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Weniger Regionalzüge wegen Schäden nach Wintereinbruch

Nach dem heftigen Wintereinbruch mussten Bahnreisende in Bayern tagelang mit Ausfällen und Verspätungen klarkommen. Jetzt kündigt die Bahn an: In manchen Regionen werden die Folgen noch über Wochen zu spüren sein.

Winterwetter - Münchener Hauptbahnhof Karl-Josef Hildenbrand/dpa

München (dpa/lby) - Eingeknickte Stromabnehmer, Frostschäden an Wasserleitungen: Wegen Schäden an den Zügen in Folge des Wintereinbruchs müssen Bahnreisende im Süden und Osten Bayerns noch wochenlang auf einige Regionalverbindungen verzichten. Betroffen seien vor allem Fahrten mit der Werdenfelsbahn und Züge von München in Richtung Landshut und Hof, teilte die Pressestelle der Bahn in München am Montag mit. Auch bei der Münchner S-Bahn entfallen demnach zu den Stoßzeiten Züge, die sonst einen Zehn-Minuten-Takt gewährleisten sollen.

Wie lang genau Bahnreisende mit weiteren Einschränkungen rechnen müssen, teilte die Bahn am Montag zunächst nicht mit. «Je nach Fortschritt bei den Reparaturarbeiten wird sich der Zugverkehr auf den einzelnen Linien schrittweise normalisieren», sagte eine Bahn-Sprecherin auf Nachfrage.

Im Fall der Werdenfelsbahn, die vor allem im Voralpenland zwischen München und Garmisch-Partenkirchen unterwegs ist, könne derzeit nur die Hälfte der Züge fahren. Unter anderem habe die Last des Schnees Stromabnehmer nach unten gedrückt und Kurzschlüsse verursacht. Der Frost habe zudem Wasser- und Stromleitungen beschädigt.

Weil so viele Bahnen beschädigt seien und das Warten auf Ersatzteile länger dauere, «werden auch in den nächsten Wochen trotz großer Anstrengungen noch weniger Fahrzeuge zur Verfügung stehen», teilte die Bahn mit. «Die Mitarbeitenden in den Werken arbeiten mit Hochdruck und leisten Sonderschichten, um die Fahrzeuge möglichst schnell wieder einsetzen zu können.»

Damit Zugreisende und Pendler besser planen könnten, habe sich die Bahn dazu entschieden, die Zahl der Verbindungen von vornherein auf mehreren Linien zu reduzieren. Falls auch Züge speziell für Schüler betroffen seien, bemühe man sich um einen Ersatzverkehr mit Bussen.

Nach dem heftigen Wintereinbruch Anfang Dezember hatte die Bahn mehrere Tage gebraucht, um auch weniger befahrene Strecken wieder von Schnee, Eis und umgestürzten Bäumen zu befreien. Die langen Einschränkungen hatten scharfe Kritik ausgelöst - nicht nur von Fahrgastverbänden.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sagte, die Einschränkungen dauerten «deutlich zu lange». Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) kündigte eine Aufarbeitung seitens der Staatsregierung an. Im Januar sollen sich zudem die Bayerische Eisenbahngesellschaft und die Bahn im Verkehrsausschuss des Landtags erklären.

© dpa-infocom, dpa:231211-99-256609/3

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