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Ankerzentren unterschiedlich stark ausgelastet

Wenn geflüchtete Menschen in Bayern ankommen, müssen sie zunächst ins Ankerzentrum. Viele sind gut ausgelastet derzeit.

Ankerzentrum Bamberg Daniel Vogl/dpa

München/Bamberg (dpa/lby) - Die Ankerzentren für Flüchtlinge in Bayern sind derzeit unterschiedlich stark ausgelastet. Während das Ankerzentrum Niederbayern inklusive Dependancen eine Belegung von 67 Prozent der insgesamt 1437 Betten meldet, waren die 1700 Plätze in Schwaben nahezu komplett belegt (Stand: 25. März). Allerdings betonten alle sieben Regierungspräsidien, dass die Zahlen Schwankungen unterliegen - wegen laufender Zu- und Abgänge.

Das Ankerzentrum Oberpfalz war nach Angaben einer Sprecherin der Regierung zu 80,4 Prozent ausgelastet. Die Bettenkapazität liegt demnach aktuell bei 1250 Plätzen; zusätzliche Kapazitäten seien in Planung. Eine Belegung von 88,3 Prozent der verfügbaren Betten registriert die Regierung von Mittelfranken - zur Verfügung stehen knapp 1800 Plätze. Das Ankerzentrum Oberbayern mit Hauptsitz in Manching und weiteren Dependancen im Regierungsbezirk ist aktuell zu 91 Prozent ausgelastet. Regulär gibt es Platz für 3550 Menschen. Die Belegungszahlen müssten aber als «Momentaufnahme» betrachtet werden, betonte ein Sprecher.

In der Ankereinrichtung für Oberfranken in Bamberg lebten zum Stichtag 25. März knapp 1500 geflüchtete Menschen. Ausgelegt ist das Zentrum auf 3400 Plätze. Zu bedenken sei, dass in der Einrichtung für die Belegung verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, sagte eine Sprecherin der Regierung von Oberfranken: Man wolle beispielsweise Spannungen vorbeugen, die sich aufgrund der Herkunft ergeben könnten. Auch werde Rücksicht auf Familien oder Kranke genommen. Nur noch wenig freie Plätze gibt es auch aktuell in Unterfranken, derzeit leben rund 1340 Menschen im Ankerzentrum - bei 1500 belegbaren Plätzen.

In Ankerzentren werden neu im Freistaat angekommene Flüchtlinge untergebracht. In ihnen sollen die Arbeit des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der Bundesagentur für Arbeit, der Jugendämter, Justiz- und Ausländerbehörden gebündelt werden. Das soll die Asylverfahren und auch die Abschiebung derjenigen beschleunigen, die kein Bleiberecht bekommen. Um in den Einrichtungen immer wieder Platz zu schaffen, werden Menschen nach einem bestimmten Schlüssel auf die Kommunen verteilt - und entweder in Gemeinschaftsunterkünften oder dezentral in Wohnungen untergebracht. Die Regierungsbehörden in den sieben Bezirken in Bayern haben ihre Ankereinrichtungen unterschiedlich organisiert. Während es beispielsweise in Oberbayern mehrere Zweigstellen gibt, hat Oberfranken nur eine zentrale Einrichtung.

© dpa-infocom, dpa:240402-99-533201/2

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