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Über 125.000 Narren auf den Straßen in Franken

Faschingskostüme, Konfetti und Blasmusik haben am Sonntag das Bild in vielen Städten geprägt. Bei den Umzügen mit Mottos wie «Glück und Liebe» ging es ausgelassen zu. Mitunter zu ausgelassen.

Faschingsumzug durch Würzburg Daniel Vogl/dpa

Würzburg (dpa/lby) - In vielen fränkischen Städten gaben am Faschingssonntag Narren und Spielmannszüge den Ton an. Trotz nasskalten Wetters dürften mindestens 125.000 Menschen die Umzüge der Karnevalsvereine verfolgt haben - allein in Würzburg sollen es laut Polizei 60.000 bis 70.000 Zuschauer und Teilnehmer gewesen sein.

Unter dem Motto «11 is magic» waren ab Mittag 128 Gruppen, Wagen, Garden und Musikkapellen auf dem Weg durch die Mainmetropole. Nach Angaben von Zugmarschall Michael Zinnhobel waren rund 2500 Teilnehmende angemeldet. Polizei und auch die Teilnehmer beschrieben die Stimmung als ausgelassen und fröhlich. Pünktlich zum Auftakt hatte der Regen aufgehört. Der Würzburger Faschingszug der 1. Karnevalsgesellschaft ist nach eigenen Angaben der größte in Süddeutschland rechts des Rheins.

In Coburg sagte Zugmarschall Thorsten Krauß von der Coburger Narhalla: «Auch das Wetter spielt mit! Allerdings erst nach dem Umzug.» Bei der Aufstellung der 950 Teilnehmer und der Wagen regnete es, daher erwartete der Zugmarschall heuer nur zwischen 5000 und 8000 Zuschauer am Straßenrand. «Glück und Liebe» lautete das Motto des Prinzenpaar-Wagens - als Kontrapunkt zu den vielen schlechten Nachrichten, sagte Krauß. Besonders freute ihn, dass «unsere Jugend wieder mit einem eigenen Wagen dabei ist».

In Nürnberg erscholl ab dem Mittag wieder «Nämberch Ahaaaaaa» von den Wagen der Karnevalsvereine, begleitet von Konfetti- und Bonbonregen. Neben den Nürnberger Karnevalsgesellschaften waren rund 50 weitere Gruppen angemeldet. Laut Polizei waren rund 60.000 Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Strecke sowie 1200 Teilnehmer und 24 Wagen. Es habe keine Vorfälle gegeben, sagte eine Polizeisprecherin.

In Bayreuth gab es wegen des Regenwetters nur 2000 Besucherinnen und Besucher, aber laut Polizei «sehr gute Stimmung» und keine Vorfälle. An dem Umzug dort nahmen 400 Menschen und 14 Wagen teil.

Im unterfränkischen Steinfeld (Main-Spessart-Kreis) verletzte sich ein 27-jähriger Mann beim Sturz von einem Faschingswagen schwer. Wie die Polizei mitteilte, wollte er mit einem 29-Jährigen auf einem benachbarten Wagen anstoßen, lehnte sich mit Schwung über die Brüstung, stürzte vier Meter hinab und schlug mit dem Kopf auf den Boden auf. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr bestehe aber nicht, hieß es.

Ein juristisches Nachspiel hat ein Eklat beim Faschingsumzug vom vergangenen Donnerstag in Landsberg am Lech, wo laut Polizei «von einem Umzugswagen ein Lied gespielt wurde, zu dem zeitweise ausländerfeindliche Parolen gegrölt wurden». Die Polizeiinspektion Landsberg leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Volksverhetzung ein. Sie stehe auch mit den Initiatoren des Faschingswagens in Kontakt, um die Aufklärung zu beschleunigen und die Beschuldigten «hinsichtlich ihres strafbaren Verhaltens zu sensibilisieren».

Der Vorsitzende der Landjugend Hohenfurch, die mit einem Motivwagen an dem Umzug teilgenommen hatte, sagte dem «Münchner Merkur»: «Ich entschuldige mich aufrichtig im Namen der Landjugend.» Und weiter: «Keiner von uns im Verein ist ausländerfeindlich.» Der Zeitung zufolge wurde das Lied «L‘Amour toujours gespielt, wozu Mitglieder der Landjugend den Text «Ausländer raus!» skandiert hätten. Der Vorsitzende des Landsberger Faschingsvereins Licaria ,Thomas Bihler , sagte der Zeitung: «Wir verurteilen das schärfstens.»

© dpa-infocom, dpa:240210-99-942392/4

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