Traumtor reicht nicht: Union hält Pauli mit 1:1 auf Distanz
Volley-Knaller, Stürmerglück und viel Kampf: Im Duell mit St. Pauli verteidigt Union sein Polster auf die gefährdete Zone. Die Hamburger bleiben mittendrin.
Berlin (dpa) - Der 1. FC Union Berlin hat den FC St. Pauli im Abstiegskampf der Bundesliga auf Distanz gehalten. Im Stadion An der Alten Försterei trennten sich der Hauptstadtclub und die Hamburger 1:1 (0:1). Bei sechs noch ausstehenden Spielen bleibt Unions Vorsprung auf die Kiezkicker auf dem Relegationsplatz 16 so bei komfortablen sieben Punkten.
Das hob Unions Trainer Steffen Baumgart hervor, auch wenn er angesichts des möglichen Sieges nach eigenen Worten ein «bisserl zwiegespalten» war. «Es ist nichts Großes, aber auch nichts Kleines in unserer Situation und bringt uns dem Ziel näher», sagte Baumgart bei DAZN. Sein Kollege Alexander Blessin meinte angesichts einer schwächeren zweiten Hälfte zum Ergebnis: «Das ist okay, den Punkt nehmen wir mit.»
Irvine fehlt St. Pauli gegen den FC Bayern
Vor 22.012 Zuschauern und Zuschauerinnen erzielte Mathias Pereira Lage (25. Minute) mit einem schönen Volley die Gäste-Führung. Nach dem Seitenwechsel glich Andrej Ilic (52.) aus. Die umkämpfte Partie nahm insbesondere in Halbzeit zwei etwas mehr Fahrt auf. Kapitän St. Paulis Jackson Irvine sah in der Nachspielzeit noch die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels und fehlt damit gegen Bayern München.
Union kann in den kommenden Spielen gegen Schlusslicht Heidenheim und den Vorletzten Wolfsburg die letzten Zweifel am Bundesliga-Verbleib beseitigen. Auf die seit vier Partien sieglosen Hamburger warten zwei Heimspiele gegen den FC Bayern und den direkten Konkurrenten aus Köln.
Union beginnt druckvoll
Bei Pauli fehlten Tomoya Ando und Eric Smith in der Abwehr verletzungsbedingt. Es begannen Karol Mets und Adam Dzwigala. Im Vergleich zum enttäuschenden Auftritt in München (0:4) vor der Länderspielpause veränderte Baumgart sein Team auf fünf Positionen und tauschte unter anderem die gesamte Angriffsreihe aus.
Ein Offensiv-Feuerwerk war trotzdem unwahrscheinlich. Bei Ballbesitz, Torschüssen und erzielten Treffern zählen beide Teams zu den Kellerkindern der Liga. Zwar übernahmen die Hausherren die Spielkontrolle und kamen in der vierten Minuten zu einer ersten guten Chance durch Danilho Doekhi, doch das war es dann auch schon an gelungenen Offensivaktionen beider Mannschaften in den ersten 20 Minuten.
Pereira Lage mit einem Traumtor
Eine clevere Eckballvariante brachte den Hamburgern die erste Gelegenheit, aus der Mets aber zu wenig machte. Ihre Führung entsprang dann aber einer Menge fußballerischer Klasse. Nach einem abgeblockten Versuch wuchtete Pereira Lage den Ball aus gut 20 Metern mit mehr als 117 Kilometern pro Stunde per Volley wunderschön ins Netz.
Nach einem frühen Ballgewinn kam Union durch Oliver Burke und Derrick Köhn zu einer Doppel-Chance (40.). Pauli-Keeper Nikola Vasilj, der sich unter der Woche in den WM-Playoffs mit Bosnien-Herzegowina gegen Italien durchgesetzt hatte, war aber zweimal zur Stelle.
Der Berliner Ausgleich war dann wieder einmal Ergebnis einer Ecke. Ilic köpfte Köhns Flanke aus kurzer Distanz ins Netz. Es war erst der zweite Saisontreffer in der Liga für den serbischen Mittelstürmer.
Beide Mannschaften wurden nun zwingender in ihren Aktionen. Ein Schlenzer von Paulis Arkadiusz Pyrka ging über das Tor (63.). Unions Andras Schäfer konnte einen Abspielfehler von Vasilj kurz darauf nicht nutzen, der Torhüter rettete den Gästen mit seiner Parade den Punktgewinn gegen die anrennenden Berliner. Irvines später Platzverweis änderte nichts mehr am Ergebnis.