Bayerischer Landtag lehnt landesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter ab – Kommunaler Flickenteppich beim Igelschutz bleibt bestehen
Der Bayerische Landtag hat gegen ein landesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter gestimmt. Damit bleibt der Schutz der Igel in Bayern weiterhin eine kommunale Angelegenheit. Warum die Entscheidung so ausgefallen ist und wie es um den Igelschutz steht, lest ihr hier.
Der Bayerische Landtag hat ein landesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter abgelehnt. Damit bleibt der Schutz der Igel in Bayern weiterhin eine Aufgabe der einzelnen Städte und Gemeinden. Die Debatte zeigt, wie schwierig es ist, einheitliche Regelungen für den Artenschutz zu schaffen.
Grüne und SPD fordern Verbot – Mehrheit lehnt ab
Die Grünen und die SPD wollten den Einsatz von Mährobotern auf nicht wirtschaftlich genutzten Flächen zwischen Dämmerung und Sonnenaufgang verbieten. Ziel war es, Verletzungen bei Igeln zu verhindern. Ausnahmen sollten nur gelten, wenn Maßnahmen wie eine automatische Igel-Erkennung oder Beaufsichtigung des Geräts getroffen werden.
CSU, Freie Wähler und AfD setzen auf Aufklärung
Die Mehrheit im Landtag, bestehend aus CSU, Freien Wählern und AfD, lehnte das Verbot ab. Stattdessen setzen sie auf freiwillige Lösungen und mehr Aufklärung der Gartenbesitzer. Ein landesweites Verbot sei schwer zu kontrollieren und rechtlich fraglich. Zudem gebe es bereits technische Lösungen, die das Risiko für Igel verringern.
Kommunaler Flickenteppich beim Igelschutz
Da kein einheitliches Verbot beschlossen wurde, bleibt es in Bayern bei unterschiedlichen Regelungen. Einige Städte und Gemeinden wie Bayreuth, der Landkreis Schwandorf und München haben bereits Nachtfahrverbote für Mähroboter erlassen. In anderen Regionen gibt es keine Einschränkungen.
Igel in Bayern besonders gefährdet
Der westeuropäische Igel gilt seit Oktober 2024 als „potenziell gefährdet“. Die Bestände sind auch in Bayern deutlich zurückgegangen. Neben Mährobotern stellen Laubbläser und fehlende Verstecke weitere Gefahren dar. Besonders problematisch: Igel rollen sich bei Gefahr ein und werden von Mährobotern oft nicht erkannt.
Forschung und Hersteller reagieren
Studien des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung zeigen, dass Mähroboter ein ernstes Risiko für Igel darstellen. Hersteller wie Stihl haben bereits Maßnahmen ergriffen, um das Risiko zu reduzieren, etwa durch voreingestellte Mähzeiten und Warnhinweise in den Apps.
Tierschützer fordern klare Regeln
Der Bund Naturschutz unterstützt ein Nachtfahrverbot für Mähroboter. Tierschützer sehen darin eine einfache und wirkungsvolle Maßnahme zum Schutz der Igel.