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Bahnhofsmissionen am Limit: «brauchen dringend Hilfe»

Die meisten kennen sie als Anlaufstelle für Menschen in existenziellen Notlagen. Doch die bayerischen Bahnhofsmissionen kümmern sich auch um Reisende, die sich etwa aufgrund ihres Alters alleine schwertun. Nun setzen die Helfer selbst einen Hilferuf ab.

Bayerische Bahnhofsmissionen am Limit Karl-Josef Hildenbrand/dpa

München (dpa/lby) - Nach einem starken Anstieg der Hilfeleistungen in den vergangenen Jahren sind die bayerischen Bahnhofsmissionen nach eigenem Bekunden vielerorts am Limit - und bitten nun selbst um Hilfe. «Gerade die kleineren Bahnhofsmissionen brauchen dringend Unterstützung, wenn sie auf Dauer ihrem Anspruch als erster und oft auch letzter Anker für Menschen in Not gerecht werden wollen», schilderte Hedwig Gappa-Langer vom Caritas-Fachverband IN VIA am Mittwoch in München die Situation. Eine neue Kampagne soll deshalb um weitere Ehrenamtliche und Spenden werben.

Rund 600.000 Hilfeleistungen verzeichneten die damals noch 13 Bahnhofsmissionen im Freistaat im vergangenen Jahr - rund 100.000 mehr als vor der Pandemie. In den herrschenden Kriegs- und Krisenzeiten werden sie dabei zunehmend mit der Armut vieler Menschen konfrontiert. Mit der drastisch gestiegenen Zahl der Bedürftigen sei auch die Nachfrage nach Lebensmitteln und materiellen Hilfen in die Höhe geschnellt, hieß es.

Dazu komme der wachsende Gesprächsbedarf von Besucherinnen und Besuchern, die Existenzängste hätten, psychisch angeschlagen oder erkrankt seien, erläuterte Gappa-Langer. Außerdem bräuchten nach dem Wegfall der Corona-Beschränkungen wieder mehr Reisende Unterstützung, etwa ältere Menschen beim Umsteigen oder Kinder auf dem Weg zum «Papa-Wochenende».

Die Bahnhofsmissionen unterstützen Menschen in schwierigen Lebenssituationen ebenso wie Reisende, die unterwegs Hilfe brauchen. Sie werden zumeist gemeinsam von der katholischen Caritas und der evangelischen Diakonie getragen. Neben den 40 oft in Teilzeit tätigen hauptamtlichen Mitarbeitenden engagieren sich in Bayern mehr als 300 Ehrenamtliche in zwölf Städten von Hof bis Lindau. Die Station in Kempten musste Anfang 2023 schließen.

© dpa-infocom, dpa:231129-99-116954/3

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