Aber keine Panik, es wird keine Predigten geben, aber ein kulturelles Angebot mit Konzerten und Lesungen und sicherlich noch weiteren Aktionen.

Foto: Hüttner ehrenamtliche Helfer der entstehenden Kneipe "täubla": (von links) Pfarrer Dominik Rittweg, Thorsten Schatz (CVJM), Lisa Metzger (Christlicher Jugendbund der LKG) und Markus Czekalla (CVJM)
„Gib alles, nur nicht auf!“ – Ein Impulsbuch

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Foto: Andi Weiss
Gleichzeitig Gemeindepfarrerin und Stadträtin? - In Bayern geht das nicht
Foto: Andreas Jalsovec / epv Anne-Kathrin Kapp-Kleineidam

Als die evangelische Pfarrerin Anne-Kathrin Kapp-Kleineidam angefragt wird, ob sie im März 2020 bei der Kommunalwahl für den Augsburger Stadtrat kandidieren wolle, sagt sie Ja. Eine schwere Entscheidung. Denn evangelische Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer in Bayern, die den Sprung in die Politik schaffen, haben einiges zu verlieren.

Denn evangelische Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer, die für ein kommunales Parlament kandidieren, müssen in Bayern drei Monate vor der Wahl ihr Pfarramt ruhen lassen. Schaffen Sie den Sprung in den Stadt-, Kreis- oder Gemeinderat, treten sie für die Zeit der Wahlperiode in den sogenannten Wartestand. Sie verlieren dann ihre Stelle, dürfen keine Gottesdienste halten oder als Seelsorger arbeiten, ihre Bezüge werden gestrichen.

Kapp-Kleineidam, die sich ihr Amt als Gemeindepfarrerin zur Hälfte mit ihrem Mann teilt, empfindet diese Regelung nicht nur als ungerecht. "Sie schränkt auch die Bürgerrechte von Pfarrerinnen und Pfarrern ein", sagt sie. Als Nummer 19 auf der Stadtratsliste der Grünen hat die Pfarrerin zwar wenig Chancen ins Augsburger Rathaus einzuziehen. Ihr geht es jedoch ums Grundsätzliche:

"Ich bin mit Leib und Seele Pfarrerin. Und ich würde mir wünschen, dass man gleichzeitig als evangelische Pfarrerin und Stadträtin tätig sein kann. Aber das geht in Bayern nicht."

Hintergrund ist eine Bestimmung im sogenannten Pfarrdienstausführungsgesetz der bayerischen evangelischen Landeskirche (ELKB). Demnach können Pfarrerinnen und Pfarrer nicht gleichzeitig in einer Kirchengemeinde tätig sein und ein kommunales politisches Mandat ausüben. Grundlage dafür ist eine entsprechende bundesweite Regelung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Diese sieht allerdings nur vor, dass Pfarrer ihre Ämter dann niederlegen müssen, wenn sie für das Europäische Parlament, den Bundestag oder ein Landesparlament kandidieren.

In Bayern wird dagegen - im Gegensatz zu anderen evangelischen Landeskirchen - auch die Mitgliedschaft in den kommunalen Parlamenten untersagt. Auf Anfrage verweist die ELKB dabei auf Beschlüsse der bayerischen evangelischen Landessynode. Das Kirchenparlament der Evangelischen im Freistaat sehe im Nebeneinander von Pfarramt und politischem Amt ein "Spannungsverhältnis, das das Amt der Gemeindepfarrerin oder -pfarrers beeinträchtigen und die Akzeptanz bei den Gemeindegliedern behindern könnte". Mit anderen Worten:

Pfarrerinnen und Pfarrer sollten sich politisch möglichst neutral verhalten.

"Christenleben ist aber Leben in Gemeinschaft und inmitten der Gesellschaft - und insofern immer auch politisch", meint Hans-Willi Büttner. Der evangelische Pfarrer im Ruhestand ist Sprecher des Arbeitskreises Evangelische Erneuerung (AEE) in der ELKB. Der AEE setzt sich unter anderem für demokratischere Strukturen innerhalb der Kirche ein. Mit Blick auf die umstrittene Mandatsregelung sagt Büttner: "Meiner Kirche würde kein Schaden entstehen, wenn sie diese Regelung streichen würde."

Auch Anne-Kathrin Kapp-Kleineidam sieht das so. Nach der Wahl 2014 hatte sie sich deshalb mit einer Eingabe bei der Landessynode für eine Abschaffung der Regelung eingesetzt. Das Kirchenparlament lehnte das jedoch ab. Ob sie künftig noch einmal einen Vorstoß wagen werde, könne sie derzeit nicht sagen, meint die Pfarrerin. Die strikte bayerische Regelung hält sie jedoch weiterhin für falsch. Man dürfe Pfarrerinnen und Pfarrern doch ohne weiteres zutrauen, ein politisches Amt von der Funktion als Seelsorger zu trennen. "Bei Ärzten, Richtern und Rektorinnen geht das ja auch", sagt sie. Diese dürften neben ihrem Beruf kommunale politische Ämter ausüben. "Warum also sollten Pfarrerinnen und Pfarrer das nicht können?" fragt sich Pfarrerin Anne-Kathrin Kapp-Kleineidam.