Bayreuther OB zahlt Bier und Spanferkel für Maibaum-Diebe
Ein Maibaum ist groß, schwer und hat keinerlei praktischen Nutzen. Doch die Tradition sieht vor, dass junge Burschen Maibäume stehlen. In Bayreuth feiern die Diebe einen Erfolg.
Bayreuth (dpa/lby) - In Bayreuth ist die Maibaum-Aufstellung gerettet: Diebe haben den in einer nächtlichen Aktion vom Bauhof der oberfränkischen Stadt gestohlenen Maibaum an Oberbürgermeister Thomas Ebersberger zurückgegeben, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Der CSU-Politiker übergab den Tätern aus dem nahen Dorf Tressau bei der Rückgabe demnach umstandslos die geforderte Ablöse von hundert Liter Bier - davon zehn Liter alkoholfrei - und einem Spanferkel. «Wir beißen in den sauren Apfel und zahlen», erklärte das Stadtoberhaupt.
Der 20 Meter lange Bayreuther Maibaum lagerte seit September im kommunalen Bauhof. Städtische Mitarbeiter sollen ihn am Donnerstag wieder in der Fußgängerzone aufstellen.
Das Aufstellen der Maibäume in Bayern, Österreich und Südtirol geht mutmaßlich auf vorchristliche Frühjahrsbräuche zurück, damit einher geht die Tradition des Maibaum-Diebstahls. Ums Materielle geht es dabei nicht, da ein gestohlener Maibaum keinerlei praktischen Nutzen hat und nicht zu Geld gemacht werden kann. Üblicherweise fordern die Diebe als Ablöse Verpflegung beziehungsweise eine Brotzeit.