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Voderholzer blockiert Besetzung Theologie-Professuren

An der Uni Regensburg sind mehrere Professuren für katholische Theologie nicht besetzt. Ein Grund dafür: Bischof Voderholzer.

Rudolf Voderholzer Armin Weigel/dpa/Archivbild

Regensburg (dpa/lby) - Der konservative katholische Bischof Rudolf Voderholzer blockiert die Besetzung dreier Professuren für katholische Theologie an der Universität Regensburg. «Aktuell sind sechs Professuren an der Fakultät für Katholische Theologie unbesetzt. Drei Nachbesetzungen befinden sich noch in laufenden Berufungsverfahren», teilte die Universität Regensburg mit. «Drei Berufungsverfahren sind abgeschlossen, zum Teil schon seit längerem, für die Ruferteilung durch den Präsidenten fehlt hier jeweils das Nihil Obstat des Ortsbischofs.»

Das sogenannte Nihil Obstat ist eine Erklärung der katholischen Kirche, dass einer Ernennung des jeweiligen Kandidaten nichts im Wege steht. Die rund 350 Professoren für katholische Theologie an deutschen Universitäten sind dadurch eben auch von der Kirche Gnaden im Dienst. «Von den Professoren (...) der Katholischen Theologie wird vorbildliches Leben, Echtheit der Lehre und Pflichtbewusstsein sowie die volle Gemeinschaft mit dem authentischen Lehramt der Kirche, insbesondere mit dem Papst, vorausgesetzt», heißt es in den Nihil-Obstat-Normen von 2010.

Sechs von 14 Professuren sind an der katholischen Fakultät in Regensburg derzeit nicht besetzt und Ortsbischof Voderholzer begründet seine Blockade nicht - wie es die Nihil-Obstat-Regelung eigentlich vorsieht - mit Bedenken gegen die jeweiligen Kandidaten, sondern damit, dass ihm unter den katholischen Theologen an der Fakultät zu wenige geweihte Priester sind. Ein Priester und ein Diakon sind es derzeit nach Angaben der Universität.

«Priester bringen neben ihrer wissenschaftlichen Qualifikation auch noch seelsorgliche Praxiserfahrung mit. Es wirkt sich in aller Regel auch positiv auf die Lehrtätigkeit aus, wenn ein Professor an den Sonn- und Feiertagen und auch darüber hinaus in der Verkündigung des Evangeliums tätig ist», sagte er dem Portal «CNA deutsch».

Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik, die massive Kritik an Voderholzer übte, missbrauche der Bischof mit seiner Blockade «sein Mitwirkungsrecht an Berufungsverfahren». Er schade «der akademischen Theologie massiv», weil «die wissenschaftliche Qualifikation gegenüber einem anderen Kriterium abgewertet wird», sagte Michelle Becka, Würzburger Sozialethikerin und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft. Auch hochschulpolitisch sei dieses Nichtstun desaströs, «weil die Stellen durch die langen Vakanzen sozusagen entbehrlich erscheinen».

Das Wissenschaftsministerium hat die Regensburger Universitätsleitung und die Dekanin darum gebeten, zeitnah Gespräche mit Bischof Voderholzer aufzunehmen.

Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) sagte: «Ich bin zuversichtlich, dass sich die offenen Fragen im anberaumten Gespräch klären lassen und der Berufung der wissenschaftlich herausragenden Kandidatinnen und Kandidaten in der Folge nichts mehr im Weg steht.» Nach Angaben der Universität soll es «zeitnah» Gespräche mit Voderholzer geben. Aus dem Bistum Regensburg heißt es auf Anfrage, Bischof Voderholzer «wiederholt seine Gesprächsbereitschaft, allerdings liegt der Ball jetzt bei der Fakultät».

© dpa-infocom, dpa:240404-99-556297/2

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