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75 Jahre Grundgesetz: Videoinstallations-Spektakel

Seit dem 23. Mai 1949 gilt in Deutschland das Grundgesetz. Anlass für viele, zu feiern. Die Stadt München setzt auf eine spektakuläre Kunstaktion.

Lichtinstallation «75 Jahre Grundgesetz» Peter Kneffel/dpa

München (dpa/lby) - Zur Feier des 75-jährigen Bestehens des Grundgesetzes wird das Neue Rathaus in München bis Freitag Teil einer Kunstaktion. Jeweils ab 21.45 Uhr werden bunte Lichter, Schriftzüge und Archivcollagen auf die neugotische Fassade des Gebäudes am Marienplatz projiziert, dazu gibt es Musik und kurze Lesungen. Rund 18 Minuten dauert die Audio-Video-Inszenierung «Legis 75» unter Leitung des Berliner Medienkünstlers Lukas Taido. Zur Premiere am Mittwochabend hatten sich viele Menschen auf dem Marienplatz vor dem Rathaus versammelt, um das Spektakel zu erleben.

«Gerade in der heutigen Zeit, in der sich die Demokratie in Deutschland bisher ungeahnten Angriffen von Innen wie Außen ausgesetzt sieht, ist es enorm wichtig daran zu erinnern, wie unglaublich kostbar sie doch ist», sagte Taido laut Mitteilung. «Vielen Menschen ist heute nicht mehr bewusst, wie sehr diese im Grundgesetz festgeschriebenen Rechte und Freiheiten das eigene Leben, so wie wir es kennen, erst ermöglichen.» Der Künstler will mit der Aktion zeitgeschichtliche Hintergründe und politische Inhalte vermitteln, gleichzeitig die Menschen aber auch begeistern.

Auch der Münchner Justizpalast sollte zur Feier des Grundgesetzes angestrahlt werden. Die größten Errungenschaften des Grundgesetzes sollten am Donnerstagabend an die Außenfassade projiziert werden.

«Viele halten das Grundgesetz zu Recht für einen Glücksfall in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland», sagte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU). «Das Grundgesetz ist die Grundlage für Demokratie und Rechtsstaat und garantiert jedem Menschen in Deutschland seine persönliche Freiheit. Das Grundgesetz hat sich in Krisen bewährt und diente zahlreichen jungen Demokratien als Vorbild.»

Er rief dazu auf, die Werte des Grundgesetzes zu leben: «75 Jahre nach seiner Verkündung erleben wir bewusste Grenzüberschreitungen und Straftaten, die sich zu einer echten Gefahr für die Demokratie entwickeln», sagte er laut Mitteilung seines Ministeriums. «Staat und Gesellschaft müssen auch weiterhin unser Grundgesetz gegen Verfassungsfeinde jeglicher Art verteidigen. Unsere Verfassung braucht Menschen, die mit Mut und Zuversicht für sie eintreten.»

© dpa-infocom, dpa:240516-99-51733/3

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